Für Tierfreunde im besten Alter

Es wird kuschelig! – Tierfreundliche Wollalternativen

Es wird kuschelig! – Tierfreundliche Wollalternativen

Warm und gemütlich durch den Winter

Draußen ist es kalt und die Sehnsucht nach gemütlicher, warmer Kleidung lässt uns in den Kleiderschrank gucken. Manch einer wird auch mit Freude zum Shoppen gehen und sich schöne, neue Kleidung gönnen. Aber bitte ohne Tierleid! Denn Wolle von Schaf, Alpaka, Angorakaninchen und anderen Tieren kratzt irgendwie am Gewissen….

Die Redaktion von PETA50Plus hat daher zusammen mit der Fachreferentin für Bekleidung bei PETA – Johanna Fuoß –  tolle, warme Materialien zusammengestellt.

Die Expertin zum Thema
„Zum Glück gibt es eine Menge tierfreundlicher Alternativen zu Wolle. Dank innovativer Produktionsverfahren steht uns heute eine Vielzahl an pflanzlichen und synthetischen Textilfasern zur Verfügung – damit freuen nicht nur wir uns über neue Kleidung, sondern auch die Schafe!“ so Johanna Fuoß.

 

Warm und kuschelig - ohne Tierleid

Baumwolle

Baumwolle ist die bekannteste Alternative zu Wolle und macht etwa ein Drittel der weltweiten Faserproduktion aus. Sie wird zu luftig leichten T-Shirts, aber auch zu strapazierbaren Stoffen wie Canvas oder Denim verarbeitet und imitiert angeraut die Haptik von Wolle. Ökologisch angebaut ist Baumwolle zudem eine umweltfreundliche Alternative zu vielen anderen Textilfasern. Positiv wirkt sich auch das Tragegefühl aus, da Baumwolle im Gegensatz zu tierischer Wolle sehr weich ist und die Haut weder reizt noch kratzt.

Hanf

Hanf ist eine Pflanze, die viel kann! Er ist extrem widerstandfähig und entwickelt sich schnell zu großen Pflanzen. So kommt er häufig ohne die Verwendung von Pestiziden oder chemischen Düngemitteln aus und ist vollständig kompostierbar. Das macht die Pflanze optimal für den ökologisch-veganen Anbau. Hanfwurzeln wachsen bis zu einem Meter in den Boden und verhindern dadurch Erosion und Nährstoffverluste. Die Textilfaser ähnelt vom Griff und Aussehen Leinen. Darüber hinaus ist er sehr strapazierfähig. ZHanf hat tolle Trageeigenschaften, da er von Natur aus hautfreundlich und antimikrobiell ist.

Leinen/Flachs:

Leinen gilt als besonders umweltfreundlich, da beim Anbau und der Verarbeitung deutlich weniger Pestizide, Düngemittel, Wasser und Energie benötigt werden als bei vielen anderen Kulturpflanzen. Dieser Naturstoff hat seine hohe Reißfestigkeit, wodurch Kleidungsstücke oftmals lange tragbar sind. Stoffe aus Leinen sind kühlend, trocknen sehr schnell und haben antiallergische Eigenschaften, weswegen sich auch Menschen mit empfindlicher Haut in Leinenkleidung wohl fühlen. In Verbindung mit zum Beispiel einer gestrickten Jacke (aus tierleidfreier Wolle :)) sind Leinenblusen und -Hemden im Winter sehr warm und angenehm.

Lyocell/Tencel

Dieser „Wunderstoff“ ist noch nicht so bekannt, was wir gerne ändern möchten. Tencel ist eine Cellulosefaser, die aus dem natürlichen Rohstoff Eukalyptusholz hergestellt wird und aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Der Stoff unterscheidet sich von anderen synthetischen Fasern durch das besonders umweltfreundliche Lyocell- Herstellungsverfahren, das frei von toxischen Lösungsmitteln ist. Zudem werden dabei relativ wenig Wasser und Energie verbraucht. Die Faser ist biologisch abbaubar und leicht zu recyceln – das ist gut für die Uwelt! Durch unterschiedliche Webstile kann Tencel sowohl Wolle, Seide aber auch Wildleder imitieren. Ein Alleskönner für schönste Kleidungsstücke!

