Für Tierfreunde im besten Alter

Igel-Paradies Garten

Igel-Paradies Garten

PETA gibt Tipps, wie der eigene Garten zum Winterquartier für Igel wird.

 

Igel-Paradies Garten: So fühlen sich die Tiere wohl. Der Sommer geht zur neige, noch ist etwas Zeit, um den Garten so vorzubereiten, dass kleine Tiere in ihm überwintern können. Wer Igeln ein gemütliches Plätzchen bereiten möchte, der kann die ein oder andere Vorkehrung treffen und dies am besten schon jetzt zum Herbst. Denn so können die Igel ihr Winterparadies entdecken und sich rechtzeitig einrichten.

Sobald die Tage dann kürzer werden und die Temperaturen sinken, rüsten sich die nachtaktiven Säugetiere für den Winterschlaf.

Doch Achtung: Auch wenn Igel niedlich aussehen, bleiben sie Wildtiere. Gesunde Igel sollten keinesfalls zum Überwintern in menschliche Obhut genommen werden. Die damit einhergehende Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist ein gefährlicher Eingriff in das Leben der Winterschläfer.

 

PETA50Plus hat einige Tipps zusammengestellt, wie der Herbst zu einem „igeligen“ Vergnügen wird.

 

Naturnaher Garten

Ganz egal, ob es sich um einen kleinen Schrebergarten oder ein großes Grünparadies handelt: Zu aufgeräumte Gärten bieten kaum Unterschlupf und Nahrung für die heimische Tierwelt. Besser ist es, Äste, die beim Beschneiden der Bäume anfallen, nicht zu entfernen, sondern sie zu einem Haufen zu stapeln. Das Gleiche gilt für Laub: Igel lieben es, in Laubhaufen zu schlafen oder – wenn der Haufen groß genug ist – sogar darin zu überwintern. Durch Laub und Holz werden Insekten angezogen – diese sind nicht nur für Vögel, sondern auch für Igel ein wichtiges Hauptnahrungsmittel.

Gartenbesitzer, die ihren Rasen ordentlich halten möchten, können als Kompromiss auf das Mähen unter Hecken und Sträuchern verzichten. Bei der Düngung des Gartens sollten Sie unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgreifen. Chemische Mittel, die Insekten und Schnecken töten, schaden in der Folge auch den Igeln.

 

Durchgänge schaffen

Igel durchstreifen auf ihrer Nahrungssuche große Gebiete. Eingezäunte Gärten blockieren die Laufwege und können schlimmstenfalls zur tödlichen Falle für die Insektenesser werden. Damit sich Igel nicht in groben Drahtzäunen verfangen, sollten die Gitter nicht bodentief sein und einen Durchschlupf haben. So können die Tiere ungestört von Garten zu Garten streifen.

 

Nahrung

Sollten Herbst oder Winter sehr kalt und nahrungsarm sein, bietet es sich an, mäßig hinzuzufüttern. Oft genügt eine regelmäßige Beifütterung an einem gewohnten Platz im Garten. Zum Schutz vor größeren Tieren kann die Schale mit Nahrung unter eine umgestülpte Obstkiste mit Eingang gestellt werden. Keine Sorge, dass der Igel die Nahrungsstelle nicht findet – er hat eine ausgesprochen gute Nase. Die Nahrungsempfehlung für Igel lässt sich beim Tierarzt oder einer ortsansässigen Igelstation erfragen. Um die Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten, sollten Igelfreunde täglich eine frische Schale mit Wasser bereitstellen.

 

Kranke Igel

Als Wildtiere müssen Igel zwar prinzipiell „in Ruhe gelassen werden“, doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Leider kommt es vor, dass Igel krank werden. Diese Tiere benötigen Hilfe. Krankheitszeichen sind: Untergewicht, Taumeln, Zittern, Husten und Röcheln, rasselnde Atmung, ein „Sich-nicht-Einrollen“ und das Umherlaufen am hellen Tag. Tierfreunde, die einen kranken Igel finden, sollten das Tier sofort zum Tierarzt bringen. Igel, die im September unter 200 g, im Oktober unter 300 g und im November um die 500 g wiegen, haben Probleme, bei zunehmend kaltem Wetter das für den Winterschlaf nötige Gewicht von 700 g zu erreichen. Sie würden verhungern bzw. erfrieren und sind deshalb zur Überwinterung in Obhut zu nehmen bzw. geben.

Igel-Pflege ist sehr arbeitsaufwendig. Die Versorgung mit Nahrung und ggf. Medikamenten sowie die Reinigung des Winterunterschlupfes nehmen viel Zeit in Anspruch. Fast jeder im Spätherbst gefundene Igel hat Flöhe und Lungen- oder Darmparasiten, die sich – wird das Tier ins Haus genommen – explosionsartig vermehren. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, sofort nach Aufnahme Floh- und Wurmkuren durchzuführen. Da viele der Parasiten, Flöhe und Krankheiten möglicherweise auf andere tierische oder menschliche Mitbewohner übertragbar sind, ist es unbedingt empfehlenswert, sich an einen Tierarzt, den örtlichen Tierschutzverein oder eine Igelstation zu wenden.

Es macht Freude, Igel im Garten und in der Natur zu beobachten. Die kleinen stacheligen Freunde sollen willkommene Gäste sein und einen ruhigen Platz finden. Zum Dank kann es dann gut sein, dass der Gartenfreund im nächsten Jahr weniger Schnecken in den Beeten findet, denn Igel fressen diese gerne ….

Bild / Quelle: Erika-Hartmann_pixelio.de

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