Für Tierfreunde im besten Alter

Verletztes Tier am Straßenrand – was ist zu tun?

Verletztes Tier am Straßenrand – was ist zu tun?

Angefahrene Tiere am Straßenrand – so können Sie helfen!

Es ist ein wunderschöner Herbstsonntag, die Sonne scheint und viele Menschen sind unterwegs, um einen Ausflug zu machen. So auch eine Familie, die ihre vierbeinigen Freunde in das Auto gesetzt hat, um für eine Wanderung an ein schönes Ziel zu fahren.

Nach kurzer Wegstrecke sehen sie am Straßenrand etwas schwarz-weißes liegen, sie bremsen ab und schauen, ob es sich um ein verletztes Tier handelt. Es ist eine Katze, sie wurde offenbar angefahren, lebt aber noch. Sofort wird den im Auto sitzenden Hunden die Decke weggenommen und die Katze wird vorsichtig darin eingeschlagen. Zunächst faucht sie, doch schon im nächsten Moment spürt sie die Fürsorge, gibt nach und schmiegt sich in die Decke. Die Tierärztin der Familie wird sofort informiert und  die Katze wird auf dem schnellsten Weg in die Praxis gefahren.

Doch die Hilfe kommt zu spät, die junge Kätzin stirbt kurz darauf in den Armen der Frau. Das Tier war nicht gechipt und hatte kein Halsband mit einer Telefonnummer, so konnte nicht herausgefunden werden, ob die Katze bereits vermisst wurde.

Klar ist, unzählige Menschen sind an dem verletzten Tier vorbei gefahren – ohne nachzusehen, ob Hilfe benötigt wird. Klar ist auch, die Katze könnte noch leben, wenn sie schneller zu einem Tierarzt gebracht worden wäre.

Gerade jetzt im Herbst passieren vermehrt solche Unfälle, die Dunkelheit setzt früher ein und die Gefahr im Straßenverkehr ein Tier zu übersehen oder nicht mehr bremsen zu können ist größer. Hinzu kommen schlechte Wetterbedingungen und rutschige Blätter auf den Straßen, für Mensch und Tier eine erschwerte Situation.

 

Jedes Tier hat Mitgefühl und Respekt verdient. Foto: (C) PETA / D

Jedes Tier hat Mitgefühl und Respekt verdient. Foto: (C) PETA / D

So kann jeder einem angefahrenen Tier helfen!

Was ist zu tun, wenn man am Straßenrand ein angefahrenes Tier findet? Unsere PETA50plus-Redaktion hat Wissenswertes zusammengestellt.

