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Rettet die Bienen!

Rettet die Bienen!

Unsere Welt braucht die Bienen! Doch der Bestand ist in Gefahr. „Pflanzenschutzgifte“ und Ausbeutung schädigen die fleißigen Helfer der Natur, ohne die Bestäubung nicht möglich wäre!

Rettet die Bienen! Was genau macht den Bienen so zu schaffen? Und wie kann jeder von uns helfen, um den Bienen ein besseres Leben zu bereiten?

PETA50Plus-Gastautorin Bettina Schneider hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt

Bettina Schneider über Bienen

Wenn in den nächsten Tagen die Sonnenstrahlen zum Spaziergang ins Grüne einladen, ist die Versuchung groß, ein paar Zweige oder Blüten der beliebten Frühlingsboten,  mit nach Hause zu nehmen.  Diese sind jedoch die dringend benötigte erste Nahrungsquelle der Bienen nach dem Winter und für deren Überleben enorm wichtig.

Bienen benötigen vom Februar bis in den Herbst hinein Nahrung. Besonders zu Beginn und zum Ende der Saison sind sie auf Pflanzen angewiesen, die besonders früh oder besonders spät blühen.  Neben Palmkätzchen und Schneeglöckchen sind Schneeheide, Krokus und der Haselnuss Strauch  wichtige Lieferanten für den  ersten Nektar der Saison. Im Herbst ist dann der Efeu eine der letzten verfügbaren Nahrungsquellen, um dem Bienenvolk für die Wintermonate Kraft zu spenden und sollte daher unbedingt erst nach der Blüte geschnitten werden.

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass die fleißigen Insekten bedroht sind, dass ihr Bestand sich weltweit dramatisch verringert hat  und ohne sie unser Ökosystem tiefgreifende Veränderungen erfahren würde.

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Erstaunlich, wie trotzdem nach wie vor,  so erschreckend wenig gegen die Ausrottung einer Spezies unternommen wird, die so unendlich wertvoll und wichtig für den Fortbestand unserer Kultur, unseres Lebens auf der Erde ist.

Wir brauchen die Bienen

Ein Drittel unserer Lebensmittel, Gemüse, Früchte, Nüsse, Gewürze und Pflanzenöle, ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Von den 100 Nahrungspflanzen, die für 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion sorgen, werden 71 von Bienen bestäubt. Einige Wissenschaftler setzen diesen Prozentsatz sogar noch höher an.

Eine der Hauptursachen für das Schwinden vieler Bienenvölker in den Wintermonaten , ist die Varroa-Milbe. Sie gelangte Ende der 70er Jahre zusammen mit importierten Bienen nach Europa. Die 1,7 Millimeter kleine Milbe ernährt sich von deren  Blut und über die Bisswunden, die sie dabei den Bienen zufügt, können zusätzlich krank machende Viren in die Insekten eindringen. Da die Milben sich auf der Brut vermehren, sind die jungen Bienen schon beim Schlüpfen geschwächt und sterben meist bereits kurze Zeit danach. Der  “Bienenkiller Varroa”  ist inzwischen weltweit ein Problem und die UNO sieht durch ihn sogar die Nahrungsgrundlage der Menschheit in Gefahr.

Es ist also wichtiger denn je, dafür zu sorgen, dass unsere heimischen Bienen über eine starke Abwehr- und Widerstandskraft verfügen und denkbar beste Bedingungen für ihren Lebenszyklus erhalten.

Die Realität sieht leider anders aus

“Unkrautvernichter”  und Insektizide (Neonicotinoide ), vergiften langfristig nicht nur Bienenvölker, das wahllose Vorgehen gegen alle “Unkräuter” nimmt ihnen auch eine wichtige Nahrungsquelle. Besonders heimtückisch sind neuartige Samen, die bereits mit dem Unkrautvernichter ummantelt sind, denn bereits beim Aufkeimen nehmen Pflanzen auf diese Weise giftige Chemikalien auf. Sie finden sich dann in der gesamten Pflanze, in Blättern, Blüten und auch im Nektar. Die Bienen haben keine Chance, dem Gift zu entgehen.

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Pflanzengift. Selbst Kleingärtnern wird es angepriesen, als Wundermittel für blitzsaubere Rosenbeete und unkrautfreie Gartenwege. Die Werbung suggeriert, dass „Roundup“ völlig unproblematisch wäre. Das bewerten viele Imker und Wissenschaftler grundlegend anders. “Der flächendeckende, vorbeugende Einsatz von Neonicotinoiden schadet Honigbienen und wildlebenden Insekten” , so lautet das eindeutige Ergebnis einer europaweiten Metastudie.

