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Unfassbar! Tödliche Tests für Bier

Unfassbar! Tödliche Tests für Bier

Die Tierrechtsorganisation kritisiert die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft für die Finanzierung von Tierversuchen. Denn für die Tiere bedeutet dies:  Mäusen wird Alkohol eingeflößt, um  die Auswirkungen von chronischem Alkoholkonsum beim Menschen zu erforschen.

Leidvolle Experimente: Die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. unterstützt Tierversuche zum Thema Bierkonsum. In zwei Studien der Forschergruppe um Prof. Dr. Ina Bergheim (derzeit an der Universität Wien tätig) wird Mäusen Alkohol eingeflößt, um sie so in einen Vollrausch zu versetzen. Anschließend werden die Tiere getötet und ihre Lebern in weiteren Tests untersucht.

Die Versuche sollen die Frage beantworten, ob Bier beziehungsweise die Bierinhaltsstoffe weniger schädlich für die Leber sind als reines Ethanol. PETA kritisiert die Tests als unwissenschaftlich, denn die untersuchten Mäuse erhalten – im Gegensatz zu dem als Einflussfaktor auf die menschliche Sterblichkeit genannten chronischen Alkoholmissbrauch – nur eine einzige große Alkoholration. Darüber hinaus berücksichtigt der Testaufbau nicht, dass eine Maus mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 50 Gramm in ihrer Anatomie und Physiologe anders reagiert als ein ausgewachsener Mensch. Die Tierrechtsorganisation fordert die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. nun auf, die finanzielle Förderung der Experimente umgehend zu beenden und ausschließlich tierfreie Forschungsmethoden und Studien zu unterstützen. Die ebenfalls von PETA kontaktierte Kulmbacher Brauerei, die Bier für die Studien zur Verfügung gestellt hatte[1], distanzierte sich umgehend von den Tierversuchen und gab an, zukünftig keine Produkte mehr für solche Projekte zur Verfügung stellen zu wollen.

Die Expertin zum Thema

„Dass übermäßiger Alkoholkonsum dem Körper schadet, ist kein Geheimnis. Trotzdem finanziert die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft grausame Tierversuche, um im internationalen Wettbewerb Schritt halten zu können“, so Stephanie Kowalski, Tierärztin und Fachreferentin gegen Tierversuche bei PETA. „Versuche an Tieren sind nicht nur unethisch, sondern aufgrund ihrer häufig mangelnden Übertragbarkeit auf den Menschen auch verantwortungslos. Denn neben offensichtlichen anatomischen Ungleichheiten gibt es auch entscheidende Unterschiede in physiologischen Vorgängen bei  Mensch und Tier.“

Wichtige Hintergrundinformationen

In den Jahren 2015 und 2016 in der Fachzeitschrift Alcohol and Alcoholism publizierte Studien geben an, dass ihre Erkenntnisse potenziell Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit – konkret auf leberbedingte Todesfälle durch chronischen Alkoholmissbrauch – haben könnten. Sie beschreiben den Ethanolkonsum bei einer Spezies, die natürlicherweise kein Ethanol konsumiert [2] [3]. Zudem unterscheiden sich Mensch und Maus in ganz entscheidenden physiologischen Vorgängen, wie zum Beispiel bei der Immunaktivierung [4]. Auch die Lebensumstände von Menschen und im Labor unter sterilen Bedingungen gefangen gehaltenen Mäusen sind nicht vergleichbar – so werden Einflüsse (wie z. B. Ernährung, Stress, Smog) außer Acht gelassen, die sich zusätzlich zum Alkoholkonsum auf die menschliche Gesundheit auswirken.

Die Ergebnisse von Tierversuchen lassen sich grundsätzlich nicht risikolos auf den Menschen übertragen. Innovative Wissenschaft bedient sich effektiven tierfreien Forschungsmethoden, z. B. hochmoderner Technologien wie den „Organs-on-chips“. Diese nutzen menschliche Gewebe und Zellen, um so miniaturhafte, funktionierende menschliche Organe zu schaffen, anhand derer Krankheiten und Behandlungswege untersucht werden können.

Weitere Informationen
PETA50plus.de/die-arbeit-von-pisc

 

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Quellen:

PETA USA hat sich mit einem Brief an Herrn Professor P. De  Witte, einen der Chefredakteure von Alcohol and Alcoholism, gewandt und ihn aufgefordert, künftig eingereichte Tierstudien genauer zu prüfen und sich in der Fachzeitschrift der tierfreien Forschung zuzuwenden.
[1] + [3] Landmann M./ Wagnerberger S./ Kanuri,G. et al. (2015):Beer Is Less Harmful for the Liver than Plain Ethanol: Studies in Male Mice Using a Binge-Drinking Model. In: Alcohol and Alcoholism. Ausgabe Mai 2015
[2] Landmann, M. / Sellmann, C. / Engstler, A. J. et al. (2016): Hops (Humulus lupulus) Content in Beer Modulates Effects of Beer on the Liver After Acute Ingestion in Female Mice. In: Alcohol and Alcoholism. Ausgabe September 2016.
[4] Zschaler, J. / Schlorke, D. / Arnhold, J. (2014): Differences in Innate Immune Response Between Man and Mouse. Online abrufbar unter: http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/20519/Zschaler,%20Schlorke,%20Arnhold%202014_Crit%20Rev%20Immunol.pdf. (13.12.2016).

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