Für Tierfreunde im besten Alter

Lebensgefahr nach Schlangenbiss

Lebensgefahr nach Schlangenbiss

Schlangen gehören in die Freiheit, nicht in einen privaten Haushalt. Ein Mann schwebte nach dem Biss einer Viper in großer Gefahr.

Lebensgefahr nach Schlangenbiss: Am vergangenen Karfreitag wurde ein Schlangenhalter in Extertal von einer Gabunviper in den Finger gebissen. Das Gift dieser Vipernart gilt als potentiell tödlich. Ein Rettungshubschrauber brachte den Mann sofort auf die Intensivstation des Klinikums Bielefeld. Währenddessen wurde ein über die Giftnotrufzentrale im Wuppertaler Zoo ausfindig gemachtes Antiserum per Polizeihubschrauber nach Bielefeld transportiert. Mittlerweile ist der 48-jährige außer Lebensgefahr, jedoch droht ihm noch immer der Verlust seines Fingers.

Der Experte zum Thema

„Giftschlangen haben in Wohnzimmern nichts zu suchen. Die anspruchsvollen Exoten können in Privathaushalten nicht tiergerecht gehalten werden und stellen eine Gefahr für die menschlichen Bewohner dar“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Zum Schutz von Mensch und Tier sollte die Bundesregierung in einem ersten Schritt unverzüglich die Haltung gefährlicher Tiere verbieten.“

PETA für die Rechte von Reptilien

PETA fordert die Bundesregierung auf, ein Gesetz für ein grundsätzliches Verbot von giftigen und gefährlichen Tieren in Privathaushalten zu erlassen. Während einige Bundesländer wie Hessen oder Schleswig-Holstein die Haltung giftiger Tiere bereits verboten haben, fehlt es in den meisten Ländern an einer Regelung. In Nordrhein-Westfalen wird derzeit ein Gesetzentwurf diskutiert. Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von hochgiftigen Schlangen und anderen gefährlichen Tieren auf Reptilienbörsen oder über das Internet ohne Hürden möglich ist – unabhängig davon, ob der zukünftige Halter über das nötige Fachwissen zur Haltung der Tiere verfügt. In der Folge brechen jedes Jahr hunderte exotische Tiere aus ihren Terrarien aus oder werden von überforderten Laien einfach ausgesetzt.

Der Handel mit Reptilien und Amphibien bedeutet den Tod unzähliger Tiere : Viele der empfindlichen Exoten versterben bereits, bevor sie überhaupt in den Verkauf kommen. Verlustraten von 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich.[1] Bei einem erheblichen Teil der auf Terraristikbörsen angebotenen Wildtiere handelt es sich um Naturentnahmen. Im Auftrag profitorientierter Händler und gedankenloser Endabnehmer werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten.[2]

Gut zu wissen!

Auch wenn es sich um keine giftigen Tiere handelt, können Exoten für den Menschen gefährlich sein: Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gesundheitsgefährdende Salmonellenarten – geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her.[3]

Was Sie tun können

Exoten gehören in die Freiheit! Bitte halten Sie bei sich zuhause keine Exoten, damit unterstützen Sie das Leid vieler Tiere und tragen eine Mitschuld am Tod zahlreicher Lebewesen, die es gar nicht erst bis in den „Handel“ schaffen. Besucher Sie keine „Reptilienbörsen“, vor allem nicht mit Kindern. Diese können dort nichts über die spannenden Tiere lernen und sind in gesundheitlicher Gefahr. Schauen Sie mit Kindern und Enkelkindern tolle Reportagen über Tiere in der Wildniss an, so kann die junge Generation ein Gefühl für diese Tiere bekommen und verstehen, dass sie nicht eingesperrt ihr Leben verbringen möchten.

Quellen:
[1] Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012.
[2] Schmidt, Volker: Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress, 2008.
[3] Robert Koch-Institut: Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.

Copyright Foto: frei / commons.wikimedia.org/wiki/File:Vipere

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