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Kirchlichem Segen für Jäger jetzt abschaffen!

Kirchlichem Segen für Jäger jetzt abschaffen!

Derzeit werden zahlreiche Geschöpfe Gottes wieder mit kirchlichem Segen abgeschossen. PETA50Plus bezieht Stellung zu dieser Tradition.

Kirchlichem Segen für Jäger jetzt abschaffen! Wer sich im Moment in ländlichen Gefilden aufhält, der sieht stets Schilder mit der Aufschrift „Heute Jagd“ oder „Waldweg wegen Jagd gesperrt“. Wer vorhatte die Natur zu genießen und vielleicht mit seinem vierbeinigem Freund spazieren zu gehen, der spürt pötzlich, wie nah der Tod von Lebewesen kommt. Kein angenehmes Gefühl. PETA50Plus hat hinterfragt, warum derzeit so viele Tiere in der Natur getötet werden und beschäftigt sich mit kritischen Gedanken zum Thema „Hobbyjagd“.

Die jährlichen Hubertusmessen finden in diesen Tagen überall im Land statt. Hierbei werden die Jäger gesegnet, bevor sie in die Natur ziehen, um Tiere der Wildnis zu töten. PETA50Plus hinterfragt , ob diese sogenannte Tradition noch zeitgemäß ist und ob die Segnung von Menschen die Töten, wirklich im Sinne Gottes sein kann. Darüber hinaus stellen diese Messen den heiligen Hubertus von Lüttich fälschlicherweise als Schutzpatron der Jagd dar und sie sind zumeist den Auftakt zu grausamen Treib- und Drückjagden. In großer Zahl ziehen die Hobbyjäger dabei in die Wälder, um etliche Tiere zu hetzen und zu töten. Wissenschaftlichen Studien und renommierten Wildbiologen zufolge ist die Jagd nicht dazu geeignet Wildtierpopulationen dauerhaft zu regulieren.

PETA fordert ein Verbot der „Hobbyjagd“ und appelliert an die Kirchenvertreter, künftig keine Messen mehr zur Segnung von Jägern zu veranstalten. Unser Team von „Christen für Tiere“ hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt und sich auch in Briefen direkt an Gemeinden gewandt. Hier lesen Sie mehr zum Thema: christen-fuer-tiere.de/kein-applaus-fuer-jagdhornblaeser

Die Expertin zum Thema

„Kirchlicher Segen für Jäger ist Heuchelei, weil dies der Ehrfurcht vor dem Leben widerspricht. Den Jägern geht es hauptsächlich um die Lust am Töten und den Trophäenkult, das geben sie sogar offen zu“, kritisiert Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Die Hubertusmesse verfremdet zudem die wahren Begebenheiten, denn der heilige Hubertus wurde vom Jäger zum leidenschaftlichen Jagd-Gegner und Schutzpatron der Waldtiere.“

Über Hubertus von Lüttich
Den Überlieferungen zufolge soll dem im Jahr 655 in Toulouse geborenen Hubertus bei einer Jagd ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih erschienen sein. Hubertus wandelte sich daraufhin vom begeisterten Jäger zum entschiedenen Jagd-Gegner. Er wurde in Rom zum Bischof geweiht und starb 727 als Heiliger Hubertus von Lüttich.

Die Wissenschaft über die Jagd

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt.[1] Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass sich in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere erhöht. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen. Neben den hunderttausenden Tieren, denen erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, werden jährlich mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt.

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

Weitere Informationen
PETA.de/Jagd Hintergrundwissen
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