Für Tierfreunde im besten Alter

Interessante Studie: Schimpansen in der Unterhaltungsindustrie sind negativ für den Artenschutz

Affen in Zoo und Zirkus, Fernsehserien mit Affen in der Hauptrolle und auch Affen in der Werbung gehören zu unserem Alltagsbild. Leider – so muss man an dieser Stelle sagen, denn Primaten sind Wildtiere und sie gehören in die Freiheit. Die Darstellung in der Unterhaltungsindustrie schadet dem Empfinden dafür, wo Affen wirklich leben sollten. Das Bild eines Affen im menschlichen Umfeld ist Normalität geworden und dies schadet dem Artenschutz.

Affen brauchen die Freiheit. Foto: (c) stockphoto.com-Guenter-Guni

Affen brauchen die Freiheit. Foto: (c) stockphoto.com-Guenter-Guni

Auch die Wissenschaft ist zu diesem Ergebnis gekommen: Forscher aus Chicago haben eine Studie veröffentlicht, der zufolge Menschen ein weitaus geringeres Verständnis für den Schutz von bedrohten Schimpansen haben, wenn sie zuvor Abbildungen gesehen haben, wo Schimpansen mit Menschen zusammen oder vermenschlicht dargestellt sind. Die Menschen, die die Schimpansen in dieser Umgebung  betrachtet haben, gingen anschließend überwiegend davon aus, dass die Menschenaffen in freier Natur nicht bedroht und sogar als Haustier geeignet seien.

Der Hauptautor der Studie, Steve Ross, sagt zusammenfassend, dass die falsche und unseriöse Darstellung dieser bedrohten Menschenaffen für die Unterhaltungsindustrie dem Schutz der Tiere in freier Wildbahn sowie dem Tierschutz abträglich ist.

Der Einsatz von Schimpansen und anderen Wildtier-Arten für Film, TV und Werbung geschieht immer auf Kosten der Tiere. Schimpansen beispielsweise werden als Babys von ihren Müttern getrennt, die wochenlang um sie weinen. Die jungen Schimpansen werden in einer von Gewalt und Zwang geprägten Dressur zum Gehorsam gezwungen, bis sie im Alter von 5 bis 6 Jahren zu stark und aufsässig werden und die restlichen 50 Jahre ihres Lebens unter entsetzlichen Bedingungen und teilweise in Einzelhaltung  in Pseudo-Auffangstationen verbringen müssen.

Bei der Zurschaustellung von Wildtieren in der Unterhaltungsindustrie sollten neben den Tierschützern deshalb auch die Natur- und Artenschutzorganisationen an einem Strang ziehen. Bisher haben sich Organisationen wie Greenpeace oder der WWF allerdings nicht gegen die Verwendung von Wildtieren im Zirkus oder im TV ausgesprochen, obwohl dies unmittelbar ihren eigenen Zielen entsprechen würde.

Falls Sie Mitglied oder Spender/in in einer Natur- oder Artenschutzorganisation sind, dann prüfen Sie doch bitte, wie dort mit dem Thema “Tiere in der Unterhaltungsindustrie” umgegangen wird. Machen Sie sich dafür stark, dass sich „Ihre“ Organisation auch gegen die Benutzung von Wildtieren ausspricht, die für die Unterhaltung der Menschen im Zirkus oder im Fernsehen herhalten müssen.

Mehr Informationen finden Sie hier:

www.peta.de/web/anjelica_huston.1798.html

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