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Jägerin schießt Kind an

Jägerin schießt Kind an

Elztal: Kind wird von Jägerin angeschossen und überlebt. PETA fordert ein Verbot der Hobbyjagd in Deutschland.

Jägerin schießt Kind an, eine Erntejagd mit fatalen Folgen: Am vergangenen Sonntag wurde ein 12-jähriger Junge auf einem Maisfeld in Elztal von einem Jagdgeschoss getroffen und schwer verletzt. Wie das Polizeipräsidium Heilbronn mitteilte, feuerte eine 31-jährige Jägerin oberhalb des Ackers einen Gewehrschuss ab, um in der sogenannten Erntejagd einen aus dem Feld flüchtenden Fuchs zu töten. Das Geschoss verfehlte jedoch das Tier und durchschlug die Frontscheibe des Führerhauses einer Erntemaschine, die sich circa 200 Meter entfernt befand. Der Junge, der auf dem Beifahrersitz des Gefährts saß, wurde am Bein getroffen und musste schwer verletzt mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei ermittelt derzeit den genauen Tathergang. Im Hinblick auf diesen und ähnliche Jagdunfälle fordert PETA Deutschland e.V. das längst überfällige Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr neben hunderttausenden Tieren, denen erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, im deutschsprachigen Raum auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden.

Die Expertin zum Thema

„Der aktuelle Fall in Elztal zeigt wieder einmal: Bei der Jagd besteht Gefahr für jedes Lebewesen, das sich in der Nähe aufhält – ob Mensch oder Tier“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Jährlich ereignen sich dutzende Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten. Die Hobbyjagd muss verboten werden.“

Wichtig zu Wissen!

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt.[1] Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich in dem betreffenden Gebiet die Population der Wildschweine erhöht. Auch der namhafte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

Weitere Informationen

PETA50plus.de/finger-weg-von-wildfleisch/
PETA.de/Jagd
PETA.de/Jagdunfälle

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