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Neonicotinoide wirken auf Bienen wie eine Droge
Bienen meiden mit Neonicotinoiden behandelte Pflanzen nicht sondern suchen sogar gezielt beim Sammeln von Nektar nach diesen, denn Neonicotinoide steuern im Nervensystem von Bienen die gleichen Mechanismen an wie Nikotin im Gehirn von Menschen.  Englische Forscher, die diesen Zusammenhang aufdeckten kamen zu der Schlußfolgerung,  dass…. “die drastische Einschränkung der Neonicotinoid-Verwendung  womöglich der einzige Weg sei, den Rückgang der Bestäuber-Populationen aufzuhalten. Risiken und Nutzen dieser Insektizide müssten genau abgewogen und Alternativen sorgfältig geprüft werden” …
Pestizide, allen voran Neonicotinoide schädigen nicht nur Bienen, sondern auch andere Tiere wie Schmetterlinge, Vögel, Fische und Regenwürmer. Umweltschützer kritisieren, dass auf bestimmten Insektizid-Verpackungen nach wie vor der Aufdruck “nicht bienengefährlich”  zu finden ist. Wie fragwürdig diese Etikettierung zu bewerten ist, zeigt das in diesem Zusammenhang vom Düsseldorfer Landgericht gefällte Urteil, das verfügt, der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) darf weiter behaupten:
“Zwei von Bayer hergestellte Produkte mit dem Neonicotinoid-Wirkstoff Thiacloprid seien schädlich für Bienen.”  Bayer verzichtete darauf, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen. Warum nur ? (!) Nach wie vor sind diese Mittel jedoch in jedem Baumarkt für jedermann erhältlich.
Naturbelassene Artenvielfalt, blühende Pflanzen und Wildwiesen tun den Bienen gut
Neben der einfachen Maßnahme, die jetzt in der Natur blühenden Pflanzen stehen zu lassen,  ist der Verzicht auf Insektizide mit diesen Inhaltsstoffen ein wichtiger Schritt, den Bienen das Überleben zu erleichtern. Auch beim Kauf von  Pflanzen in der Gärtnerei oder Baumschule ist es sinnvoll zu erfragen, ob diese mit “Pflanzenschutzmitteln” behandelt wurden. Bienen benötigen Vielfalt und regionale Pflanzen, Wildwiesen, naturbelassene Stellen im Garten,  wo wachsen darf, was die Natur als Nahrung für die fleißigen Sammler vorgesehen hat.  Gerade Wildbienen (von denen es über 700 Arten bei uns gibt!) haben sich im Laufe von hunderten Generationen auf wenige Pflanzen spezialisiert.  Einige Arten von Wildbienen,  sind zum Beispiel nur im Zusammenhang mit dem Spitzwegerich zu finden.

Je mehr Pflanzenarten im Garten, um so besser.  Exotische Pflanzen bieten meist wenig Nahrung, ergiebiger sind heimische Sommerblumen. In Kästen oder Kübel gepflanzt, entstehen so  selbst in dicht besiedelten Gegenden, mitten in der Stadt, kleine Oasen.

Je heißer der Sommer, umso schwerer haben es Bienen, Hummeln und andere Insekten, geeignete Wasserstellen zu finden.  Ideal ist eine schattiger, windgeschützter Platz im Garten oder auf dem Balkon. Einfach ein flaches Gefäß mit Wasser füllen und  Stöckchen, Steine oder Moos als sicheren Landeplatz arrangieren.

Bio kaufen hilft auch den Bienen

Es gibt viele gute Gründe, Bio-Lebensmittel einzukaufen. Einer davon ist Unterstützung für die Bienen. Wenn wir gezielt Landwirtschaft bevorzugen, die auf chemische “Pflanzenschutzmittel” verzichtet, leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Pestizidbelastung.

Auch wenn man sich darüber streiten mag, ob nachfolgendes Zitat tatsächlich so von Albert Einstein ausgesprochen wurde…dass die Lage der Bienen weltweit sehr ernst ist, wird niemand leugnen können, der sich mit dieser Thematik befasst hat.

“Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr. (Albert Einstein)

Da viele wichtige Maßnahmen zum Schutz der Bienenvölker nur auf Gesetzesebene möglich sind, ist es besonders wichtig,  Petitionen zu unterschreiben und Beiträge  zu teilen.

Hand aufs Herz…was hast Du persönlich bisher unternommen, um zu verhindern, dass weiterhin Pestizide ausgebracht werden dürfen, die den Bienen schaden, sie schwächen oder sie sogar töten ? Welche Petitionen hast Du unterstützt, um den verhängnisvollen Siegeszug der Breitbandherbizide und Insektizide,  (Neonicotinoide, Imidacloprid, Thiamethoxam) nicht nur auf Feldern, sondern mittlerweile in jedem Garten, zu stoppen ?

Los geht’s 🙂

Wir danken unserer Gastautorin für diesen schönen Artikel.

Über Bettina Schneider

Die ehemalige Flugbegleiterin ist 54 Jahre alt und konnte sich durch ihren Beruf ein Bild über die Lebensbedingungen von Tieren in der Welt machen. Viel Leid und Elend ist ihr dabei begegnet. Heute schreibt die engagierte Tierschützerin in ihrem eigenen Blog „Gutes-Karma-to-go“ über die facettenreichen Themen des Lebens. Darüber hinaus bloggt sie für die Huffington Post und beim Schweizer Magazin 50+.

Doch sie tut noch mehr, sie packt an und hilft syrischen Flüchtlingen, ihren Familien und ihren Tieren. Mit dem von ihr gegründeten Verein „“Frieden für Pfoten – Peace4Paws“ hilft sie, wo immer es möglich ist – Danke Bettina!

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