Für Tierfreunde im besten Alter

Tiere sind keine Sachen!

Tiere sind keine Sachen!

PETA50Plus informiert über tierisches Recht und Unrecht in der Gesetzgebung. Was sagen die Gesetze, wie sieht die Realität aus.

Für viele Menschen ist es ganz klar: Tiere sind keine Sachen! Wer mit einem oder mehreren Tieren sein Leben teilt, der weiß genau, wie schlau, sensibel und liebevoll sie sind. Durch Gestik, Mimik und Laute machen Sie ihre Gefühle und Bedürfnisse deutlich – wir können sie immer verstehen.  Sie bereichern unser Leben und wir kümmern und gerne und rührend um sie.

Doch wie ist die rechtliche Lage der Tiere in unserer Gesellschaft? Und was ist mit all den Tieren, die in Ställen stehen, um als Nahrungsmittel auf den Tellern zu enden? Was geschieht, wenn Tieren Unrecht angetan wird, welche Handhabe gibt es dann?

Die rechtliche Lage

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, Abschnitt 2,  § 90a Tiere gilt folgende Definition:  „Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.“

Noch stärker in der Bedeutung ist Artikel 20a des Grundgesetzes. Hier ist genau festgelegt, wie Verhaltensweisen zu sein haben: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Was bedeutet das?

Das deutsche Grundgesetz ist eines der besten der Welt. Denn hier wird ausführlich auf rechtlicher Basis niedergeschrieben, welche Gesetze für die Gesellschaft zu gelten haben. Doch es gibt eine große Diskrepanz zwischen dem Grundgesetz auf der einen und dem alltäglichen Recht auf der anderen Seite.

Der Schutz von Tieren und Umwelt ist im Grundgesetz festgehalten. Trotzdem werden Tiere gequält und die Umwelt wird weiter zerstört. Schätzungen zufolge werden täglich 100 Hektar Natur zerstört, obwohl dies theoretisch nicht erlaubt ist, Millionen von Tiere leiden in der industriellen Produktion.

Warum ist das so?
Dass Tiere laut Definition keine Sachen sind, ist sehr wichtig und prägt den ethischen Tierschutz. Weniger gut ist die Tatsache, dass sie trotzdem „als Sachen“ behandelt werden, da es nach dem Tierschutzgesetz noch „vernünftige Gründe“ gibt, Tiere zu misshandeln, sie leiden zu lassen oder zu töten.  So gibt es beispielsweise für das Mästen von Rindern, Hühnern, Kaninchen und Schweinen Mindestanforderungen an die Lebensbedingungen, für Puten beispielsweise gibt es diese Regelung jedoch nicht. Daher haben diese in ihrem kurzen Leben in der Mast noch mehr Schmerzen, Leid und Elend zu ertragen als  andere Tiere. Denn sie werden „als Sache“  behandelt.

In der Rechtsprechung ist es immer so, dass die Religions- oder Berufsfreiheit der Menschen vor die Rechte der Tiere gestellt sind.  Das bedeutet zum Beispiel, dass es sehr schwer ist, den Betreiber einer Farm für sogenannte Pelztiere zur Rechenschaft zu ziehen, wenn dieser einen gelernten Beruf ausübt. Ist er zum Beispiel Tierpfleger oder gelernter Landwirt, so ist die Handhabe sehr schwierig. Einmalig war der Fall, dass ein solcher Mensch keinen erlernten Beruf hatte. Hier wurde dann zugunsten der Nerze entschieden, er durfte die Farm mit tierunwürdigen Verhältnissen ohne Sachkundenachweis bzw. Berufsnachweis nicht mehr führen. Auch im Fall des Einsatzes von Teletakt (Reizstrom)- Geräten in der Hundeausbildung kam in der Rechtsprechung der Artikel 20a GG  zum Tragen: Hier wurde zugunsten der Hunde entschieden, dass der Einsatz dieser schmerzhaften und negativen Trainingsmethode verboten ist, auch wenn Berufstrainer diese weiter anwenden wollten.

Es hängt immer auch von den Richtern ab, wie im Einzelfall entschieden wird. Es gibt theoretisch die Möglichkeit, die Rechte der Tiere vermehrt sprechen zu lassen. Häufig wird jedoch im Sinne einer Lobby mit wirtschaftlichen Hintergründen entschieden – und nicht für die Tiere. PETA stellt regelmäßig Strafanzeigen gegen Tierquäler und verleiht den Tieren somit eine Stimme.

Was soll sich zukünftig ändern?

Neben der Verabschiedung von Verbandsklagegesetzen in den Ländern und dem Bund setzt PETA  sich dafür ein, dass Tiere im Gesetz als „nicht menschliche Personen“ anerkannt werden und dafür, dass die Rechtsprechung mehr und mehr die Rechte der Tiere berücksichtigt – wo immer es eine Handhabe gibt.

Wären Tiere als „nicht menschliche Personen“ anerkannt, so stünden ihnen Persönlichkeitsrechte zu. Das wiederum bedeutet, dass nicht mehr automatisch die Berufs- und Religionsfreiheit vor den Rechten der Tiere Beachtung finden würde. Die Interessen müssten dann mit gleichem Gewicht betrachtet, abgewogen und beurteilt werden!

Denn, vergessen wir nicht: „Ich bin ein Tier, du bist ein Tier, wir alle sind Tiere – wir alle haben Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche, Sprachen und den Wunsch, frei von Unterdrückung zu leben“.   (Zitat von Ingrid Newkirk, Gründerin und Vorsitzende von PETA)

Wir alle möchten frei sein von Leid und Schmerzen, die uns zugefügt werden.

Was Sie tun können

Bis sich Gesetze ändern, vergeht zumeist viel Zeit. Jeder Einzelne kann mit seinen täglichen Entscheidungen dazu beitragen, Tierleid zu vermeiden. Werden keine Tierqual-Produkte mehr gekauft, so werden sie auch nicht mehr produziert. Je mehr Menschen sich dessen bewusst sind und danach handeln, desto besser ergeht es den Tieren. Dies bezieht sich auf Nahrungsmittel, aber auch auf alle anderen Bereiche des Lebens. Starten Sie ein veganes Leben!

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Foto: (c) Jo Anna McArthur – We Animals

 

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