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Schimpansen im Zoo Wuppertal: Kritik am Gutachten aus Gefälligkeit

Schimpansen im Zoo Wuppertal – PETA übt scharfe Kritik an dem Gefälligkeitsgutachten und fordert die sofortige Umsetzung der neuen Zoorichtlinien.

Vor Kurzem berichtete PETA50Plus darüber, dass sich der gebürtige Wuppertaler Schauspieler Christoph Maria Herbst in einem Schreiben an die zuständigen Politiker wandte, um sich für bessere Lebensbedingungen der beiden Menschenaffen Epulu und Kitoto einzusetzen.

Zum Glücklichsein benötigen Affen die Freiheit. Foto: (c) frei

Zum Glücklichsein benötigen Affen die Freiheit. Foto: (c) frei

Nun Gerät der Zoo Wuppertal erneut in die Kritik: Nach Medienberichten über den regelmäßigen Einsatz von Psychopharmaka bei Schimpanse Epulu hat der Zoo nun in einer Pressekonferenz zu den Vorwürfen und den Haltungsbedingungen der beiden Menschenaffen Epulu und Kitoto Stellung genommen. Das beschönigende Ergebnis eines von der Wuppertaler Zoodirektion in Auftrag gegebenen Gutachtens sieht die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. angesichts der mangelhaften Haltungsbedingungen kritisch.

Der vom Zoo hinzugezogene Gutachter Dr. Wolfram Rietschel ist als Tierarzt für gut 40 Schimpansen im sogenannten Schwabenpark verantwortlich, in dem die behördlichen Mindestanforderungen für die Menschenaffen laut einem 2012 veröffentlichten Gutachten der baden-württembergischen Landesregierung seit Jahren deutlich unterschritten werden. PETA kritisiert zudem, dass im Zoo Wuppertal trotz der heute angekündigten Verbesserungen die neuen Zoorichtlinien, die morgen vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlicht werden, weiterhin drastisch verfehlt werden. Demnach muss Schimpansen künftig ein eigenes Außengehege und insgesamt ein Gehege von mindestens 400 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die vom Zoo Wuppertal ab Juni geplante Mitnutzung des Bonobo-Außengeheges ist nach Auffassung von PETA keinesfalls ausreichend, da die beiden Tierarten das Gehege in einer Art „Timesharing-Modell“ nur anteilig nutzen können – ein klarer Verstoß gegen die Zoorichtlinien.

PETA zur Sachlage: Angesichts der desolaten Lebensbedingungen überrascht es kaum, dass einige Medien aktuell über den regelmäßigen Einsatz von Psychopharmaka bei Schimpanse Epulu berichten. Daran ändert auch ein Gefälligkeitsgutachten nichts. Laut einem aktuellen Bericht der Tageszeitung „Die Welt“, die sich auf einen ehemaligen Wuppertaler Tierpfleger beruft, soll Schimpanse Epulu jahrelang Psychopharmaka erhalten haben, um seine Gefangenschaft erträglich zu machen.

PETA setzt sich seit zwei Jahren für bessere Lebensbedingungen der Schimpansen Epulu und Kitoto ein, die im Zoo Wuppertal in einem etwa 45 Quadratmeter kleinen stinkenden Betonraum ohne Außengehege ausharren müssen. Der renommierte Primatenforscher Prof. Dr. Sommer spricht von einer „Schande für Wuppertal“. Auf der PETA-Internetseite können sich Tierfreunde ein Video über die tristen Lebensbedingungen der Wuppertaler Schimpansen ansehen und einen Online-Protest an die Zoo-Verantwortlichen unterstützen.

 

Weitere Informationen:

PETA.de/SchimpansenWuppertal
PETA.de/ZooIrrtuemer

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