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Schmetterlinge: Alarmstufe rot!

Schmetterlinge: Alarmstufe rot!

Bildhübsch, zart…und in Lebensgefahr!

Die PETA50Plus Gastautorin Bettina Marie Schneider hat sich dieses Mal mit Schmetterlingen beschäftigt. Wir alle lieben ihre Sanftheit, den zarten Flügelschlag und das brillante Farbenspiel ihrer Flügel. Aber zugleich bringen wir sie in Gefahr: Sie ersticken unter Pestiziden und haben nicht mehr ausreichend Lebensräume.

Zeit zum Handeln für uns Menschen!

Über Schmetterlinge

Die meisten von uns wissen erstaunlich wenig über diese zarten Wunder der Natur. Dabei sind sie mit über 150 000 Arten nicht nur die beliebteste sondern auch eine der größten Insektengruppe überhaupt.

Sie flattern mit einer Flügelspannweite zwischen winzigen drei Millimetern und eindrucksvollen 32 Zentimetern bereits seit der Kreidezeit, also seit etwa 150 Millionen Jahren. Obwohl sie so zerbrechlich wirken: Dank ihrer Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Klimabedingungen sind sie fast überall zu finden, wo es Blütenpflanzen gibt. Ob in der Tundra, den Hochgebirgen oder im Dickicht der Regenwälder.

Faszinierende Verwandlungskünstler

(c) pixabay / unlimited Freigabe

Schmetterlinge sind Meister der Verwandlung, ihr Leben ist eine einzige Veränderung! Die wunderbare Metamorphose beginnt mit einem winzigen Schmetterlingsei. Aus diesem schlüpft eine ebenso winzige Raupe, eine kleine Fressmaschine, deren einziges Ziel ist, so viel wie irgend möglich zu fressen und zu wachsen. Täglich vertilgt sie das Mehrfache ihres Körpergewichtes, meist Blätter, bis sie keinen Platz mehr in ihrer Raupenhaut hat und sich häutet. Nach mehrfacher Häutung ist sie ausgewachsen und verpuppt sich mittels feiner Gespinstfäden, die sie selbst produziert. Und dann passiert etwas Faszinierendes. Im Verborgenen dieser Puppen findet ein kleines Wunder statt:
Geschützt vom sicheren Panzer der Puppe, löst die Raupe sich einfach auf. Alle Organe, die bisher für ein Raupenleben benötigt wurden, formen sich auf wundersame Weise um und bilden nach Vollendung der Metamorphose etwas völlig Neues: Einen Falter! Die Puppe platzt auf und ein Schmetterling erblickt das Licht der Welt.

Ehe er seine neuen Flügel benutzen kann, muss er Blut und Luft hinein pumpen, um sie aufzuspannen. So vergehen einige Stunden, denn die  feuchten, zerknitterten Flügel müssen erst getrocknet und entfaltet werden. Dann kann die kleine Raupe fliegen!

Die Lebensdauer  eines Falters ist sehr unterschiedlich. Sie beträgt bei manchen Arten nur einen einzigen Tag, kann aber auch bis zu 13 Monaten dauern, wie beim Zitronenfalter. Er überwintert ungeschützt in Eis und Schnee. Das funktioniert, weil er einen Teil seiner Körperflüssigkeit durch eine Art körpereigenes Frostschutzmittel ersetzt. Schmetterlinge, die Nahrung aufnehmen leben grundsätzlich länger als solche, deren Mundwerkzeuge verkümmert sind und die einzig die Reserven aus der Raupenzeit aufbrauchen. Es ist für sie deshalb sehr wichtig, möglichst schnell einen Partner für die Paarung und Fortpflanzung zu finden.

Schmetterlinge sind wahre Meister der Sinne

Mit ihren feinen Antennen und den Facettenaugen reagieren alle Schmetterlinge hochsensibel auf Gerüche und optische Reize. Den Duft der Pflanzen nehmen sie über die Fühler wahr. Besonders ihr Geruchssinn ist extrem gut ausgeprägt und funktioniert selbst über große Distanzen. Jede Art hat ihre eigene Duft Visitenkarte. Ein paarungsbereites Weibchen scheidet Duftstoffe, sogenannte Pheromone, aus. Männliche Schmetterlinge nehmen selbst die winzigste Verdünnung davon noch über weite Entfernungen mit ihren sensiblen Antennen auf und reagieren auf die Sexual Lockstoffe der Weibchen.

Der Geruch spielt auch bei der Nahrungssuche eine große Rolle. Pflanzen locken jedoch nicht nur mit Duft sondern auch mit Farbkontrasten und komplexen Mustern der Blüten ihre Gäste an. Schmetterlinge haben dank ihrer Facetten- und Punktaugen ein großes Spektrum für optische Reize und bevorzugen je nach Art, bestimmte Blütenfarben und Formen.

Über den Rüssel wird die Nahrung, meist flüssiger Blütennektar, eingesogen. Interessanterweise sitzen die Geschmacksknospen nicht am Rüssel sondern auf den Füssen der Schmetterlinge. Während sie anmutig von Blüte zu Blüte flattern, helfen sie auch den Pflanzen sich zu vermehren. Die Pollen bleiben am Rüssel und an der feinen Behaarung hängen und werden bei der nächsten Pflanze wieder abgestreift.

