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Kutschenunfälle: Erneuter Negativrekord

Kutschenunfälle: Erneuter Negativrekord

Menschen und Pferde in Gefahr: Mindestens 142 Verletzte und 5 Tote bei 67 Pferdekutschunfällen im Jahr 2015. Vor diesem Hintergrund fordert  PETA  das Bundesverkehrsministerium dazu auf, ein Pferdekutschenverbot endlich zu etablieren.

Kutschenunfälle: Erneuter Negativrekord. Wir alle kennen ein bekanntes Volkslied, in dem es heißt „Hoch auf dem gelben Wagen, sitz’ ich bei’m Schwager vorn. Vorwärts die Rosse jagen, Lustig schmettert das Horn (…)“. Dieses Lied vermittelt Kutschenromantik, wie viele Menschen sie noch als Bild in sich tragen. Doch die Realität sieht ganz anders aus: Leidende Pferde, Unfälle, Verletzte und sogar Tote!

Das zitierte Lied stammt aus dem Jahre 1922, es basiert auf einem Gesicht aus den 1870er Jahren. Ebenso antik sind Kutschfahrten – sie passen nicht mehr in unser Zeitalter. Warum dies so ist, das erklärt PETA50Plus!

Traurige Bilanz

Erneut veröffentlichte PETA die Pferdekutschunfallstatistik für das vergangene Jahr, die alle Zwischenfälle im deutschsprachigen Raum berücksichtigt. Nachdem 2014 bereits ein Negativrekord mit 76 Unfällen und 122 Verletzten verzeichnet wurde, kam es 2015 in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei 67 Unfällen mit insgesamt 142 teils schwer Verletzten sowie fünf Toten zu deutlich mehr Verunglückten als im Vorjahr. Zudem kamen elf Pferde ums Leben, davon sieben in Deutschland. Weitere elf Tiere erlitten Verletzungen. In Deutschland ereigneten sich mit vier Toten und 114 Verletzten bei 51 Unfällen wieder mit Abstand die meisten Unglücke – hinsichtlich der Zahl der Toten und Verletzten ebenfalls ein neuer Negativrekord.

Der Experte zum Thema

„Die Risiken bei Pferdekutschfahrten sind extrem hoch. Während für Kraftfahrzeuge höchste Sicherheitsstandards gelten, dürfen Kutschen noch wie im Mittelalter über Straßen traben. Wir fordern ein Verbot von Pferdekutschen als Beförderungsmittel – zum Schutz von Mensch und Tier“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Es ist absurd, Pferde im Straßenverkehr einzusetzen. Als Fluchttiere erschrecken sie oft schon durch geringe Störungen. Bei den 67 Unfällen im Jahr 2015 war meist nur ein Geräusch der Auslöser für eine Tragödie“.

Pferde brauchen ihre Weide und Freunde. Foto: (c) PETA

Pferde brauchen ihre Weide und Freunde. Foto: (c) PETA

PETA für die Rechte der Pferde

Angesichts der wiederholt tragischen Bilanz hat PETA das Bundesverkehrsministerium erneut in einem Schreiben aufgefordert, ein Verbot von Pferdekutschen im Straßenverkehr zu prüfen. Die Tierrechtsorganisation weist in ihrem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle auch auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Daher ist ein Vergleich mit den Unfallzahlen aus dem Kraftfahrzeugbereich nicht zielführend: Die Sicherheit motorisierter Fahrzeuge wird im Gegensatz zu Pferdekutschen ständig weiterentwickelt und aktuellen Standards angepasst. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Ein Verbot ist jedoch auch aus Tierschutzgründen notwendig. Insbesondere für Touristengespanne müssen die Tiere oft stundenlang bei Winterkälte oder Sommerhitze im lauten und gefährlichen Straßenverkehr auf hartem Asphalt stehen oder die schweren Kutschen ziehen – häufig bis zum Zusammenbruch. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt.

 

Weitere Informationen
PETA.de/Pferdekutschen
PETA.de/Pferdekutschenunfaelle

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