Für Tierfreunde im besten Alter

Pelztierzüchter berufen sich auf einen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter

Pelztierzüchter berufen sich auf einen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter
Nerz in einer Pelzfarm. Foto: (c) PETA

Nerz in einer Pelzfarm. Foto: (c) PETA

Der Schrecken des ehemaligen SED-Regimes in der DDR gehört an sich seit mehr als 20 Jahren der Vergangenheit an, doch immer wieder holt die Geschichte die Realität ein. So auch im Falle der Tierrechtsorganisation, einem Mitarbeiter und den Machenschaften der Pelztierbranche.

PETA enthüllt brisante Neuigkeiten zur Diskussion um illegale Nerzfarmen in Deutschland. Im Fall der Nerzfarm Seelitz-Döhlen verteidigte Dr. Ulf D. Wenzel kürzlich in der Freien Presse die Weigerung der Pelztierzüchter, ihre Farmen gesetzeskonform aufzurüsten. Jetzt deckt PETA neue Informationen auf: Wenzel ist ehemaliger Mitarbeiter der Stasi. Unter dem SED-Regime der ehemaligen DDR agierte er als sogenannter „IM“ – inoffizieller Mitarbeiter – und spionierte jahrelang andere Menschen aus, sein Tarnname lautete „Fuchs“.

Besonders brisant ist die Tatsache, dass „Fuchs“ auf den heutigen Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung von PETA – Dr. Edmund Haferbeck – angesetzt war. Wenzel hatte Ende der 80er-Jahre die Aufgabe, die Aufregungen über die Enthüllungen der Doktorarbeit von Haferbeck für die DDR abzuschätzen.

Die Doktorarbeit von PETA-Berater Dr. Haferbeck führte schon 1987 zu einer der wichtigsten Enthüllungen über die Missstände auf deutschen Nerz- und Fuchsfarmen. Damals berichtete die TV-Sendung „Panorama“ über das Thema. Diese Dissertation führte schließlich zu Änderungen der Gesetzgebung in Deutschland und dem europäischen Ausland.

IMs „Fuchs“ alias Dr. Wenzel sollte Gefährdungspotenziale für die DDR-Pelztierzucht ausloten. Wenzel äußerte sich damals gegenüber seinem Führungsoffizier äußerst kritisch über die westdeutsche Pelztierzucht und bestätigte damit die Ergebnisse der Haferbeck’schen Dissertation.

In seinen internen Berichten – die heutzutage einsehbar sind – schrieb er damals: „(…) Ein Programm zur Bekämpfung der Aleutenkrankheit gibt es nicht. Die veterinärmedizinische Betreuung in der BRD ist nach unseren Kenntnissen tatsächlich nicht so intensiv ausgebildet wie in anderen Ländern. Sie wird nur sporadisch durchgeführt. Einen Pelztiergesundheitsdienst gibt es in der Regel nicht. (…) Die Darstellung ist zu unterstreichen, einschränkend muß aber gesagt werden, daß wir die veterinärmedizinische Betreuung der Pelztierbestände in der BRD nicht als sehr gut ansehen, wie vorhin gesagt, werden Bestände sporadisch nur von Tierärzten betreut, die andere Aufgaben haben und die speziellen Fachkenntnisse fehlen im großen und ganzen diesen Kollegen.“

Interessant für Tierfreunde: Heutzutage arbeitet Dr. Ulf D. Wenzel als niedergelassener Tierarzt in Leipzig…

 

Kurzinfo über die Pelztierbranche:

Nach knapp 15 Jahren Beratungszeit hat die Bundesregierung 2006 erstmals Haltungsvorgaben für sogenannte Pelztiere beschlossen. Nach fünf Jahren Übergangsfrist ist am 11. Dezember 2011 die dritte Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Kraft getreten. Nerzkäfige dürfen seitdem nicht mehr übereinandergestapelt werden. Jedem Nerz muss bei einer Mindestgrundfläche von drei Quadratmetern pro Gehege eine Grundfläche von mindestens einem Quadratmeter pro Tier zur Verfügung gestellt werden.

Der Bundesrat sprach sich im Juli 2012 für ein grundsätzliches Haltungsverbot von Tieren auf Pelzfarmen aus. Dabei argumentierte der Agrarausschuss des Bundesrats: „Es besteht kein vernünftiger Grund, Pelztiere zur Pelzgewinnung zu halten und zu töten.“

PETA kämpft für die Schließung von Pelztierfarmen und sieht die Pelztierzucht in Deutschland kurz vor dem Aus.

Weitere Informationen finden Sie hier:

PETA.de/illegalepelzfarmen

 

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