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Zecken und Flöhe natürlich Abwehren

Zecken und Flöhe natürlich Abwehren

Vom Floh- und Zeckenhalsband bis hin zu Sprays und Lösungen: Jahr für Jahr geben die Menschen hunderte von Euros für chemische Produkte aus und vergiften so unabsichtlich sich und ihre Tiere.

Zecken und Flöhe natürlich Abwehren: Es gibt sicherere und umweltfreundlichere Methoden, den pelzigen Gefährten und einen selbst vor diesen Insekten zu schützen. Man muss nicht immer gleich zu „schweren Geschützen“ greifen, es gibt tolle pflanzliche Produkte, die helfen können.

PETA50Plus erklärt Hintergründe und stellt gesunde Wege zur Floh- & Zeckenbekämpfung vor.

Warum die meisten Produkte so gefährlich sind
Die beliebteste Art der Flohkontrolle auf dem Markt ist die Vielzahl an „Wundermitteln“, wie die von Frontline® und Advantage™. Zu den aktiven Inhaltsstoffen dieser Mittel gehören Chemikalien wie Imidacloprid, Fipronil, Permethrin, Methopren und Pyroproxifen. All diese Stoffe haben bei Tieren in Versuchslaboren ernsthafte Gesundheitsprobleme ausgelöst. (1) Selbst einige der inaktiven Inhaltsstoffe, können Ihrem tierischen Begleiter zum Verhängnis werden. Andere Formen der Flohkontrolle, wie Puder, Halsbänder und Sprays mit chemischen Wirkstoffen, können ebenso gefährlich sein. Für Katzen sind zahlreiche dieser Nervengifte tödlich! Wer also Hund und Katze zu seiner Familie zählt, der sollte sich genau informieren und über ungiftige Wege nachdenken.

Zahlreiche Packungsbeilagen warnen davor, die Substanzen nicht auf die Haut kommen zu lassen, die Hände nach Benutzung zu waschen und das Mittel vor Kindern fern zu halten – und doch wird es auf die Haut Ihres Tieres aufgetragen. Die unmittelbaren Folgen einer Überdosis Pestizide können Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfe und Atemprobleme sein. Sollte Ihr Hund oder Ihre Katze eines dieser Symptome nach dem Aufragen eines Mittels aufweisen, waschen Sie das Produkt sofort ab und suchen Sie einen Tierarzt auf.

Gutes Futter, gesunder Hund: Weniger Flöhe und Zecken
Gutes Immunsystem, bessere Eigenabwehr des Körpers. Foto: (c) PETA

Gutes Immunsystem, bessere Eigenabwehr des Körpers. Foto: (c) PETA

Der wichtigste Schritt zur Vorbeugung von Flöhen ist, Ihren Hund oder Ihre Katze gesund zu halten. Die Haut ist ein wichtiger Hinweis auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres und ein wichtiger Faktor in der Flohkontrolle. Der Schlüssel zu einer guten Gesundheit liegt in der Ernährung. Lesen Sie sich aufmerksam alle Inhaltsstoffe des Futters durch. Häufig besteht das Futter, das Sie im Supermarkt finden, aus Überresten von Tieren, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind. Zwar dürfen für die Herstellung von Futter in Deutschland nur Nebenprodukte verwendet werden, die auch für den Menschen genusstauglich sind, doch spätestens seit den Gammelfleischskandalen wissen wir Alle, zu was die Fleischindustrie fähig ist. Und Sie können uns glauben: Bei der Verarbeitung von Fleisch, das für Tierfutter bestimmt ist, geht es noch viel unzuverlässiger zu. Zudem wird Tierfutter längst aus Ländern wie China, Thailand etc. eingeführt und man kann annehmen, dass die Qualitätsstandards in diesen Ländern noch geringer sind.

Doch nicht nur, was NICHT im Tierfutter enthalten sein sollte, sondern auch WAS darin zu finden sein muss, ist sehr wichtig. Frische, unverarbeitete und rohe Inhaltsstoffe sind sehr wichtig, da sie verdauliche Enzyme und Vitamine enthalten, die durch das Kochen zerstört werden können. Das in Reformhäusern erhältliche Flachsöl, eignet sich ideal zur Verbesserung der Haut des Tieres. Vitamin C und B-Komplexe sind für ein gesundes Fell unabdingbar.

Mit der Kraft der Natur Flöhe und Zecken abwehren
Zur Vorbeugung gegen Zecken- und Flohbefall eignen sich Tabletten auf der Basis von B-Vitaminen (z.B. Formel Z für Hunde und Formel Z für Katzen www.formel-z.info/hund.php). Nicht wissenschaftlich belegt, jedoch in der Praxis erprobt ist die ganzjährige Futterbeigabe von Kokosfett (hier bitte auf bio Qualität achten). Kokosöl ist reich an Linolsäure, Ölsäure, Vitamin E, Vitamin K, Eisen und organischem Schwefel. Seine tollen gesundheitlichen Eigenschaften verdankt das Kokosöl aber vor allem seinen Säuren. Enthalten sind Laurin-, Caprin- und Caprylsäure. Diese wirken antimykotisch, antibakteriell und antiviral, zudem stärken sie das Immunsystem.

Darüber hinaus gibt es rein pflanzliche Spot-Ons, die im Nacken des Tieres aufgetragen werden. Diese sind auf Basis von Pflanzenextrakten, die Flöhe und Zecken nicht mögen (z.B. von Beaphar oder CD-Vet).