  • Das Wichtigste ist Mitgefühl für andere, fühlende Lebewesen und der Respekt vor Ihnen. Es mag nicht in die eigenen Pläne passen, spontan einem Tier zu helfen. Aber würde man selber sich nicht auch Hilfe wünschen, wenn einem etwas zustößt? Hier gilt: Handele so, wie Du selber behandelt werden möchtest.
  • Wer ein verletztes oder totes Tier am Wegesrand sieht, muss zunächst an seine eigene Sicherheit denken. Schalten Sie das Warnblinklicht ein, parken Sie so, dass andere Fahrzeuge sie gut sehen können. Handelt es sich um eine Schnellstraße, so stellen sie das Warndreieck mit Sicherheitsabstand auf.
  • Am besten nähert man sich einem Tier mit langsamen Schritten, sprechen sie beruhigend und leise mit dem Tier. Es ist nicht wichtig was man sagt, entscheidend ist die Stimmung, die man transportiert.
  • Schauen sie zunächst das Tier an, ohne es anzufassen. Lebt es noch? Kann man die Atmung sehen? Blinzeln die Augenlider? Heben sie die Flanken? Bläht sich die Nase auf oder bewegt sich durch die Atmung? Zuckt vielleicht eine Pfote oder der Schwanz? Wenn nein, so ist das Tier verstorben. Wer ein Handy dabei hat informiert am besten die Polizei, diese kann das Tier bergen und ggf. die Familie finden und benachrichtigen. Bei frei lebenden Tieren wie Rehen, Füchsen und ähnlichen Tieren, da informiert die Polizei den zuständigen Wildhüter.
  • Wenn das Tier noch lebt, ist es wichtig daran zu denken, dass Lebewesen mit Schmerzen anders reagieren können, als unverletzte Tiere. Handelt es sich um eine Katze oder einen Hund, so ist es am besten dem Tier zunächst etwas über das Gesicht zu legen – Nase frei lassen – das beruhigt die meisten Lebewesen.
  • Wer sich nicht gut mit Tieren auskennt, der ruft am besten die Polizei. Diese kann auch den nächsten Tierarzt oder Tierärztlichen Notdienst informieren und einem sagen, was zu tun ist. Auch ein Anruf beim Tierheim kann Hilfe bringen, ggf. gibt es dort einen Tierärztlichen Notdienst oder zumindest Anweisungen, was jetzt zu tun ist. Der Anruf kann per Mobiltelefon über die Auskunft erfolgen, diese kann gleich die Verbindung herstellen.
  • Wer sich mit Tieren auskennt oder Tiere hat, der ruft den Tierarzt an. An Wochenende gibt es immer einen Notdienst in der Region oder der Tierarzt hat seinen Anschluss auf ein Mobiltelefon umgeleitet. Hilfe ist schnell zu finden!
  • Bei  einem kleineren Tier empfiehlt es sich, dieses in eine Einkauftasche oder einen Einkaufskorb zu legen, wenn man einen solchen dabei hat. Wer nicht zu weit von zuhause weg ist, holt am besten einen Wäschekorb und eine Abdeckmöglichkeit – ein Brett oder einen zweiten Korb – damit das Tier nicht herausspringen kann.
  • Fassen Sie das Tier behutsam im Nacken an und mit der anderen Hand unter der Hüfte. Ziehen Sie Handschuhe an! So sichert man sich selber ab nicht gebissen zu werden und stabilisiert gleichzeitig den Körper des Tieres. Sprechen Sie immer weiter ruhig und lieb mit dem verletzten Tier. Auch eine kurze, sanfte und ruhige Streichelbewegung beruhigt Tiere, so kann ggf. das Herz-Kreislaufsystem wieder gekräftigt werden, wenn das Tier einen Schock hat.
  • Ist das Tier ohnmächtig – atmet aber noch – muss darauf geachtet werden, dass der Kopf in der Seitenlage des Körpers leicht nach hinten gestreckt wird beim Transport – das erleichtert die Atmung.
  • Wer ein angefahrenes aber noch lebendiges Tier der Wildnis findet, der ruft die Polizei. Diese kommt dann zusammen mit dem zuständigen Wildhüter und versorgt das Tier. Achtung: Bei verletzten Füchsen oder Rehen – Es ist ratsam Abstand zu den Tieren zu halten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Verletzte Füchse oder Rehe können sehr wehrhaft und unberechenbar sein und den Finder ggf. gefährden.

Foto: (c) clipdealer

Gut zu wissen...

Viele Menschen Sorge haben die Sorge, man könne denken, sie selber hätten das Tier verletzt. Um nicht für den Unfall und die entstehenden Kosten verantwortlich gemacht zu werden, werden die Tiere häufig liegen gelassen. Es kommt der Gedanke auf, ein anderer Autofahrer wird sich schon kümmern.

An dieser Stelle möchte PETA50plus an das Mitgefühl appellieren, sich in diesem Moment keine Gedanken dieser Art zu machen. Denn jetzt ist das verletzte Tier wichtig! Die meisten Tierärzte versorgen Unfalltiere mit nicht zu ermittelnder Halterinformationen ohne Kostenberechnung. Wird der zum Tier gehörende Mensch gefunden, so kann man sicher sein, dass dieser dankbar ist für die Hilfe. Entweder weil das Tier gerettet wurde oder aber auch, weil man nun Gewissheit hat, was dem tierischen Freund zugestoßen ist. Ist das Tier verstorben, so ist das sehr traurig, doch es ermöglicht einen Abschied, da es Gewissheit über das Schicksal des geliebten Tieres gibt.

Zudem ist es ein beruhigendes Gefühl, einem Tier geholfen zu haben. Auch wenn das Lebewesen – in unserem geschilderten Fall die kleine Kätzin – es nicht überlebt hat, so ist sie nicht in Einsamkeit gestorben. Sie erfuhr einen Moment der Geborgenheit und Wärme und glitt ohne Angst ins Jenseits. Wäre auch diese Familie weiter gefahren, so wäre die Katze alleine am Wegesrand gestorben.

Wir danken jedem Helfer im Namen der Tiere!

 

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