Für Tierfreunde im besten Alter

Freiheit für Hummer

Hummer sind wunderschöne und faszinierende Meeresbewohner, die noch immer als „Delikatesse“ bei zahlreichen Gourmets gelten. Vielleicht auch deshalb, weil die Menschen nicht genug über Hummer wissen.

Entgegen den Behauptungen seitens der Verkäufer gibt es heute kaum noch Zweifel daran, dass Hummer – wie alle Tiere – Schmerz empfinden können. Die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, dass das Nervensystem eines Hummers ziemlich gut entwickelt ist. So sagt beispielsweise der Neurobiologe Tom Abrams, dass Hummer „über eine ganze Spanne an Gefühlen“ verfügen. Jelle Atema, Meeresbiologin am Marine Biological Laboratory in Woods Hole, Massachusetts, ist eine der landesweit führenden Experten über Hummer. Sie meint: „Ich persönlich bin der Ansicht, dass sie Schmerz empfinden.“

Hummer empfinden vielleicht sogar noch mehr Schmerz als wir es in vergleichbaren Situationen tun würden. Eine bekannte Zeitung für Nahrungsmittel schlug vor, Hummer zu halbieren, bevor man sie auf den Grill wirft (ein Rezept, das „nichts für Weicheier ist“ warnte das Magazin) und man weiß von mehr als einem Koch, der Hummer vor dem Kochen in Stücke schneidet. Aber der Zoologe für Wirbellose, Jaren G. Horsley, meint dazu: „Der Hummer verfügt nicht über ein autonomes Nervensystem, das ihn in einen Zustand des Schocks versetzt, wenn er verletzt wird. Er fühlt daher vermutlich, wie er aufgeschnitten wird. … Ich denke, der Hummer hat furchtbare Schmerzen, wenn man ihn aufschneidet … und fühlt den gesamten Schmerz, bis sein Nervensystem zerstört ist“.

 

Das Leiden der Hummer. Foto: Rainer Sturm, pixelio.de
Das Leiden der Hummer. Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

10 gute Gründe keinen Hummer zu essen

 

1. Hummer haben Rechte

PETA ist der Ansicht, dass die Grundrechte aller Tiere, also ihre ureigensten Interessen, berücksichtigt werden müssen, egal, ob die Tiere für den Menschen von irgendeinem Nutzen sind oder als Delikatesse gelten. Genau wie wir können sie leiden und haben ein Interesse daran, ihr eigenes Leben zu leben, ein Leben in Freiheit und Unversehrtheit. Daher steht es uns nicht zu, Hummer für unsere Ernährung zu fangen, zu quälen und zu töten.

2. Gekocht werden tut weh … auch Hummern

Stellen Sie sich vor, man wirft Sie in einen Topf mit kochendem Wasser. Für Hummer ist solch ein Tod vermutlich noch qualvoller als für uns, denn sie haben kein autonomes Nervensystem, das sie durch Ausschüttung von Endorphinen betäuben würde. Sie leiden folglich so lange bis ihr Nervensystem durch das Kochen zerstört ist. Und das kann bis zu 3 Minuten dauern.

3. Es gibt keine alternative, schmerzlose Tötungsweise

Mit dem Messer ins Gehirn stoßen und darin herumbohren? Lebend in der Mitte durchschneiden? Lebendig einfrieren? Wie würden sie denn am liebsten getötet werden wenn Sie ein Hummer wären? Gar nicht? Na also!

4. Hummer sind faszinierende Tiere

Hummer haben blaues Blut, kauen mit dem Magen und werden so alt wie Elefanten. Die nachtaktiven Einzelgänger leben in Höhlen und unter Steinen in Wassertiefen von bis zu mehr als 50 Metern. Die meisten Hummer sind „Rechtshänder“ (die rechte Schere ist kräftiger und dient dem Beutefang sowie der Verteidigung. Mit der linken Schere zerkleinern sie die Nahrung), bei „Linkshändern“ ist das andersrum. Bei einer Größe von maximal 70 cm erreichen sie ein Gewicht von 9 Kilogramm. Die Weibchen werden erst mit 6 Jahren geschlechtsreif und laichen alle 2 Jahre. Sie tragen bis zu 100.000 Eier neun Monate an ihrem Schwanzteil mit sich herum. Die Larven sind frei schwimmend. Junge Tiere häuten sich bis zu neun Mal pro Jahr, ältere Tiere nur noch alle zwei Jahre.

