Für Tierfreunde im besten Alter

PETA deckt auf: Tierleid auf Puten-Elterntierfarmen

PETA-Ermittler dokumentieren gravierende Missstände in deutschen Puten-Elterntierfarmen. Tierrechtsorganisation erstattet Strafanzeige gegen Anlagen in Brandenburg. Rund 47 Millionen Putenküken schlüpfen pro Jahr allein in der Bundesrepublik. Über die Elterntiere der Puten ist dabei bislang wenig bekannt. PETA Deutschland e.V. ermöglicht nun erstmals einen Blick hinter die Kulissen deutscher Puten-Elterntierfarmen. Ermittler der Tierrechtsorganisation konnten 2012 mehrere Monate lang umfangreiche Ermittlungen in vier Anlagen in Brandenburg durchführen. Die erschütternden Aufnahmen der Tierrechtler zeigen kranke, blinde und schwerverletze Puten mit teilweise gebrochenen Gliedmaßen, enge, mit Kot und Urin übersäte Stallungen sowie tote Tiere. Zu den Abnehmern der Puteneier gehört unter anderem das Unternehmen Moorgut Kartzfehn (Kameke GmbH & Co. KG), einer der größten Putenproduzenten Deutschlands. Dieser wiederum unterhält enge Geschäftsbeziehungen zur Unternehmensgruppe Heidemark. PETA hat nun Strafanzeige gegen die Betriebe bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin gestellt.

Update:

Europas größter Putenzüchter zahlt Bußgeld

Dezember 2016 – Der größte europäische Putenzüchter, das Moorgut Kartzfehn, hat wegen Ordnungswidrigkeiten in der Tierhaltung 1000 Euro Bußgeld bezahlen müssen. PETA hatte im Juli 2014 Strafanzeige gegen eine der Puten-Elterntierfarmen des Unternehmens wegen tierschutzwidriger Vorgänge etwa beim künstlichen Besamen bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin erstattet. Die Staatsanwaltschaft gab ein Offizialgutachten beim ehemaligen Amtsleiter des Veterinäramtes Ostprignitz-Ruppin in Auftrag, der einen Teil der Vorwürfe in seinem 36-seitigen Gutachten bestätigte. Zwar wurde das Strafverfahren im September 2016 eingestellt, dem Veterinäramt Ostprignitz-Ruppin oblag es jedoch, die Vorgänge als Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen. Im Dezember erlegte es dem Konzern schließlich ein Bußgeld auf (Az.: 334 Js 24647/14 StA Neuruppin – T16-0001.36.30 Landkreis Ostprignitz-Ruppin).

Wichtig zu wissen

Putenfleisch ist von Anfang bis Ende der ‚Produktionskette‘ mit Krankheit und großem Leid verbunden. Denn die überzüchteten Puten können sich auf biologischem Weg nicht mehr fortpflanzen , daher werden die Elterntiere gewaltsam künstlich befruchtet – viele Tiere werden dabei verletzt. Auch ‚Bio-Putenjungtiere‘ können von Elterntieren aus solchen Zuchteinrichtungen stammen. In Puten-Elternfarmen befruchtete Eier werden an Brütereien geliefert, die die geschlüpften Küken an Mastbetriebe weiterverkaufen. Nach einer Mastzeit von nur 21 Wochen bei Hähnen und 16 Wochen bei Hennen werden die Tiere zum Schlachthof transportiert und getötet. Die natürliche Lebenserwartung von Puten beträgt dagegen bis zu 15 Jahre. Da die Puten-Hochleistungshybriden auf immer mehr Gewicht und rasantes Wachstum gezüchtet werden, sind Muskeln und Skelett der Tiere schnell überlastet – Beinschwächen, Skelettveränderungen und Herz-Kreislauf-Probleme sind die Folge. Angesichts der Tatsache, dass die Zuchtmerkmale von den Elterntieren vererbt werden, ist das Leiden der Nachkommen bereits vorprogrammiert. Putenfleisch ist unter anderem aufgrund des hohen Antibiotikaeinsatzes und der Gefahr von Krankheitserregern wie Salmonellen und Campylobacter nicht nur ein Tierqualprodukt, sondern auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit.

PETA empfiehlt

Menschen, die Tierleid verhindern möchten, sollten kein Geld für tierische Produkte ausgeben. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder von ihnen bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Weitere Informationen: PETA.de/Elterntierfarm

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