Für Tierfreunde im besten Alter

Streicheln oder Essen?

Streicheln oder Essen?

Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Essgewohnheiten. Wo in Deutschland ohne darüber nachzudenken Rinder gegessen werden, ist dies für viele Menschen in Indien undenkbar. Hier streicheln die Enkelkinder ihr Meerschweinchen, in Südamerika steht es auf dem alltäglichen Speiseplan. In China ist das Fleisch von Katzen und Hunden ein gängiges Lebensmittel, hier in Deutschland führt dies zu einem Aufschrei in der Gesellschaft. Daher in diesem Artikel Gedanken zum Thema: Streicheln oder Essen?

Aber ist es fair zu unterscheiden, welches Tier mehr wert ist als ein anderes Lebewesen?

Deshalb fragen wir unsere Leser ganz direkt:

Wenn Ihre Katze nach Huhn schmecken würde, würden Sie sie dann essen?

Diese Frage scheint provokant zu sein, doch jeden Tag unterscheiden wir zwischen den süßen “Haustieren”, die gestreichelt, gehegt und gepflegt werden, die regelmäßig bei Tierarzt ihre Impfung bekommen und bei deren Tod wir um sie trauern und zwischen sogenannten “Nutztieren”, deren leben uns oft wenig interessiert und von denen wir später höchstens noch das “Putenfilet” in den Kühlregalen des Supermarktes zu sehen bekommen. Die kulturelle Prägung macht uns schon als Kind klar: Dieses Tier darf man essen, das andere nicht.

Wer hierzulande in den Medien sieht was mit Hunden und Katzen in China passiert, ist empört.  Doch auch hierzulande werden Millionen Hühner, Schweine und Kühe für die Ernährungsindustrie in engen Ställen gehalten und am Ende ihres kurzen, tristen Lebens werden sie in einem Schlachthof getötet. Häufig sind die Tiere dabei nicht richtig betäubt und erleiden starke Schmerzen. Das alles geschieht hinter verschlossenen Türen und nur Undercover-Aufnahmen liefern die Beweise.

Zeit für Veränderung. Zeit für Gedanken.

Es ist an der Zeit sich zu fragen, warum wir Menschen uns das Recht herausnehmen, Tiere für unsere Ernährung zu töten und warum wir emotional zwischen den bei und im Haushalt lebenden Tieren und den Lebewesen, die wir Essen, unterscheiden.

Aus psychologischer Sicht gibt es hierfür zwei Gründe. Der erste lautet „Versachlichung“. Menschen nehmen eine große Anzahl von Tieren nicht mehr als Lebewesen mit Gefühlen wahr, sondern als „Biomaschinen“. Diese verbringen ihr kurzes Leben weit von uns weg in großen Mastanlagen und werden dann als große Menge geschlachtet. Gerechnet wird hier nicht in leidensfähigen Lebewesen, sondern in Tonnen. Das macht es einfacher.

Der zweite Grund ist die „Ent-Individualisierung“. Man ist es gewohnt, die Tiere nur noch als Gruppe bzw. Gattung zu sehen. Es gibt Schweine, Kühe und Schafe. Aber man weiß nichts über das einzelne Tier. Nichts über seine Gewohnheiten und Vorlieben. Es ist Teil einer großen, undefinierten Masse. Man kann sich selber fragen: Würde ich das Steak essen, wenn ich wüsste, dass die Kuh am liebsten hinter den Ohren gestreichelt wurden? Dass sie sehr gerne Löwenzahn mochte, aber meistens Getreidemehl zu fressen bekam und dass sie mehrere Tage trauerte, als man ihr ihr Kälbchen nahm? Über den eigenen vierbeinigen Freund wie Hund und Katze weiß man alles. Ihn würde man nicht essen.

Je mehr Opfer, desto weniger Wirkung.

Je größer die Anzahl der Opfer, desto mehr verdrängen und entpersonalisieren Menschen diese Opfer – ganz gleich, ob es sich dabei um Mitmenschen oder Tiere handelt. Die emotionale Reaktion nimmt proportional zur steigenden Opferzahl ab. Es wurde mittlerweile in psychologischen Studien nachgewiesen, dass dieses „Verdrängen“ bereits ab 2 Opfern beginnt. Einzelne Opfer – zum Beispiel ein ertrunkenes Hundebaby im Kanal- erregen viel mehr unser Mitgefühl, als eine große Zahl an Opfern – zum Beispiel 100 Erdbebenopfer.

Wenn man sich also vorstellt, dass in Deutschland jährlich mehrere hundert Millionen Tiere geschlachtet und getötet werden, dann kann man sich das eigentlich nicht vorstellen – diese Zahl ist zu hoch, zu abstrakt, zu unwirklich. Wir können mit ihr nicht viel anfangen und sie macht uns deshalb auch nicht so betroffen, wie wenn uns etwa die Nachricht erreicht, dass jemand einen Hund von einer Brücke geworfen hat.

Maria Theresa sagte dazu „Wenn ich nur die Masse im Blick habe, werde ich nie aktiv werden“.

 

Die drei „N’s“ auf dem Weg zur Veränderung

Wer sich auf den Weg macht und seine Wahrnehmung und damit auch seine Ernährung verändert, der wird durch sich selber und auch durch seine Umwelt immer wieder auf die drei „N’s“ stoßen: Normal, natürlich & notwendig.

Aber ist es das wirklich? Was ist schon normal, natürlich & notwendig? Wir leben in einer Gesellschaft und in einem Zeitalter, in dem Rauben und Morden ebenso wenig gesellschaftsfähig ist, wie Sklaverei und Unterdrückung – Verhaltensweisen, die zu anderen Zeiten vollkommen „normal“ waren. Wir haben Autos, anstatt zu laufen. Wir bauen Flugzeuge und wir benutzen Mobiltelefone. Ist das „natürlich“? Wir leben im Konsum und umgeben uns mit zahllosen Dingen, die wir nicht dringend brauchen. Ist das „notwendig“?

Jeder Einzelne entscheidet jeden Tag, wie er das eigene Leben und damit auch das Leben anderer Menschen und Tiere beeinflusst. Eine tolle Chance auf Veränderung und die Möglichkeit ein Vorbild zu sein. Für die eigene Familie und das soziale Umfeld.

Wer Lebewesen schätzt, kann sich vegan ernähren. Ein Umstieg ist in jedem Alter möglich. Die Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden steigern sich. Vegane Ernährung wirft zu Beginn zahlreiche Fragen auf. PETA hilft, die wichtigsten Fragen zu klären.

Lesen Sie mehr in unserer Rubrik „Ihr Hausarzt“ und im Bereich „Gesundheit und Ernährung“. Gerne senden wir Ihnen die PETA Veggie-Broschüre zu! Bestellen Sie es hier: www.peta.de/web/veggiestarter.30.html

Mehr Informationen rund um das Thema Veganismus

www.peta.de/web/warumvegan.71.html

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