Nur Ansehen, nicht berühren!

Der feine Staub, der auf den Fingerspitzen zurückbleibt, wenn man einen Schmetterling anfasst, ist in Wirklichkeit die Substanz winziger Schüppchen. Sie überziehen die Flügel und enthalten Farbpigmente, die dem Schmetterling sein typisches Muster geben und den Flug stabilisieren. Der Schmetterling kann den Verlust der Schüppchen zwar meist wieder ausgleichen und nach wie vor fliegen. Trotzdem sollte man seine Flügel nach Möglichkeit niemals berühren, denn die transparente Membran ist so zart, dass sie leicht reißt.

Alarmstufe Rot für die Schmetterlinge

Schmetterlinge sind ein äußerst wichtiger Bestandteil des ökologischen Netzes. Neben den Bienen sind sie die wichtigsten Bestäuber und ihre Eier und Raupen dienen als Nahrungsquelle für Vögel und andere Insekten. Sie reagieren sehr empfindlich auf ökologische Veränderungen. Verschwinden Schmetterlinge aus einem Gebiet, ist dies ein wichtiges Warnsignal, denn immer sind auch andere Arten betroffen.

Mehr als dreiviertel aller Tagfalter, ca 80 Prozent (!) stehen bereits auf der roten Liste der bedrohten Arten. Der Rückgang hat dramatische Ausmaße erreicht. Schuld daran ist, und das ist jetzt sicher keine Überraschung,  der Mensch!

Die neuen, riesigen Monokulturen werden von den meisten Schmetterlingsarten gemieden. Genmanipulierter Mais, der giftige Bodenbakterien produziert, deren Toxine sich auch in den Maispollen sammen und über die Luft auf umliegende Pflanzen gelangen, schaden nicht nur den Schmetterlingen sondern auch den Raupen. Flächendeckender Pestizid- und Insektizideinsatz, das Verschwinden von Wiesen und Wäldern, die für Straßen und Neubauten weichen müssen, Feuchtwiesen, die durch Trockenlegung und Überdüngung zerstört werden und der Rückgang natürlicher Grünflächen macht den Schmetterlingen das Überleben zunehmend schwerer. Selbst in unseren Gärten finden die Nützlinge nicht immer ausreichend Nahrung.

(c) pixabay – unlimited Freigabe

Was können wir tun?

Doch dagegen lässt sich leicht etwas unternehmen. Bestimmte Pflanzen verschönern nicht nur den Garten, sie bieten Bienen, Hummeln und Schmetterlingen ausreichend Pollen und Nektar sowie einen geeigneten Lebensraum. Das A und O eines schmetterlingsfreundlichen Gartens sind die richtigen Pflanzen. Oftmals werden Futterpflanzen für Raupen vergessen, denn im Gegensatz zu den Schmetterlingen, bedienen sich Raupen nicht am Nektar, sondern an den Blättern der Pflanzen. Je vielfältiger das Angebot im Garten, desto besser! Sie müssen ja nicht gleich den ganzen englischen Rasen in eine Schmetterlingswiese verwandeln. Aber man kann Übergangsbereiche, „wilde Ecken“ oder einen Wiesenstreifen mit schmetterlingsfreundlichen Wiesenblumen anlegen. Vor allem aber: Lassen Sie Brennnesseln stehen! Viele Raupenarten ernähren sich ausschließlich davon.

Pflanzen Sie Blumen, die Schmetterlinge mögen! Sie lieben blühenden Salbei und andere Kräuter (geht auch auf dem Balkon), Flieder, Ringelblumen, Petunien, Fette Henne, Lavendel , Thymina oder Wildrosen.

Wasser und Zuckerwasser zur Stärkung ! Wer zusätzliche Nahrung anbieten möchte, kann Schmetterlingen Zuckerwasser bereitstellen. Eine normale Insektentränke ist übrigens für Schmetterlinge gefährlich, denn sie können leicht ihre Flügel beschädigen oder verkleben. Im Handel gibt es geeignete Schmetterlingstränken, ein Stein mit einen Schwamm funktioniert aber ebenfalls.

Keine Pestizide verwenden! Wer Bio kauft, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes sondern hilft auch den Schmetterlingen! In der Bio Landwirtschaft werden weniger Pestizide eingesetzt. Und bitte nicht vergessen….Lassen Sie die Brennnesseln stehen!

Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.

Über Bettina Marie Schneider

(c) privat / Bettina Marie Schneider

Die ehemalige Flugbegleiterin ist 54 Jahre alt und konnte sich durch ihren Beruf ein Bild über die Lebensbedingungen von Tieren in der Welt machen. Viel Leid und Elend ist ihr dabei begegnet. Heute schreibt die engagierte Tierschützerin in ihrem eigenen Blog „Gutes-Karma-to-go“ über die facettenreichen Themen des Lebens. Darüber hinaus bloggt sie für die Huffington Post und beim Schweizer Magazin 50+.

Doch sie tut noch mehr, sie packt an und hilft syrischen Flüchtlingen, ihren Familien und ihren Tieren. Mit dem von ihr gegründeten Verein: “Frieden für Pfoten – Peace4Paws“ hilft sie, wo immer es möglich ist – Danke Bettina!

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