Für Tierfreunde im besten Alter

Zirkusse: systembedingte Tierqual

Zirkusse: systembedingte Tierqual

Eine SPD-Anfrage im bayerischen Landtag offenbart eine hohe Anzahl an Tierschutzverstößen in Zirkusbetrieben. Unglaublich aber leider wahr: Es gibt Beanstandungen bei jeder zweiten Kontrolle! PETA betrachtet diese Daten als Beleg für die systembedingte Tierquälerei in Zirkussen.

Zirkusse: systembedingte Tierqual und chronische Tierschutzproblematik. Aus einer Stellungnahme des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz geht hervor, dass Amtstierärzte in Bayern durchschnittlich bei jeder zweiten Kontrolle in Zirkusbetrieben Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen festgestellt haben. Die Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld (SPD) hatte im vergangenen Dezember im Landtag zwei diesbezügliche Schriftliche Anfragen an die Bayerische Staatsregierung gestellt.

PETA wertet die Statistik als Beleg für systembedingte Tierschutzdefizite in der Zirkusbranche. Der Zwang zur Mobilität im reisenden Gewerbe macht es den Betrieben unmöglich, Tierarten wie Pferde, Elefanten, Kamele und Löwen tiergerecht zu halten. Die Tierrechtsorganisation zeigt immer wieder zu kleine Käfige und Gehege, kranke und vernachlässigte Tiere sowie Standzeiten von bis zu 20 Stunden auf den Lkws bei den Behörden an. PETA fordert die Bayerische Staatsregierung auf, die rechtliche Grundlage für ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus zu schaffen.

Der Experte zum Thema

„Die Richtlinien für Tiere im Zirkus sind ohnehin völlig unzureichend und veraltet. Doch die Zirkusbetriebe können selbst dieses dürftige Regelwerk nicht einhalten. Das ist wirklich ein Armutszeugnis und beweist, dass Tiere nichts im Zirkus verloren haben“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsindustrie bei PETA Deutschland e.V.

Zahlen und Fakten über Verstöße und Tierleid

Aus der PETA vorliegenden Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz geht hervor, dass von 2010 bis 2013 insgesamt 452 amtstierärztliche Kontrollen bei in Bayern gastierenden Zirkusbetrieben stattgefunden haben. Dabei registrierten die Behörden 226 Verstöße gegen geltende Tierschutzbestimmungen – genau 50 Prozent. Für 2014 und 2015 lagen noch keine vollständigen Daten vor.

Dass die chronischen Tierschutzdefizite im Zirkus keine Frage der finanziellen Ausstattung sind, zeigen die zahlreichen Missstände bei Deutschlands größtem Zirkusbetrieb: Bei Circus Krone aus München dokumentierten Amtstierärzte und Staatsanwaltschaften in den vergangenen Jahren „erhebliche Leiden“ der Pferde, „deutliche Haltungsmängel und Verhaltensstörungen“ bei den Elefanten sowie zahlreiche weitere Missstände, die PETA teilweise auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.

Viele Veterinärämter lassen die Tiere im Stich

Immer häufiger muss PETA die Veterinärämter dazu auffordern, die Tierschutzrichtlinien in Zirkusbetrieben durchzusetzen, die keine Wildtiere mitführen. Auch die Haltung domestizierter Tiere wie Pferde, Rinder oder Ponys ist in einem Wanderzirkus nicht tiergerecht möglich. Die Tierrechtsorganisation spricht sich grundsätzlich gegen die Ausbeutung der sensiblen Lebewesen zu Unterhaltungszwecken aus. Deutschland sollte in dieser Hinsicht dem Beispiel anderer Staaten folgen: In Ländern wie Griechenland, Malta und Bolivien ist die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben gänzlich untersagt.

Was Sie tun können

Bitte besuchen Sie keinen Zirkus – auch nicht mit Kindern. Jeder Zirkus Besucher unterstützt mit dem Kauf seiner Eintrittskarte das Leiden der Tiere. Kinder lernen an diesem Ort nichts über Tiere und der gezeigte Umgang mit den Tieren ist nicht empathisch.

Weitere Informationen

PETA.de/Zirkus
PETA.de/CircusKrone

PETA.de/mediadb/20151229_ANTWORT_Schriftliche-Anfrage_Wildtierhaltung-in-Zirkussen.pdf

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