Für Tierfreunde im besten Alter

Gelebtes Engagement: Tierversuche – nein danke!

Gelebtes Engagement: Tierversuche – nein danke!

PETA50Plus berichtet über gelebtes Engagement für Tierrechte und gegen Tierversuche. Manch einer fragt sich „Was kann ich schon tun?“ – die Antwort ist klar: Sehr viel! Als Mutmacher schreibt Gastautor Horst Plohnke über seinen Einsatz für Tiere.

Es ist 4:30 Uhr am Morgen. Der Wecker klingelt, Horst Plohnke zögert nicht lange und steht auf. Seine Frau unterstützt ihn bei seinem Engagement und setzt den Kaffee auf. Der 76-jährige Tierrechtler kämpft vor den Toren des LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Hamburg-Harburg für die Tiere und gegen das Vergessen an. Jedes Jahr werden Tausende von Tieren an diesem Ort für Tierversuche gequält und getötet – und das, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass die Ergebnisse aus solchen Tests nicht auf den Menschen übertragbar sind.

Horst Plohnke hat Tiere schon immer geliebt und sich bei Demonstrationen, Infoständen und mit Leserbriefen aktiv für ihre Rechte eingesetzt. Als er erfuhr, dass sich die Zentrale des größten Tierversuchslabors Norddeutschlands nicht weit von seinem Haus befindet, schloss er sich sofort den Protesten an. Seitdem steht er mit anderen Aktivisten dreimal wöchentlich frühmorgens von 6:00 bis 8:30 Uhr vor den Werkstoren des LPT und informiert die Mitarbeiter, aber auch Anwohner und Passanten über alternative, tierleidfreie Forschungsmethoden.

Menschen wie Horst Plohnke sind Vorbilder, denn jeder kann sich für Tiere einsetzen! Jede Entscheidung für ein tierfreundliches Leben ist wichtig, um das Leben von Millionen von Tieren zu verbessern. Denn: Jedes Tier hat ein Recht auf sein Leben!

Horst Plohnke über seinen Einsatz gegen Tierversuche

„Es ist 6 Uhr in der Früh. Wir beginnen mit dem Aufstellen der zahlreichen Grabkerzen und dem Anbringen unserer Plakate in der Einfahrt zum Labor, mitten in einem friedlichen Wohngebiet und entlang der morgens viel befahrenen Hauptstraße. In der KiTa gegenüber ist noch alles ruhig. Erste Labormitarbeiter kommen an uns vorbei, einige grüßen, andere schauen demonstrativ zur Seite. Nach zwei Jahren kennt man uns hier. Deshalb kommt es gelegentlich sogar zu kurzen Gesprächen.

„Katze“, der Hund von Mitstreiterin Angela, macht es sich zu unseren Füßen auf seiner Decke bequem. Erste Anwohner gehen mit ihren Hunden Gassi. Auch sie begrüßen uns freundlich und bleiben häufig auf ein paar Worte stehen. Vielen von ihnen war lange nicht bekannt, dass sich ein Tierversuchslabor in ihrer Nachbarschaft befindet. Viele Pkw- und Busfahrer blenden ihre Scheinwerfer auf, hupen, winken, machen das Daumen-nach-oben-Zeichen und halten auch schon einmal kurz für ein paar freundliche Zurufe an. Wir freuen uns sehr, dass unsere Aktion für die Tiere inzwischen so viel Aufmerksamkeit erhält, nachdem viele Jahrzehnte anscheinend kaum jemand Notiz vom Tierversuchslabor genommen hatte.

Bei Wind und Wetter vor Ort. Horst & Angela. Foto: (c) privat

Bei Wind und Wetter vor Ort. Horst & Angela. Foto: (c) privat

Inzwischen, nach zwei Jahren Mahnwache, kann keiner mehr behaupten, er oder sie hätte nichts gewusst! Immer wieder kommen jetzt auch noch weitere Unterstützer zu unserer Mahnwache hinzu. Jeder, der sich für die Tiere einsetzen und an unserer stillen Mahnwache teilnehmen möchte, ist herzlich willkommen. Auch über Vertreter ortsansässiger Parteien freuen wir uns sehr, zeigt es doch, dass auch die Politik inzwischen Notiz von den Tierversuchen nimmt.

Für die Tiere und gegen das Vergessen. Foto: (c) Horst Plohnke

Für die Tiere und gegen das Vergessen. Foto: (c) Horst Plohnke

Langsam wird es lebendiger um uns herum, viele Menschen haben ein paar nette und anerkennende Worte für uns. Das bedeutet für uns, dass es sich wirklich lohnt, so früh aufzustehen und bei jedem Wind und Wetter für zwei bis drei Stunden vor dem LPT an die hier zu Tausenden gequälten und getöteten Tiere zu erinnern.

