Für Tierfreunde im besten Alter

Halte Dich fern von Menschen, die Pflanzen ausreißen und Tiere töten

Halte Dich fern von Menschen, die Pflanzen ausreißen und Tiere töten

Dieses Sprichwort wird seit Generationen innerhalb von Familien weitergegeben. Großeltern übermitteln es ihren Enkelkindern und versuchen, ihnen damit etwas Wichtiges zu verdeutlichen.

Halte Dich fern von Menschen, die Pflanzen ausreißen und Tiere töten: Was genau sagt uns dieses Sprichwort und warum? Menschen, die mit diesem Gedankengang konfrontiert werden, verstehen – auf emotionaler Basis – zumeist sofort, dass an diesen Worten viel Wahres ist. Fragt man aber warum, so lässt es sich schwer in Worte fassen.

Natur und Tiere sind Teil des Ganzen

Die Natur ist die Quelle der menschlichen Existenz. Ohne frisches Wasser und saubere Luft können wir nicht leben! Der Umgang mit diesen Ressourcen unterliegt heute jedoch einem starken Wandel, denn immer mehr Menschen leben in Großstädten und Ballungszentren, und dadurch verändert sich die Menge an benötigten Ressourcen und deren Wahrnehmung durch den Menschen.

Die Natur ist in Großstädten nur noch in Form von städtischen Parks und Grünflächen erlebbar. Diese Natur ist jedoch kultiviert; sie entspricht nicht dem, was man in der unberührten Landschaft erleben kann und was hier an Leben stattfindet. Unsere Kinder können sich in ihrer tagtäglichen Entwicklung nicht mehr mit der Schönheit der Natur vertraut machen. Stadtkinder lernen, dass man die Natur schützen und den Müll trennen soll. Sie lernen verschiedene Tiere kennen – oftmals aber nur in Wildparks oder Zoos. Diese Einrichtungen sind für ein Tier der Freiheit kein angemessenes Lebensumfeld, denn es ist sein Leben lang in ihnen eingesperrt. Viele Kinder wissen heute nicht wirklich, wie sich die Freiheit jenseits betonierter Städte anfühlt.

Philosophisch betrachtet ist jedes Tier ein Stück Natur

Aus Sicht der Dichter und Denker sind Natur und Tiere eine Symbiose. Auch die Biologie zeigt auf, das alles eine Funktion in einem komplexen System hat, welches ohne das Eingreifen des Menschen wunderbar funktionieren würde.

Doch durch den Mangel an erlebter, echter Natur verändert sich beim „modernen Menschen“ das Gefühl zu Tieren. Es wachsen Generationen heran, deren Verhältnis zu anderen Lebewesen sich durch fehlende Erfahrungen stark verändert hat. Plötzlich sind Tiere nicht mehr Teil des Ganzen, sondern werden kategorisiert. Der Mensch hat die Unterscheidung zwischen „Wildtieren“, „Labortieren“, „Nutztieren“ und „Haustieren“ erschaffen, was zu einer emotionalen Spaltung im Bezug auf Tiere und deren Leben führt. Wir lieben die Wesen, die mit uns im Alltag leben. Aber wir essen Tiere, über deren Leben wir nichts wissen. Für unseren tierischen Freund würden wir nahezu alles tun, um sein individuelles Leben zu retten. Aber die Tiere, die in Laboren zu Millionen sterben, sind weit von uns entfernt.

Über die Jahrzehnte hinweg hat sich unsere Gesellschaft erstaunlich gut damit arrangiert, dass Tiere in verschiedene Gruppen eingeteilt und damit emotional unterschiedlich bewertet werden.

Aber: Ist das wirklich fair?

Problematisch und zugleich interessant wird es, wenn wir uns Tiere ansehen, die ein und derselben Gattung angehören, aber vom Menschen in verschiedene „Schubladen“ eingeteilt wurden. So kann eine Ratte ein geliebtes Haustier sein, für das wir spezielles Futter kaufen, ein Haus einrichten und das wir als Freund immer bei uns haben. Sie kann aber auch ein „Schädling“ sein, der vergiftet werden darf und elend daran stirbt. Oder aber, sie ist in einem Labor und muss für Versuche zur Verfügung stehen.

Und wie sieht es mit einem der Lieblingstiere der Deutschen aus, mit dem Hund? Er ist unser bester Freund, so mancher schwelgt sogar im echten Luxus, wir besuchen Kurse für und mit dem Hund und lesen alles, was ihn uns näher bringt. Aber an ihm dürfen auch Versuche durchgeführt werden, und in anderen Kulturen steht er auf dem Speiseplan.

Darf sich der Mensch diese Beurteilung herausnehmen?

Die Frage nach Ethik und Moral ist umfassend und wird viel diskutiert. Worauf wir hinaus möchten, das sind die Entscheidungen, die jeder Einzelne jeden Tag für sich trifft. Wer mit Pflanzen und somit mit der Natur sorgfältig umgeht, der begreift auch die Tiere – und zwar alle Tiere – als Teil der Natur und der Schöpfung. Wer mit Liebe mit all dem umgeht, was ihn umgibt, der wird keine Unterscheidung mehr machen zwischen all den Schubladen, in die wir Menschen die Tiere im Laufe der Zeit gesteckt haben.

Pflanzen und Tiere haben einen Platz im komplexen Ganzen und es ist an der Zeit, wieder umzudenken. Jeder ist Teil dieser wichtigen Aufgabe. Ein veganer Lebensstil und ein bewusster Umgang mit allem, was uns umgibt, ist der richtige Weg.

Deshalb ist ratsam: „Halte Dich fern von Menschen, die Pflanzen ausreißen und Tiere töten“. Denn: Diese Menschen erfassen das Sein nicht als komplexes und schützenwertes System, sondern sie erheben sich darüber und lassen zu, dass Lebewesen sterben.

 

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