Für Tierfreunde im besten Alter

Negativrekord beim Fleischexport!

Negativrekord beim Fleischexport!

Deutscher Fleischexport: eine traurige Rekordproduktion, die mit systemimmanenter Tierquälerei erkauft wurde. Ein Statement von PETA zu den neuesten Zahlen des statistischen Bundesamtes.

Laut den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben deutsche Schlachthöfe im vergangenen Halbjahr knapp 4,1 Millionen Tonnen Fleisch produziert – ein neuer Höchstwert beim Fleischexport. Der Grund: Während in Deutschland der Fleischkonsum zurückgeht und die Zahl der Menschen steigt, die sich fleischfrei ernähren, steigen der Export und die Tötung von aus dem Ausland importierten Tieren.Unfassbar, wenn man bedenkt, dass hier lebendige Tiere wie Ware über tausende Kilometer transportiert werden, um getötet zu werden.

60 Schweine sterben bei einem Tiertransporterunfall. Foto: (c) IStock

Die Expertin zum Thema

Dazu kommentiert Sophie Nouvertné, Justiziarin bei der Tierrechtsorganisation PETA:

„Die exportorientierte Ausrichtung einer Branche, die – man muss scheinbar immer wieder daran erinnern – mit lebenden Tieren arbeitet, ist ein großer Fehler. Der neue Exportrekord ist kein Grund zum Jubeln. Er wurde teuer erkauft durch systemimmanente Tierquälerei. Die stundenlangen Transporte von lebenden Tieren und die tierschutzwidrigen Betäubungsmethoden bei der Schlachtung sind nur zwei Beispiele dafür. Der Schlachtprozess verläuft in Akkordarbeit, was regelmäßig zu Fehlbetäubungen und Fehlern beim Entbluten der Tiere führt. Zudem erleiden viele Tiere oft schon während des Betäubungsprozesses erhebliche Qualen: Bei der Betäubung mit CO2-Gas etwa, wie sie bei Schweinen und Geflügel angewendet wird, kommt es regelmäßig zu extremen Abwehrreaktionen der Tiere – sie leiden vor Eintritt der Bewusstlosigkeit massiv unter Erstickungssymptomen. Die steigenden Schlachtzahlen als einen Rekord und damit eine vermeintlich begrüßenswerte Leistung der Industrie zu verkaufen, stellt einen Affront gegen all jene Bürgerinnen und Bürger dar, die seit Jahren bewusst immer weniger von diesem Qualprodukt konsumieren.“

Hintergrundwissen über die Tötungspraktiken

In Deutschland werden jährlich 60 Millionen Schweine getötet – die Mehrzahl der Tiere, knapp 40 Millionen, wird zuvor mit Kohlenstoffdioxid betäubt. Für viele Schweine stellt diese Methode eine Tortur dar: In der Betäubungsanlage erleiden sie Erstickungsängste und geraten in Panik. Die sensiblen Tiere schreien ohrenbetäubend, hyperventilieren, recken die Köpfe hoch, springen und trampeln wild übereinander, um dem reizenden Gas zu entkommen. Diversen aktuellen Forschungsergebnissen zufolge – aufgegriffen ebenso im Tierschutzbericht der Bundesregierung – wird die CO2-Betäubung aufgrund dieser massiven Abwehrreaktionen der Schweine als tierschutzwidrig angesehen.

Das Gas kommt ebenfalls in großem Maße bei der Betäubung von Geflügel zum Einsatz – auch dort wurden wiederholt heftige Abwehrreaktionen der Tiere beobachtet. Doch auch die Elektro-Betäubung, welche bei einem Drittel aller Schweine in Deutschland verwendet wird, ist extrem leidvoll für die Tiere. Bei dieser Betäubungsart kommt es regelmäßig zu Fehlbetäubungen. Eine Überprüfung der Bewusstlosigkeit nach der Betäubung sowie der Entblutung unterbleibt auf deutschen Schlachthöfen in vielen Fällen aus Effizienzgründen. Insbesondere bei der Schlachtung von Schweinen passiert es deshalb immer wieder, dass Tiere wieder bei Bewusstsein sind, wenn sie ins 60 Grad heiße Brühbad gezogen und dort verbrüht werden.

Diese Missstände sind maßgeblich auf die extreme Schnelltaktung der Schlachtabläufe zurückzuführen. In den größten Schlachthöfen Deutschlands beispielsweise werden bis zu 750 Schweine pro Stunde getötet; dem einzelnen Schlachter bleiben so gerade einmal fünf Sekunden für einen „Entblutestich“, dem Schnitt durch die Halsschlagader.

Was Sie tun können

Informieren Sie Freunde und Bekannte über das Leiden der Tiere. Denn Aufklärung verändert das Verhalten. Je mehr Menschen darüber bescheid wissen, desto eher können Protestaktionen greifen. Jeder Einzelne kann den Tieren seine Stimme geben! Engagieren Sie sich mit uns gemeinsam gegen dieses Tierleid.

Weitere Informationen

PETA.de/CO2-Betäubung-Schweine

PETA.de/Im-Schlachthof

Veganstart.de

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