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Jagdsaison: Iltisse und Steinmarder werden abgeschossen

Jagdsaison: Iltisse und Steinmarder werden abgeschossen

NRW: Hobbyjäger eröffnen Jagd auf Steinmarder und Iltisse – PETA fordert Verbot des sinnlosen Tötens

Jagdsaison: Iltisse und Steinmarder werden abgeschossen. Ab Donnerstag beginnt in Nordrhein-Westfalen die Saison für die Jagd auf Steinmarder und Iltisse. Bis Ende Februar 2015 werden den Jägern voraussichtlich wieder unzählige Tiere zum Opfer fallen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. fordert Umweltminister Johannes Remmel jetzt auf, die Jagd auf Steinmarder und Iltisse zu verbieten. Da die getöteten Tiere nicht verwertet werden und auch aus wildbiologischer Sicht kein Grund für ihre Tötung besteht, verstößt der massenhafte Abschuss oder die Tötung der Tiere durch Fallenjagd gegen § 1 des Tierschutzgesetzes. PETA setzt sich zusammen mit Tier- und Naturschutzverbänden dafür ein, dass der Tierschutz bei der anstehenden Reform des Landesjagdgesetzes in NRW Berücksichtigung findet. Zu den Forderungen des Bündnisses gehört insbesondere das Verbot der Jagd auf Tierarten, die von Jägern zum Spaß getötet werden oder unter besonderem Schutz stehen.

Über Steinmarder und Iltisse

Obwohl es für die Jagd auf Beutegreifer keinen vernünftigen Grund gibt, wurden im Jagdjahr 2012/2013 mehr als 5.000 Steinmarder und 3.000 Iltisse erschossen und durch Fallen getötet. Der Iltis gehört zudem zu den unter der Berner Konvention international geschützten Tierarten und steht in Deutschland sowie NRW auf der Vorwarnliste der gefährdeten Tierarten. Steinmarder und Iltisse gehören zur Familie der Marder.

Der Steinmarder ist ein echter Kulturfolger und Meister der Anpassung. Im Siedlungsbereich findet er genügend Nahrung und Unterschlupf. Der Iltis hingegen besiedelt überwiegend Wälder und Wiesen sowie Feuchtgebiete; ab und an findet man ihn jedoch auch in Ställen und Scheunen. Neben dem Abschuss ist auch die Fallenjagd mit Totschlag- und Lebendfallen eine gängige Praxis zur Tötung der Tiere. Vielfach sind Tiere, die in Totschlagfallen geraten, jedoch nicht sofort tot und leiden über Stunden. Auch bei Lebendfallen geraten die gefangenen Wildtiere häufig in Todesangst, verletzen sich selbst oder sterben am Stress.

Wissenschaftliche Ergebnisse zur Jagd

Zahlreiche Studien belegen, dass der Abschuss von Tieren nicht dazu geeignet ist, Wildtierpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt.[1] Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass in dem bejagten Gebiet die Anzahl der betreffenden Wildtiere ansteigt. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

[1] Servanty S., Gaillard J., Toigo C., Brandt S. & Baubet E. (2009) Pulsed resources and climate‐induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of animal ecology 78.6 1278-1290.

Mehr Informationen

PETA.de/Jagd_Hintergrundwissen
PETA.de/Jagdirrtümer

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