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Kosmetik ohne Tierversuche – Tipps für den Einkauf

Kosmetik ohne Tierversuche – Tipps für den Einkauf

Make-up, Duschgel und Co – Die PETA-Expertin gibt Tipps für tierleidfreie Kosmetik ohne Tierversuche und erklärt, was der Konsument dazu wissen sollte.

Schön ohne Tierquälerei: Im Dschungel der Produktaufschriften, Siegel, Gerüchte und Firmenaussagen fällt es oft schwer, Pflegeprodukte zu erkennen, die ohne Tierversuche hergestellt wurden. Denn: Trotz der Kosmetikverordnung, die Tests an Tieren für Duschgel, Make-up und Gesichtscremes verbietet, gibt es Ausnahmen, die Tierversuche für Kosmetika sogar indirekt vorschreiben. So müssen beispielsweise alle Stoffe, die nicht ausschließlich für Kosmetikprodukte verwendet werden, gemäß der Chemikalienverordnung (REACH) getestet werden – größtenteils an Mäusen, Kaninchen und anderen sensiblen Lebewesen. Stephanie Kowalski, Tierärztin und Fachreferentin gegen Tierversuche bei der Tierrechtsorganisation PETA, gibt wichtige Hinweise, worauf beim Kauf von Pflegeartikeln geachtet werden kann.

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Die Expertin zum Thema

„Immer mehr Verbraucher wollen sich bewusst für Waren entscheiden, die ohne Tierleid hergestellt wurden“, so Stephanie Kowalski. „Um schnell zum richtigen Produkt greifen zu können, ist etwas Hintergrundwissen zu Begriffen und Siegeln notwendig.“

Mit diesen Tipps erkennen Verbraucher tierfreundliche Beautyprodukte

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Siegel, angefangen bei der Veganblume über den „Springenden Hasen“ bis hin zum Siegel des Bundesverbands der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. (BDIH). Sie werden nach verschiedenen Kriterien und Schwerpunkten vergeben. Einige Labels gibt es nur für Produkte, die vollkommen ohne tierische Inhaltsstoffe hergestellt werden, andere kennzeichnen Waren, für die keine Tierversuche durchgeführt wurden.

Naturkosmetik

Der Begriff Naturkosmetik ist gesetzlich nicht geschützt. Zur Kennzeichnung von Naturkosmetikprodukten wurden mehrere Systeme entwickelt. Die meisten Siegel werden nur für Produkte vergeben, bei denen keine Tierversuche zum Einsatz kommen. Ein sehr bekanntes Siegel ist das des BDIH, der „BDIH Standard“ für kontrollierte Naturkosmetik. Das Zeichen sagt aus, dass weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden. Rohstoffe, die erst nach dem 1. Januar 1998 auf den Markt kamen, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie nicht an Tieren getestet wurden. Stoffe, die von Tieren „hergestellt“ werden, wie zum Beispiel Honig und Milch, sind gestattet, Stoffe aus toten Wirbeltieren – beispielsweise tierische Fette, Nerzöl und Collagen – jedoch nicht.

Veganblume

Das inzwischen weit verbreitete Siegel mit der Sonnenblume in einem Kreis darf nur Produkte kennzeichnen, für die keine Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden. Dies gilt auch für deren Rohstofflieferanten. Tierische Inhaltsstoffe jeder Art sind tabu. Vergeben wird die Blume von der Vegan Society England. Das Siegel untersagt den Herstellern jedoch nicht, ihre Produkte auf dem chinesischen Markt zu verkaufen, wo bei der Einfuhr neuer Kosmetika Tests an Tieren durchgeführt werden müssen. Diese werden nicht immer von der Firma selbst, sondern teilweise auch von der Regierung in Auftrag gegeben.

Human Cosmetic Standard (HCS)

Bei dem „Springenden Hasen“ (Leaping Bunny) handelt es sich um ein Siegel, das den Richtlinien des „Human Cosmetic Standard“ unterliegt, der von einem internationalen Verbund von Tierschutzorganisationen entwickelt wurde. Unternehmen, deren Produkte dieses Siegel tragen, haben einen (unveränderbaren) Stichtag gewählt, ab welchem sie keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Außerdem dürfen sie keine Verbindung zu anderen Unternehmen haben, die Tierversuche durchführen. Rohstoffe, die nach dem 1. Januar 1979 auf den Markt kamen und dementsprechend auch nach diesem Datum getestet wurden, dürfen nicht verwendet werden. Zudem sind keine Bestandteile von getöteten (Keratin, Kollagen) und gequälten (Seide, Schellack) Tieren enthalten.

PETAs Liste „Kosmetik ohne Tierversuche“

Für die eigene Schönheit muss kein Tier leiden. Wer sicher gehen will, dass für sein Lieblingsprodukt keine Experimente an Tieren gemacht werden, sollte einen Blick in PETAs „Kosmetik ohne Tierversuche“-Liste werfen. Dort sind ausschließlich Produkte zu finden, die ohne Tierversuche hergestellt und nicht in Ländern vermarktet werden, in denen Tests an Tieren gesetzlich vorgeschrieben sind. Außerdem gibt es eine große Auswahl an Artikeln, die ohne jegliche tierische Inhaltsstoffe auskommen, also vegan sind. Für tierleidfreie Produkte gibt es von PETA USA das „Cruelty-Free“-Siegel, ein Häschen mit rosa Ohren, das gegebenenfalls den Zusatz „vegan“ erhält.

Tierfreundliche Produkte per App finden

Die kostenlose App barcoo (www.barcoo.com) macht Mobiltelefone zum Barcodescanner. Damit können Verbraucher über den Barcode auf der Verpackung Informationen zu Produkten abrufen. In Zusammenarbeit mit PETA zeigt die App an, ob Kosmetikprodukte ohne Tierversuche hergestellt wurden.

Produktanfrage beim Hersteller

Auch Produkte ohne entsprechende Siegel können tierversuchsfrei sein und verzichten beispielsweise aus Kostengründen auf den Erwerb eines Labels. In diesem Fall bietet es sich an, direkt beim Hersteller nachzufragen. Was hierbei zu beachten ist, können Interessierte unter Veganblog.de/Tierversuchsfrei nachlesen.

Weitere Informationen:

PETA.de/Kosmetik

PETA.de/Kosmetik-mit-Tierversuchen

Veganblog.de/Kriterien-PETA-Liste-Kosmetik

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