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Finger weg von Wildfleisch

Finger weg von Wildfleisch

Es sind „Klassiker“ der Deutschen Küche: Wildgulasch und Rehbraten. Doch Achtung! Wildfleisch ist nicht gesund und der Verbraucher wird oftmals durch einen „regionalen“ Touch der Produkte getäuscht.

Finger weg von Wildfleisch: In der von Oktober bis Januar andauernden Hauptjagdzeit wird dabei Wildfleisch als besonders naturnah und gesund angepriesen – zu Unrecht, denn Wildfleisch ist häufig stark belastet.

Die Gefahren von Wildfleisch
  • Zersplittertes Blei im Fleisch: Stichproben im Rahmen des Lebensmittel-Monitorings des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) haben sehr hohe Werte bei der Belastung von Blei in Wildschwein-, Reh- und Hasenfleisch nachgewiesen [1]. Auch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) gab in einer Stellungnahme bekannt, dass Wildfleisch zu den am höchsten mit Blei belasteten Lebensmitteln gehört [2]. Der Grund: Die bei der Jagd verwendeten Bleikugeln zersplittern häufig im Tier – dabei verteilen sich Fragmente und winzige Bleisplitter. Eine oft empfohlene „Entfernung des Fleisches um den Wundkanal“ reicht meist nicht aus, um die kaum erkennbaren Bleisplitter zu entfernen.
  • Gefährliche Belastung: Verbraucher haben kaum Möglichkeiten, über Behörden an Informationen zur Gesetzeslage und Messergebnisse hinsichtlich der radioaktiven Belastung von Wildfleisch zu gelangen. Immer wieder zeigen Messungen eine Radioaktivität weit über dem für Fleisch festgesetzten Grenzwert. Grund hierfür ist die noch immer andauernde Belastung des Waldökosystems durch das radioaktive Cäsium-137 der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Laut BfR enthalten Fleisch und Innereien von Wildtieren außerdem vergleichsweise hohe Gehalte an Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB).
  • Keime durch Belastung: Wissenschaftliche Studien belegen, dass der bei der Jagd entstehende Stress zu einer erhöhen Keimbildung in Tierkörpern führt. Eine Verzögerung bei der Entfernung der Eingeweide lässt den Keimgehalt darüber hinaus drastisch ansteigen. Dies ist insbesondere bei der Nachsuche angeschossener Tiere und beim sogenannten Strecke legen der Fall, bei dem das Wild in einer vermeintlichen Zeremonie nebeneinander aufgereiht wird.
  • Mangelhafte Kontrollen: Es gibt in Deutschland keine Pflicht, getötete Wildtiere amtlich durch einen Tierarzt untersuchen zu lassen. Jeder Jäger entscheidet selbst, ob er ein Tier für eine „amtliche Fleischuntersuchung“ anmeldet. Einzige Ausnahme bildet die vorgeschriebene Untersuchung auf die Fadenwürmer Trichine bei Wildschweinen – doch auch hier gibt es Berichte über ungeklärte Differenzen zwischen der Anzahl der getöteten und untersuchten Wildschweine.
  • Trugschluss „regional“: Viele Verbraucher glauben, beim Kauf von Wildfleisch ein Produkt aus der Region zu beziehen. Deutschland gehört mit Tausenden Tonnen jährlich jedoch zu den weltweit größten Abnehmern neuseeländischer Hirsche – auf Verpackungen sowie Speisekarten in deutschen Restaurants ist die Herkunft häufig nicht sofort ersichtlich.
Wichtig zu wissen!

Doch nicht nur Wildfleisch bedeutet Leid für Mensch und Tier: In der ‚modernen‘ Tierhaltung sind Schweine, Rinder und Geflügel ein reines Produktionsgut und werden wie Produktionseinheiten in engen Hallen auf ihren eigenen Exkrementen eingepfercht. Der Infektionsdruck ist dabei so hoch, dass Landwirte den Tieren enorme Mengen Antibiotika verabreichen. Jeder Verbraucher, der Fleisch konsumiert, nimmt also mit hoher Wahrscheinlichkeit antibiotikaresistente Keime auf. Ist der menschliche Körper mit den gefährlichen Bakterien besiedelt, kann das zu nicht behandelbaren Infektionen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Mit einer rein pflanzlichen Ernährung lassen sich diese Risiken einfach umgehen.

[1] http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/01_Aufgaben/02_AmtlicheLebensmittelueberwachung/04_Monitoring/lm_monitoring_node.html

[2] http://www.bfr.bund.de/cm/343/bleibelastung-von-wildbret-durch-verwendung-von-bleimunition-bei-der-jagd.pdf

Weitere Informationen

PETA.de/Jagd_Hintergrundwissen

PETA.de/Jagd_Irrtümer

PETA50Plus.de/Rezepte

PETA50plus.de/jetzt-wirds-deftig

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