Natürlich melden wir unsere morgendlichen LPT-Mahnwachen auch bei den zuständigen Behörden an. Anfangs bekamen wir noch regelmäßig Polizeischutz während unserer Mahnwachen. Das erwies sich leider auch als äußerst notwendig, weil wir gerade in den ersten Monaten unserer Aktion viele aggressive Reaktionen aus den Reihen der verunsicherten LPT-Mitarbeiter ernteten. Da wurde mal mit dem goldenen Firmen-BMW direkt auf uns zugefahren, es wurden Grabgestecke zerstört und verbale Attacken gab es auch.

Inzwischen ist es 8 Uhr durch, die meisten Angestellten des LPT sind jetzt im Labor. Wir wissen, was das für die Tiere bedeutet …

Es ist unser Herzensanliegen, dass niemand mehr die Bilder der gequälten Tiere ausblenden kann, solange diese unsinnigen Tierversuche legal sind. Deshalb klären wir auf und geben den Tieren Gesicht und Stimme.

Gönnen wir uns in den Ferien oder zu Weihnachten und Silvester eine Auszeit, werden wir hinterher freudig von Anwohnern angesprochen, weil sie befürchteten, wir hätten aufgehört.

N e i n, wir machen weiter – und das, solange wir können!“

Horst Plohnke bei der stillen Mahnwache. Foto: (c) privat

Horst Plohnke bei der stillen Mahnwache. Foto: (c) privat

 

Wissenswertes über Tierversuche

Alle drei Sekunden stirbt ein Tier in einem europäischen Versuchslabor. In legalen wissenschaftlichen Experimenten werden Tiere vergiftet, Futter-, Wasser- oder Schlafentzug sowie massivem psychischen Stress ausgesetzt, ihre Haut und Augen werden verätzt, sie werden absichtlich mit Krankheiten infiziert, ihr Gehirn wird beschädigt, sie werden gelähmt, operativ verstümmelt, verstrahlt, verbrannt, vergast, zwangsgefüttert, bekommen Stromschläge und werden getötet. All dies geschieht jährlich Millionen von Tieren.
Tierversuche sind grausam und wissenschaftlich ungenau. Sie verschwenden immense Summen öffentlicher Gelder, verzögern den medizinischen Fortschritt und behindern unser Verständnis von menschlichen Krankheiten. So wurde z. B. die Erforschung von Krankheiten wie Polio, Herzinfarkt und Diabetes massiv dadurch verzögert und beeinträchtigt, dass wir sie zunächst an anderen Spezies als dem Menschen studiert haben.

Unzählige Studien haben gezeigt, dass Tierversuche nicht in der Lage sind, menschliche Reaktionen auf Krankheiten oder Medikamente präzise vorauszusagen; manchmal versagen sie sogar zu über 25 Prozent – es könnte also durchaus sicherer sein, eine Münze zu werfen! 92 Prozent aller neuen Medikamente fallen in klinischen Versuchen durch, nachdem sie im Tierversuch bestanden haben. Das ist ein ernster Weckruf: Wir müssen uns weiterentwickeln, statt blind Leuten zu vertrauen, die ganz eigene Interessen daran haben, weiterhin Tierversuche durchzuführen.

Seit Jahren engagiert sich PETA gegen Tierversuche und für eine tierfreundliche Forschung.

Gegen das Grauen im Labor – Stille Mahnwache im Morgengrauen

Das LPT, Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG (www.lpt-pharm-tox.de), ist eines der größten Auftragslabore mit Hauptsitz in Hamburg-Neugraben. Tag für Tag werden hier Tiere im Auftrag der Pharma- und Chemiekonzerne gequält. Nach Angaben der Kontrollbehörde verlässt kein Tier das Labor lebend (1). Sie sterben im Versuch oder werden nach Versuchsende getötet.

Seit 2009 kämpft die Initiative Lobby pro Tier für ein Ende der grausamen Tierversuche und für eine tierversuchsfreie Forschung.

Was können Sie tun?

Sie sehen Tierleid in Ihrer Umgebung? Schauen Sie hin, informieren Sie die Behörden oder PETA und bieten Sie Hilfe an. Entscheiden Sie sich jeden Tag für ein tierfreundliches Leben. Denn: Es sind wir Menschen, die das Leben von Tieren verändern können. Bitte kaufen Sie keine Produkte die an Tieren getestet wurden und für die Tiere leiden mussten – der Konsument hat großen Einfluß auf Konzerne und angebotene Waren.

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Quelle:

(1) Der schriftliche Beleg dieser Aussage liegt PETA50Plus vor und kann eingesehen werden.

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