Für Tierfreunde im besten Alter

Unschuldige Rehe bei Heuernte getötet

Unschuldige Rehe bei Heuernte getötet

Der Hochsommer ist lebensgefährlich für unser Wild!

Tausende unschuldige Rehe bei Heuernte getötet.

Der Hochsommer ist eine wundervolle Zeit: Das Getreide steht reif und golden auf den Feldern, die Luft ist warm, die Tage sind lang und überall wird Heu für den nächsten Winter gemacht. Viele Menschen empfinden diese Jahreszeit als besondere Idylle und als Höhepunkt des Jahreszyklus.

Doch für die Wildtiere birgt diese Phase eine besondere Gefahr: Die großen Kreiselmäher, die über die Felder fahren und das lange Gras abschneiden sind eine tödliche Falle…

Zukunftsweisendes Gerichtsurteil

Jährlich geraten tausende von Wildtieren unter die scharfen Messer von Mähfahrzeugen aus der Landwirtschaft – obwohl es rechtliche Pflicht ist, die Wiesen vor der Heuernte durch den Jagdpächter auf Wild absuchen zu lassen oder anderweitige Verbrämungsmethoden anzuwenden.

Im Juli 2013 erstattete PETA Deutschland e.V. vor diesem Hintergrund Strafanzeige gegen einen Landwirt. Der Vorwurf: Tötung eines Rehkitzes bei der Mahd. Die Staatsanwaltschaft Bonn leitete im nächsten Schritt erfreulicherweise umfangreiche Ermittlungen ein. Das Amtsgericht Euskirchen verurteilte heute den Fahrer des Kreiselmähers zu einer spürbaren Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 50 Euro, der Strafrichter erhöhte das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß von 30 Tagessätzen um das Doppelte. Damit ist ein richtungsweisendes Urteil gefällt worden, für das sich PETA im Namen der Tiere bedankt.

Denn: Der Landwirt hätte den Tod des Tieres durch Vorsichtsmaßnahmen vor oder während der Mahd verhindern können. Zudem ließ er das schwer verletzte Rehkitz auf dem Feld zurück, ohne Hilfe zu holen. Damit setzte er es vermutlich langem Leiden und großen Schmerzen aus, bis es schließlich starb. Laut Strafgesetzbuch stellen derartige Unterlassungshandlungen eine Straftat dar. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bestätigten im Wesentlichen die Vorwürfe.

Gut zu wissen!

Laut Tierschutzgesetz ist es verboten, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm länger anhaltende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Ebenso gilt laut Naturschutzgesetz, dass wild lebende Tiere nicht mutwillig beunruhigt oder ohne vernünftigen Grund verletzt oder getötet werden dürfen.

Landwirte sind gesetzlich dazu verpflichtet, u.a. den zuständigen Jäger über eine bevorstehende Mahd zu informieren, damit dieser entsprechende Vorkehrungen treffen kann. Dennoch werden in Deutschland jährlich rund 100.000 Rehe durch Mähmaschinenarbeiten schwer verletzt oder getötet. Der sogenannte „Drückinstinkt“ der Jungtiere führt dazu, dass Rehkitze bei drohender Gefahr statt zu fliehen meist bewegungslos auf dem Boden verharren und auf ihre Tarnung vertrauen. Tiergerechte und kostengünstige Vergrämungsmaßnahmen, wie flatternde Bänder oder Duftzäune, schrecken Rehmütter auf und führen dazu, dass sie für ihren Nachwuchs ein besseres Versteck suchen. Weitere Möglichkeiten sind der Einsatz von Hunden oder modernen Infrarotsensoren – den sogenannten „Wildrettern“ –, mit denen die Felder abgesucht werden

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