Modal

Modal ist eine Viskosefaser, die vorwiegend aus dem Holzzellstoff nachhaltig angebauter Buchen gewonnen wird. Die Produktion ist energie- und ressourcenschonend. Das Modal-Gewebe ist sehr weich und glatt, mit einem mittleren bis hohen Glanz. Es ist circa doppelt so saugfähig wie Baumwolle und trocknet leichter. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass Kleidung aus Modal nicht gebügelt werden muss und ihre Form und Farbe auch nach mehrmaligem Waschen beibehält.

Kunststoff

Kunststoffe wie Polyester oder Polyacryl werden chemisch hergestellt und können daher viele unterschiedliche Stoffarten nachahmen. Vor allem Polyesterfleece hält dank seiner bauschigen Fasern kuschelig warm und trocknet sehr schnell. Es eignet sich daher besonders gut für Wintermäntel. Trotz des Grundstoffes Erdöl wird Polyester in Umweltbenchmarks wie Made By als nachhaltiger eingestuft als Wolle. Dies liegt daran, dass Wolle durch die massive Tierzucht Umweltprobleme mit sich bringt, unter anderem die Verschmutzung von Gewässern durch den verbreiteten Einsatz hochgiftiger Chemiebäder in der konventionellen Schafzucht.

rPET

Mode aus alten Flaschen – so kann man dieses Material in Kurzform beschreiben. “rPET” steht für recyceltes Polyethylene Terephthalate (PET). rPET gehört zur Familie der Polyester und bezeichnet einen aus Plastikflaschen gewonnenen, recycelten Kunststoff. Zum  Beispiel kuscheliges Polyesterflanell wird daraus hergestellt. rPET hat einen um fast 90 Prozent geringen CO2-Fußabdruck als etwa Nylon, einen 75 Prozent kleineren CO2-Fußabdruck als neues Polyester und sogar 50 Prozent weniger Emissionen als Bio-Baumwolle. Ein Material, das man mit gutem Gewissen kaufen kann.

SeaCell:

Aus Algen kann man Mode machen! SeaCell-Fasern verbinden Zellulose mit Algen. Dafür wird getrockneter Seetang grob zerkleinert, gemahlen und mit Zellulosefasern vermischt. Die Braunalgen sind reich an Mineralien und Spurenelementen. Das hat einen tollen Effekt: Sie können auf der Haut entzündungshemmend wirken und Juckreiz lindern. Die poröse Struktur der SeaCell-Textilfasern fördert die Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe, was die Faser auf der Haut im Winter warm und im Sommer kühl hält. Zudem wird SeaCell mit dem Lyocell-Verfahren hergestellt. somit ist somit deutlich umweltfreundlicher als herkömmliche Viskose-Fasern.

Sojaseide

Dies ist wahrlich eines unserer liebsten Materialien: Sojafasern sind ein Nebenprodukt der Sojabohnen-Verarbeitung. Sie sind weich und glänzend wie Seide, haltbar wie Baumwolle und warm wie Kaschmir. Klingt das nicht traumhaft? Sojafasern verfolgen den einzigartigen „Cradle-To-Cradle“-Ansatz und sind komplett biologisch abbaubar. Anders als Wolle kann Sojaseide bedenkenlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Sie schrumpf nicht und verliert nicht an Qualität. Ein weiteres Plus, die Sojaproteinfaser soll ihre ihre feuchtigkeitsspendenden Aminosäuren über die Kleidung an die Haut abgeben.

 

Worauf Sie beim Einkauf achten sollten
Bitte entscheidenen Sie sich immer für tierfreundliche Produkte! Werfen Sie beim Einkauf immer einen Blick auf das Etikett oder die Produktbeschreibung. denn manchmal fühlt man es nicht, was genau in einem Produkt verarbeitet wurde. Fragen Sie im Zweifelsfall per E-Mail oder Anruf beim Hersteller nach und entscheiden Sie sich für vegane Produkte. In unserem PETA-Shoppingguide finden Sie zudem eine große Auswahl an tierfreier Kleidung zum Wohle der Schafe!

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