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Star-Tenor Lance Ryan im Gespräch

Star-Tenor Lance Ryan im Gespräch

Er steht auf den Bühnen dieser Welt und singt sich in die Herzen des Publikums. Star-Tenor Lance Ryan ist überzeugter Veganer und hat mit PETA50Plus über seine Lebenseinstellung gesprochen.

Star-Tenor Lance Ryan im Gespräch: Er ist einer der gefragtesten Heldentenöre weltweit. Neben den Tenorrollen in den Opern von Richard Strauss sind es vor allem Wagnerpartien, mit denen der Kanadier große Erfolge feiert.

Nach seiner Ausbildung u.a. bei Gianni Raimondi und Carlo Bergonzi sowie ersten Karriereschritten  in Italien, übersiedelte Ryan 2005 nach Deutschland, um seine Laufbahn im deutschen Fach zu entwickeln. Als Ensemblemitglied am Badischen Staatstheater hatte er viele Gelegenheiten zu wichtigen Rollendebüts.

Eine rege Gastiertätigkeit führte ihn schon bald an viele Opernhäuser Europas: Siegfried sang er zum Beispiel 2014 an der Deutschen Oper Berlin unter Donald Runnicles; 2013 u.a. in Bayreuth, an der Bayerischen Staatsoper München unter Kent Nagano und im Frankfurter Ring unter Sebastian Weigle.

Die ganze Welt ist sein Zuhause, wo er Auftritt, wird er stets gefeiert.

Seit einiger Zeit lebt der Tenor vegan. Eine Entscheidung, die nicht nur zu einer großen Gewichtsreduktion führte, sondern ein ganz neues Lebensgefühl hervorzauberte.

PETA50Plus hat sich mit Lance Ryan getroffen und über seine rein pflanzliche Ernährung sowie die damit verbundenen positiven Veränderungen gesprochen.

Im Gespräch mit Lance Ryan

Sie ernähren sich seit einiger Zeit vegan. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Meine Frau Viviana fing einige Monate vor meiner Entscheidung an, sich vegan zu ernähren. Dann habe ich „China Study“ von Dr. Colin Campbell gelesen. Seine Argumente waren so sinnvoll und einfach dargestellt, dass ich dachte: „Ich wäre blöd, einem solchen Hinweis nicht zu folgen!“

Wie fühlen Sie sich im Vergleich zu den Jahren, in denen Sie sich nicht rein pflanzlich ernährt haben?

Persönlich fühle ich mich x-mal besser! Ich glaube, dass der Unterschied für jeden anders sein kann, aber meiner Erfahrung nach sind die zwei Ernährungsformen unvergleichbar. In den letzten acht Jahren habe ich schrittweise 25 Kilo abgenommen, und meine Gesundheit ist heute spitze. Beim letzten Arztbesuch sagte mir der Arzt: „Sie sind als Patient sehr langweilig.“ Ich denke, dass jeder so etwas von seinem Arzt hören möchte.

Sie sind sehr viel unterwegs, da Sie auf den größten Bühnen der Welt singen. Wie lässt sich Ihre vegane Ernährung realisieren, wenn Sie auf Tournee sind?

Lance Ryan begeistert auf großen Bühnen sein Publikum. foto: (c) frei / pixabay

Lance Ryan begeistert auf großen Bühnen sein Publikum. foto: (c) frei / pixabay

Na, am Anfang ist es nicht leicht, eine Diät auf Tournee einzuhalten. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran, die passenden Restaurants, Imbisse oder Bioläden vor Ort auszuwählen. Manche Länder verfügen über ein vielfältigeres Angebot an veganen Speisen als andere. Während es in Deutschland relativ einfach ist, da die Bewusstheit/Kenntnis über den Veganismus größer ist, ist es in Frankreich nach wie vor schwierig. Die Franzosen wollen nicht zugeben, dass ihre Küche weiterentwickelt werden sollte. Aber mir ist sehr klar, dass es jedes Jahr leichter wird, sich in Restaurants vegan zu ernähren. Man findet heutzutage kaum noch Kellner, die nicht wissen, was das Wort „vegan“ bedeutet. Das Angebot und die Auswahl für Veganer differenzieren sich allmählich, und die Restaurants kommen immer mehr veganen Wünschen entgegen.

Hat Ihre Ernährungsumstellung auch Ihre Sichtweise auf die Welt verändert? Zum Beispiel auf die Natur, die Tiere und die Umwelt?

Unbedingt! Meine Umstellung auf veganes Essen war eigentlich eine persönliche, egoistische Entscheidung. Nach und nach haben die Folgen meiner Entscheidung mich darüber aufgeklärt, wie ernst die Einstellung eines Veganers ist. Die Tragweite der Auswirkung dieser Ernährungsweise auf die Umwelt ist wohl dokumentiert, da heutzutage Nachhaltigkeit ein Riesenthema ist. Veganer sind grün, was gar nicht zu unterschätzen ist. Zudem finde ich das ganze Argument von Selbstbewusstsein sehr interessant. Menschen sind auch Tiere, und nur die Tatsache, dass wir wissen, zu wissen, bedeutet nicht, dass wir die einzigen Selbstbewussten der Erde sind.

Gefühle haben in den letzten Jahren wieder große Aufmerksamkeit erregt (an Bedeutung gewonnen), da wir nun aus psychologischer Sicht verstehen, wie stark Gefühle unser logisches Denken steuern. Das bedeutet, dass Gefühle eine große Rolle in unserem Unbewussten spielen. Übrigens hat uns Dr. Sigmund Freud schon vor langer Zeit erklärt, wie mächtig das Unbewusste ist. Also können jetzt alle zugeben, dass Tiere Gefühle spüren – cartesianische Gedanken* über Tiere gelten nicht mehr. Die Logik führt uns dazu, uns einzugestehen, dass Tiere selbstbewusste Lebewesen sind. Und damit bleibt die Frage: Können wir diese selbstbewussten Lebewesen mit reinem Gewissen zu unseren menschlichen Wünschen ausbeuten? Ich glaube nicht.

Kochen Sie gerne? Wenn ja, würden Sie uns Ihr Lieblingsgericht verraten?

Eigentlich koche ich nicht gerne, aber da ich viel Zeit allein in verschiedenen Wohnungen verbringe, koche ich gezwungenermaßen. Deswegen sind alle meine Lieblingsgerichte sehr einfach und praktisch. Eines von ihnen ist Pasta ai Broccoli. Das ist Vollkornpasta mit Brokkoli, Knoblauch und Chilischote, alles in der Pfanne gebraten. Es ist einfach, pikant und köstlich!

Wir danken Lance Ryan für das offene Gespräch!

 

Weitere Informationen

PETA50plus.de/veganstart-jetzt-mitmachen

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Erläuterung: * René Descartes  (31. März 1596  † 11. Februar 1650) war ein französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.

Descartes gilt als der Begründer des modernen frühneuzeitlichen Rationalismus. Sein rationalistisches Denken wird auch Cartesianismus genannt. Von ihm stammt der berühmte Ausspruch: „cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich.“), der die Grundlage seiner Metaphysik bildet. Über diesen Ansatz hat er  das Selbstbewusstsein als genuin philosophisches Thema in die Wissenschaft eingeführt.

Quelle / Foto: (c) Jochen Klink

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