Für Tierfreunde im besten Alter

Stadttauben – wo ist das Problem?

Stadttauben – wo ist das Problem?

Würde man in unseren Städten Hunde oder Katzen so behandeln, wie wir mit den Stadttauben verfahren, gäbe es empörte Proteste unter den Tierfreunden. Seltsamerweise registriert kaum jemand, dass jeden Tag unzählige dieser Vögel vor unseren Augen ums Überleben kämpfen.

Kaum jemand stört sich daran, dass sie auf behördliche Anordnung elend verhungern, dass sie wie Ungeziefer von jedem verscheucht und gejagt werden dürfen, geschwächte, abgemagerte Tiere, zum Teil mit grauenhaften Verletzungen und verkrüppelten Beinen …und alle verzweifelt auf der Suche nach etwas Futter.

Unser PETA50Plus Gastautor und bekennender Tierfreund Horst Plohnke hat sich diesem Thema in einem Artikel gewidmet.

Stadttauben – wo ist das Problem?

Viele Menschen reden heutzutage von den sogenannten Stadttauben als gefährliche Wildtiere, die Krankheiten übertragen und deren Kot unsere Gebäude beschädigen würde. Diesen schlechten Ruf haben die Tiere zu Unrecht. Vielmehr sind sie die Nachfahren der vom Menschen jahrtausendelang gezüchteten „Briefboten“, denen in Geschichten oft eine Schlüsselposition zukam.

Ich erinnere mich, wie gerne ich als Kind Romane gelesen hatte, in denen Brieftauben als wichtige Figuren vorkamen. Da wurden von Herrscherhäusern friedliche wie auch kriegerische Botschaften per Taube an andere gesandt. Aber auch Intriganten u.a. nutzten den „Brieftaubenverkehr“ um ihr falsches Ränkespiel buchstäblich im Fluge verbreiten zu können. Unschuldige Gefangene in den Türmen der Burgen hofften über die
Brieftauben als Bote auf ihre Unschuld hinzuweisen. Und dann war da noch das im Verlies eingesperrte Burgfräulein…Meistens bangte und hoffte ich mit der Brieftaube, dass sie es schafft – aber manchmal wollte ich auch das Gegenteil: dass sie abgefangen wird und ihre wertvolle Information nie ihren beabsichtigten Empfänger erreicht. Es war alles so spannend und mit der Taschenlampe unter der Bettdecke fieberte ich dem Ausgang der Geschichte entgegen.

Und heute?

Wie so oft hat die Misere der heutigen Stadttauben ihren Ursprung in menschlichem Verhalten. Schließlich sind die Vögel die verwilderten Brüder und Schwestern der Brieftauben. Genau wie sie sind die Stadttauben in der Wildnis nicht überlebensfähig, weshalb sie sich in der Nähe von Menschen aufhalten. Dort sind sie der Willkür von Behörden, Anwohnern und Passanten ausgesetzt und angewiesen auf deren wie auch immer entsorgten Essensreste. Wo Tauben sich aufhalten wird gleich mit Fütterungsverboten gedroht, Kinder machen sich einen Spaß daraus, die Vögel zu verjagen und die Eltern klatschen oft Beifall. Darauf angesprochen, was die Tauben ihnen denn getan hätten, gucken sie nur etwas irritiert und gehen dann weg.

Ich meine, dass die positive Aufklärung über die Stadttauben intensiviert werden und die
Einrichtung von „Taubenhotels“ gefördert werden muss. Dort werden die Tiere mit frischem Wasser und Futter versorgt und die Eier werden, aus Gründen der Populationskontrolle, gegen Gipsattrappen ausgetauscht. Mittlerweile gibt es viele Vereine, die sich der Stadttauben annehmen. In meiner Heimat beispielsweise gibt es den Hamburger Stadttaubenverein e.V., der häufig mit dem Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. kooperiert. Die beiden haben sich etwa dafür eingesetzt, dass im Dachgeschoss des Hamburger Hauptbahnhofs ein Taubenschlag mit Raum für etwa 150 Tauben eingerichtet wird. Auch auf der Centrum-Moschee an der Böckmannstraße ist nun ein Taubenschlag mit Platz für etwa 200 Vögel. Auf dem Gelände des Tierschutzvereins selbst fühlen sich rund 150 Tauben auf einem umgebauten Bürocontainer wohl. Ich hatte die Ehre, diese Unterkunft im Rahmen eines Spendenaufrufs auf den Namen „Taubenhort“ zu taufen.

Nicht nur die Stadttauben brauchen unserer Hilfe. Als Gegner von Tierversuchen halte ich z.B. zwei Mal die Woche morgens von 6 bis 8:15 Uhr mit anderen Aktivisten eine Mahnwache vor dem LPT-Tierversuchslabor in Hamburg-Neugraben. Davon berichte ich in einem anderen Artikel.

Horst Plohnke

Wir danken Horst Plohnke für diesen Artikel und möchten mit auf den Weg geben: JEDES Engagement für Tiere zählt. Und mag es noch so klein sein! Gemeinsam können wir die Welt für Tiere verbessern.

Über den Gastautor

(c) Horst Plohnke / privat

Horst Plohnke ist Ende 70 und lebt mit seiner Frau nahezu vegan. Er steht mehrmals pro Woche im Morgengrauen auf, um vor den Toren der LPT gegen die Tierversuche zu demonstrieren – seit Jahren und bei Wind und Wetter! Darüber hinaus engagiert er sich für zahlreiche weitere tierrechtliche Themen. Was ihn ausmacht? Er schaut hin und nimmt Leid wahr, er versucht das Leben von Tieren zu verbessern, in dem er die Menschen auf Missstände aufmerksam macht. Das ist nicht einfach und fordert Durchhaltevermögen.

Was Sie tun können

Sie sehen Tierleid in Ihrer Umgebung? Schauen Sie hin, informieren Sie die Behörden oder PETA und bieten Sie Hilfe an. Entscheiden Sie sich jeden Tag für ein tierfreundliches Leben. Denn: Es sind wir Menschen, die das Leben von Tieren verändern können.

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