Für den Gassi-Gang empfehlen sich zudem pflanzliche Lotionen, die auf Basis von z.B. Kokos- oder Neemöl sind. Diese halten ihre Wirkung für ca. 2-3 Stunden und pflegen noch dazu das Fell (z.B. „Zecken Schutz“ von ProVeganShop oder „Feeprotect“.

Um selbst ein effektives Abwehrmittel gegen Insekten herzustellen, dass Sie täglich bei Ihrem Hund anwenden können, mischen Sie einfach jeweils fünf Tropfen Teebaumöl, Zitronellöl, Rosmarinöl, Pfefferminzöl und Eukalyptusöl mit einer Tasse Wasser. Schütteln Sie die Mischung gut durch und füllen Sie sie in eine Sprühflasche. Achtung: Benutzen Sie dieses Mittel auf keinen Fall bei Katzen, denn ätherische Öle können für Katzen tödlich sein. Katzen fehlt die Fähigkeit zur Verstoffwechslung ätherischer Öle und sie scheiden diese nur langsam aus, sodass sich diese im Körper anreichern, toxisch wirken und es zur Vergiftung kommt. Schon wenige Tropfen können zur Erkrankung führen. (2)

Flöhe - was nun?!
Effektive Programme zur Flohkontrolle bieten eine Vielzahl an Lösungen für das Umfeld des Tieres, wie auch für das Tier selbst:

Ein feinzackiger spezieller Flohkamm ist unabdingbar und sollte täglich benutzt werden, um die Flöhe zu entfernen. Stellen Sie eine Schüssel mit Seifenwasser bereit und tunken Sie den Kamm nach jedem Bürsten hinein.

Saugen Sie regelmäßig Teppiche und Möbel ab und waschen Sie die Decken Ihres Tieres während der Flohsaison häufig. Die Floheier können zwar mit dem Staubsauger entfernt werden, doch sie schlüpfen im Beutel. Deshalb sollte dieser versiegelt, weggeworfen oder in einer Plastiktüte nach jedem Saugvorgang eingefroren werden.

Kieselgur, ein Puder aus den fossilen Überresten einzelliger Algen (z.B. von Dr. Schaette, http://www.schaette-heimtier.de/home/ oder z.B. in Spinnrad-Läden) gibt es in verschiedenen Varianten. Benutzen Sie aber niemals chemisch behandelte Kieselgur, wie er für Swimming Pools benutzt wird.

Normales Salz oder Borax kann auf Teppiche aufgetragen werden und sollte am darauffolgenden Tag aufgesaugt werden.

Als Umgebungsspray wurde der Bio- Insect -Shocker von Petvital (http://www.canina.info/) von Ökotest mit sehr gut bewertet. Von Petvital gibt es noch weitere biologische Produkte zur Flohbekämpfung.

Sanfte Kräutershampoos sind effektiv und können bis zu einmal die Woche verwendet werden – zu häufiges Baden kann allerdings die Haut Ihres Tieres austrocknen. Benutzen Sie zum Einshampoonieren warmes Wasser und beginnen Sie am Hals des Tieres, so dass die Flöhe sich nicht auf den Kopf retten können. Flohbekämpfungsshampoos und Desinfektionslösungen auf Chemie-Basis sind gefährlich und unnötig – Seifenwasser tötet die Flöhe ab.

Greifen all diese Methoden nicht, kann man zu sogenannten Foggern greifen, die die Wohnräume ausnebeln. Aber aufgepasst, das sind hoch giftige Produkte. Die Wohnung sollte danach mindestens 24 Stunden nicht benutzt und zunächst gut gelüftet werden!

Schwere Geschütze für den Organismus
Es gibt auch Mittel, die Insektenhormone enthalten, die verhindern, dass sich Floheier und Larven in ausgewachsene Tiere verwandeln (z.B. Ovitrol). Diese Mittel können auf Teppichen und Holzböden, aber nicht auf den Tieren, angebracht werden. Program® (Lufenuron), beispielsweise, wird Tieren einmal im Monat oral verabreicht und verhindert die Vermehrung von Flöhen. Seit kurzem gibt es eine Kautablette, die gegen Flöhe, Läuse, Zecken und andere Lästlinge hilft. Einige Tiere bekamen allerdings davon und von anderen Langzeit-Flohmitteln bereits starke Nebenwirkungen.

Dies betrifft auch extern angewandte Mittel – sie sollten also wirklich nur im Notfall angewandt werden.  Grundsätzlich gilt, dass man zur Sicherheit seines Tieres die Gefahren abwägen sollte. Flöhe und Zecken können Krankheiten übertragen, die sehr gefährlich sein können. Lebt man in einer Region, in der in den Sommermonaten die Zecken „Hochsaison“ haben, so kann eine wohl überlegte Gabe eines chemischen Mittels, abgestimmt auf Alter und Gewicht des Hundes, sinnvoller sein, als das Tier den Gefahren von Zeckenbissen auszusetzen.

 

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Quellenangaben:

(1) Kathleen Dudley, “Are ‘Spot-On’ Flea Killers Safe?” The Whole Dog Journal Feb. 2002.
(2) Animal Health online, http://www.animal-health-online.de/drms/klein/teebaum.htm

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