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Rot-Grün zieht im Koalitionsvertrag geplante Jagdgesetznovelle zurück

Rot-Grün zieht im Koalitionsvertrag geplante Jagdgesetznovelle zurück

PETA50Plus übt scharfe Kritik an der Rot-Grünen Kursänderung und appelliert an die Politik, den Tierschutz vor jagdliche Interessen einer Minderheit zu stellen.

Rot-Grün zieht im Koalitionsvertrag geplante Jagdgesetznovelle zurück, eine Entscheidung gegen den Tierschutz: Laut einem aktuellen Artikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat Landwirtschaftsminister Christian Meyer die längst überfällige und im Koalitionsvertrag geplante Novellierung des niedersächsischen Jagdrechts zurückgezogen. Nach Konflikten mit Niedersachsens Jägerschaft plädierte der Grünen-Politiker für eine „Schonzeit“ bis zum Ende der Legislaturperiode.

Fangeisen sind Tierqual. Foto: (c) PETA

Fangeisen sind Tierqual. Foto: (c) PETA

PETA50Plus übt scharfe Kritik an diesen Plänen, denn das derzeit geltende Jagdgesetz ermöglicht Hobbyjägern weiterhin tierquälerische Jagdpraktiken wie beispielsweise die Jagd mit Totschlagfallen, in denen die Tiere regelrecht zerquetscht oder verstümmelt werden.  Nach Auffassung der Tierrechtsorganisation ist das Töten von Tieren allein zum Zweck der Hobbyausübung verfassungswidrig, denn seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsschutzziel im deutschen Grundgesetz verankert und somit als bindendes Gut mit Verfassungsrang anzusehen. Vor diesem Hintergrund appelliert PETA nun in einem Brief an Meyer, den Tierschutz vor jagdliche Interessen zu stellen und die im Koalitionsvertrag geplante Gesetzesanpassung in Niedersachsen durchzusetzen.

Die Expertin zum Thema

„Die Jägerschaft macht in Niedersachsen gerade einmal 0,8 % der Bevölkerung aus. Dass diese kleine Gruppe offensichtlich ihre eigenen Gesetze erwirkt, ist ein Skandal“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Der Willkür der Jäger muss endlich Einhalt geboten werden, die Änderung des niedersächsischen Jagdrechts ist längst überfällig.“

Bürger sind mehrheitlich gegen die Jagd

In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind tierquälerische Jagdpraktiken wie die Jagd mit Totschlagfallen, der Abschuss von Hunden und Katzen oder die Baujagd bereits weitgehend verboten. Die Regierung in Niedersachsen hingegen scheiterte bislang bei dem Versuch, sich gegen die Interessen der Jägerschaft durchzusetzen und die Jagd auch nur annähernd an ökologischen Prinzipien und dem Tierschutz auszurichten. Eine Forsa-Umfrage im März dieses Jahres ergab, dass sich über 80 % der Menschen in Norddeutschland für mehr Natur- und Tierschutz im Jagdrecht aussprechen.

PETA für die Abschaffung der Jagd

PETA Deutschland e.V. setzt sich grundsätzlich für die Abschaffung der Jagd in Deutschland ein. Zahlreiche Studien belegen, dass der Abschuss von Tieren nicht dazu geeignet ist, Wildtierpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was den Anstieg der Geburtenrate zur Folge hat.[1] Demnach bedingt ein hoher Jagddruck die zunehmende Anzahl der betreffenden Wildtiere in dem Gebiet. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: So müssen die nahezu ausgerotteten Wölfe nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald lebenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten erfolgt.

[1] Servanty S., Gaillard J., Toigo C., Brandt S. & Baubet E. (2009): Pulsed resources and climate‐induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology 78.6 1278-1290.

Weitere Informationen

PETA50plus.de/jagd-auf-hunde-und-katzen-endlich-verbieten

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