5. Fang, Transport und Lagerung sind Tierquälerei

Die meisten Hummer werden aus den USA oder Kanada importiert, da sie in Deutschland bereits fast ausgerottet wurden. Nach dem Fang werden die Tiere in großen Fabriken auf Fließbändern nach Größe sortiert und mit zusammengebundenen Scheren einzeln in dunkle, enge Metallboxen verpackt. In Kühlhäusern bleiben sie ohne Futter manchmal wochenlang bewegungslos aufgestapelt, bis sie in alle Welt verschickt werden. Auch beim Fischhändler sitzen sie weiterhin mit zusammen gebundenen Scheren, aufeinander gestapelt und ohne Futter in kleinen Becken, so lange bis jemand sie kauft, lebend im Kühlschrank aufbewahrt und sie anschließend in kochendes Wasser wirft.

6. Hummer sterben aus

Vor der Küste Helgolands gab es einst einen reichen Hummerbestand, doch inzwischen ist der Hummer vom Aussterben bedroht. Helgoländer Hummerfischer fangen jährlich nur noch zwischen 200 und 300 Exemplare, früher waren es noch etwa 20.000 Tiere. In der Biologischen Anstalt Helgoland züchten Biologen Hummer und entlassen den Nachwuchs später in seinen natürlichen Lebensraum.

Freiheit für Hummer. Foto: W.R. Wagner, pixelio.de

Freiheit für Hummer. Foto: W.R. Wagner, pixelio.de

7. Auch Hummer-Esser sterben aus…

Möchten Sie die letzte Ratte sein, die das sinkende Schiff verlässt, nachdem alle anderen bereits abgesprungen sind? Luxus-Chefköche, Promis und Adelige, manche Städte (Reggio Emilia) und Länder (Neuseeland, 2 Staaten in Australien, Schottland, England und Norwegen) lehnen das Lebendkochen von Hummer inzwischen ab und planen einen dementsprechenden Gesetzesentwurf wie Österreich, der Hummer seit dem 1. Januar 2005 mit Wirbeltieren gleichstellt. Möchten Sie der Letzte der Barbaren sein?

8. Hummer-Esser leben gefährlich

Das Risiko eines Allergieanfalls nach dem Verzehr von Krustentieren ist nicht zu unterschätzen. Eine 20-jährige Amerikanerin erlitt nach dem Gute-Nacht-Kuss ihres Freundes, der Hummer gegessen hatte, beinahe einen tödlichen Allergie-Schock mit einer lebensbedrohlichen Atemnot und allen anderen Allergiesymptomen. „Allergische Reaktionen nach dem Genuss von Krusten- oder Weichtieren treten häufig bei Hausstaubmilben-Allergikern auf“, so Professor Dr. Thomas Fuchs, Allergologe und Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Hummer sind auch oft hochgradig mit Bakterien und Pestiziden verseucht und im Körper toter Hummer bilden sich recht schnell Giftstoffe, die zu Lebensmittelvergiftungen führen können.

9. Es gibt doch Veggie – Hummer

Warum lebende Tiere quälen und töten, wo es doch leckeren veganen Hummer (Rezepte und Fertigprodukte) gibt und selbst Restaurants inzwischen vegetarische „Hummerschwänze“ anbieten?

10. Nur ein Dummer isst Hummer

Egal ob Sie Tiere mögen oder nicht, reich sind oder arm, ob Ihnen Hummer schmeckt oder nicht, Hummer zu essen ist grausam, ja barbarisch, das sollte jeder erkennen, selbst wenn er einen Stein anstelle eines Herzens hat.

Alleine das Vorhandensein eines Verstandes zum Nachdenken und eines noch so geringen ethischen Bewusstseins, oder einer „ethischen Intelligenz“ sollte ausreichen, um einem den Appetit auf Hummer zu verderben.

 

Interessant zu wissen: Bei der Handelskette „Metro“ wird noch immer lebender Hummer verkauft, immer mehr Kunden geben daher Ihre Metro-Karten zurück und kaufen nicht mehr dort ein.

 

Was können Sie tun?

Kaufen und Essen Sie keinen Hummer, klären Sie Menschen in Ihrer Umgebung über das Leiden der Hummer aus.

Sie entdecken Hummer auf Speisekarten? Sprechen Sie die Geschäftsführung des Restaurants freundlich darauf an und verweisen Sie auf unsere Seite für mehr Informationen zum Thema.

Noch mehr Tipps, was Sie für Hummer tun können, finden Sie hier: PETA.de/web/was_sie_tun.413.html

 

Mehr Informationen finden Sie hier:

Freiheit-fuer-Hummer.de

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