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Warum musste Gandalf sterben?

Warum musste Gandalf sterben?

Liebevoll war das verwaiste Fuchskind „Gandalf“ in einer Wildtierstation aufgezogen worden. Nun ist er tot. PETA50Plus über ein kurzes Fuchsleben und sein leidvolles sterben.

Töten als Hobby: Medienberichten zufolge starb ein Fuchs in einem Kanalrohr in Harpstedt, in das er geflüchtet war nachdem er von Jägern angeschossen  und von deren Hunden gehetzt worden war. Der Fuchs war unter dem Namen „Gandalf“ bekannt und wurde erst vor einem Jahr von einer Wildtierauffangstation ausgewildert. Dort war er als hilfsbedürftiges Fuchsbaby liebevoll und unter großem Aufwand aufgezogen worden.

Für die Jagd auf den Fuchs erschließt sich kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. Erschwerend kommt in diesem Fall hinzu, dass das Tier wohl über einen längeren Zeitraum unter erheblichen Schmerzen gelitten haben muss. Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen Paragraf 17 des  Tierschutzgesetzes hat die Tierrechtsorganisation PETA nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen alle Teilnehmer der Jagd erstattet.

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Die Expertin über den Tod von Gandalf

„Weil ein paar Jäger Lust am Töten haben, musste Gandalf auf grausamste Weise sterben“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Bei der Jagd auf Füchse sterben viele der Tiere auf diese Weise, weil Jäger nicht richtig treffen, oder werden in Fallen regelrecht zerquetscht und verstümmelt. Die Fuchsjagd muss endlich verboten werden.“

Das sagt das Tierschutzgesetz über die Jagd

Laut Tierschutzgesetz muss ein „vernünftiger Grund“ für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Die Tiere dienen den Jägern als lebendige Zielscheibe, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Die zum Teil noch immer geäußerten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschließen. Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut, und der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Infektionskrankheiten Europas.

Die Jagd auf Füchse hat keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen. Populationsrückgänge betroffener Arten wie beispielsweise dem Feldhasen sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Jäger selbst jedes Jahr bundesweit etwa 200.000 Feldhasen töten.

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Luxemburg als Vorbild

Die Regierung in Luxemburg sprach ab April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse für mindestens ein Jahr aus – dieses wurde im Februar 2016 für das Jagdjahr 2016/2017 verlängert. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen und Nahrungsverfügbarkeit selbst. Als Gesundheitspolizei sind Füchse zudem ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort beseitigen. Ein Verbot der Jagd auf Füchse in Deutschland ist längst überfällig.

Weitere Informationen

PETA.de/Fuchsjagd

PETA.de/FaszinierendeFüchse

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Hinweis: Die Fotos zeigen nicht Fuchs „Gandalf“, sondern sie stehen exemplarisch für die Gattung Fuchs.

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