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Naturerlebnis: Eine Eulenfamilie im Garten

Naturerlebnis: Eine Eulenfamilie im Garten

Wer sitzt denn da im Baum und wirft flauschiges Gewölle hinab? Eine Eulenfamilie wohnt im Garten – ein Erfahrungsbericht über tierische Mitbewohner.

Ein Gastbeitrag von Margit Fischbach.

Naturerlebnis: Eine Eulenfamilie im Garten! Seit Wochen finde ich Gewölle im Garten (am Fuße des Schönbergs im Hexental), graue Haarbälle mit zarten weißen Knochen dazwischen – stammen sie von einem Raubvogel, einer Eule oder einem Käuzchen? Keiner der möglichen Verursacher ließ sich blicken. Irgendwo im Wipfel der hohen Tanne, wo die letzten Jahre Falken ihre Kinderstube hatten, bis der Horst von Krähen in Besitz genommen wurde, vermutete ich neue Nest-Besetzer.

Eine Eulenfamilie wohnt im Garten. Foto: (c) Margit Fischbach

Eine Eulenfamilie wohnt im Garten. Foto: (c) Margit Fischbach

Vor einer Woche kam dann die Lösung des Rätsels: Mitten in der Wiese saß eine kleine, flauschig-graue Eule und schaute mich mit großen Augen an. Nach einigem Blickkontakt in respektvollem Abstand holte ich dann meinen Foto und knipste – ebenfalls mit Abstand, um die Vogeleltern nicht zu erzürnen oder zu verscheuchen.

Das Kleine verschwand dann selbständig und unbemerkt wieder in den Bäumen und meine Neugierde war geweckt. Aus der Kiefer zirpte es, dann aus der Tanne und Lärche – aber nichts war zu sehen und der dauernde Wechsel machte die Lokalisierung schwierig. Zufällig entdeckte ich im Pflaumenbaum ein Elterntier, eine wunderschöne Waldohreule, die mich wohl schon die ganze Zeit im Blick hatte.

Auf der Suche nach den Eulenkindern

Ihre eigentliche Aufmerksamkeit galt allerdings der Kiefer und damit gab sie den Tipp, wo ich zu suchen hatte. Und tatsächlich, nach genauem „Scannen“ zeigten sich ganz oben in den Ästen zwei dicke Federbälle, eng aneinander gekuschelt.

Wir freuten uns über unsere seltenen Gartengäste und waren glücklich, dass sie sich bei uns wohl fühlten. Mit der Zeit lernten wir dann die ganze Familie kennen, die Eltern und vier Eulenkinder, die von Tag zu Tag lebhafter werden, sich gegenseitig kuscheln und lausen, auf den Ästen spazieren gehen und ihre Flugübungen machen.

Das Schildkrötengehege, das unter ihrem Lieblingsbaum liegt, haben sie inzwischen weiß gesprenkelt und am Gewölle ist zu erkennen, dass sie gut gefüttert werden.

Erste Ausflüge auf die Gartenlaube. Foto: (c) Margit Fischbach

Erste Ausflüge auf die Gartenlaube. Foto: (c) Margit Fischbach

Schildkröten gehören nicht auf den Speisezettel von Eulen, schon weil sie, bevor es dunkel ist, ihr Schlafquartier aufsuchen und Eulen ja bekanntlich Nachts jagen – das dachte ich jedenfalls, bis ich eines Schlechteren belehrt wurde. Eine der kleineren Schildkröten hatte mehrere blutige Verletzungen, die nur davon kommen konnten, dass ein scharfer Schnabel versucht hatte ihren Panzer zu knacken. Keine Sorge, die Verletzungen sind behandelt, die Löcher mit „Hautriss-Akut“ versiegelt und der Patientin geht es wieder gut.

Muntere Welt-Entdecker

Statt nach Eulenart tagsüber zu schlafen, interessieren sich die Eulenkinder dafür, was wir gerade machen und beobachten uns genauso wie wir sie, nur von oben herab. Dabei verdrehen sie den Kopf mit akrobatischem Geschick, während wir unten stehen und mit Nackenschmerzen für das Hochstarren bestraft werden. Inzwischen habe ich gelesen, dass sie 14 Halswirbel haben und ihren Kopf um 270 Grad drehen können. Mit der doppelten Anzahl von Halswirbeln sind die spektakulären Kopfdrehungen natürlich kein Kunststück.

Die Eltern passen sehr gut auf die Kleinen auf, ein Elterntier sitzt immer in der Nähe und warnt, wenn Gefahr droht. Neulich war eine fremde Katze im Garten und auf einem Ast, direkt über ihr, sass der Eulenvater und bellte. Die Warnlaute klingen wie das Bellen eines kleinen kurzatmigen Hundes. Das Geräusch hatte ich schon öfters gehört, aber nie mit einer Eule in Verbindung gebracht.

Der Nachbarskater, vor dessen Kletterkünsten kein Baum sicher ist, hat wohl seine Erfahrungen mit den alten Eulen gemacht. Er hält sich nur noch auf der Terrasse direkt am Haus auf und hat neuerdings Angst, in den Garten zu gehen.

Die Nachtruhe ist aufgehoben
Für die ersten Flugübungen braucht es Mut. Foto: (c) Margit Fischbach

Für die ersten Flugübungen braucht es Mut. Foto: (c) Margit Fischbach

Von Nachtruhe hat die Eulenfamilie nichts gehört, gegen Abend wird sie so richtig munter. Mit dem leisen Gezirpe ist dann Schluss, sie machen bis weit nach Mitternacht einen Riesenlärm und beschallen die ganze Nachbarschaft. Beschwerden kamen bisher keine, nur Anfragen, was das für Tiere seien – von Fuchs über Igel und Marder reichten die Vermutungen.

Inzwischen haben die Eulchen schon mehr Übung im Fliegen und landen ziemlich zielsicher auf den Ästen.

Ich bin gespannt, wie lang sie noch bei uns im Garten wohnen. Sobald sie selber jagen können, werden sie wohl auswandern und ihre eigenen Jagdgründe suchen.

Kleine Filme mit den Eulenkindern als Hauptakteure finden Sie hier – einfach klicken.

Wir danken Margit Fischbach vom Seniorentreff.de für diesen schönen Artikel und ihre Liebe zu Tieren und Natur.

Mehr Informationen

PETA50plus.de/belebte-wege-tierschutz-in-der-senioren-community-engagement-aus-ueberzeugung

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