Für Tierfreunde im besten Alter

Dramatische Rettung: Das Kaninchen von der Autobahn

Dramatische Rettung: Das Kaninchen von der Autobahn

Es ist Ferienzeit, lange haben die Familien darauf gewartet. Doch wohin nun mit Bello, Mietz und dem Kaninchen? PETA50Plus erzählt eine wahre Geschichte…

Es ist Sommer, die letzten Schultage sind vorbei und nun ist endlich der lange ersehnte Urlaub da! Viele Familien verreisen und häufig fahren auch die Grosseltern mit in die Ferien. Für tausende Tiere sind die langen Sommerferien ein trauriger Anlass. Denn wer nicht früh genug plant, durch wen die tierischen Freunde in dieser Zeit versorgt werden, der kommt manches Mal auf eine sehr schlechte Idee: Aussetzen.

So werden Hunde an Rastplätzchen zurück gelassen oder einfach im Wald angebunden, wo sie kläglich verhungern und verdursten. Katzen werden fern von zuhause ausgesetzt und so manche Käfigtür eines Kaninchens wird heimlich an einem Parkplatz geöffnet.

So auch geschehen nördlich von Hamburg – lesen Sie nun, welches Tierleid entsteht, wenn man ein Tier aussetzt…

Tierrettung an der Autobahn...

Eine engagierte Tierschützerin fuhr vor wenigen Tagen von Hamburg aus hinaus zu ihrem Haus auf dem Lande. Plötzlich sah sie am Rand der Autobahn ein schwarzes Kaninchen hoppeln. Sie nahm die nächste Ausfahrt, fuhr zurück zu dieser Stelle und telefonierte dabei vom Auto aus mit der Hamburger Tierrettung, der Polizei und manch anderer offizieller Stelle, um Hilfe zu bekommen.

Gerettet - aber sehr schwer verletzt. Foto: Anna-C. Hein für PETA

Gerettet – aber sehr schwer verletzt. Foto: Anna-C. Hein für PETA

Da sie das Tier beim ersten Versuch nicht einfangen konnte, erlaubte die Polizei das Aufstellen einer Lebendfalle – mehr Unterstützung wurde von offizieller Seite nirgends gegeben. Die Dame setzte Himmel und Erde in Bewegung, um so schnell wie möglich auf privatem Wege einen Helfer zu finden, der sie bei der Aktion unterstütze.

Gesagt – getan: Nach stundenlangem suchen fand sie eine helfende Person, die den Käfig dort positionierte. Gefüllt mit Leckerlies und Apfelstücken wurde an sicherer Stelle die Lebendfalle positioniert, damit das Kaninchen den Ort findet, wurde eine Futterspur dorthin gelegt.

Zwei Abende lang fuhr die Dame immer wieder zur Falle – nichts. Sie legte frisches Futter aus. Nachts hatte sie eine Eingebung, das Tier sei nun in Sicherheit. Sie stand auf und fuhr wieder zu dem Gebüsch hinter der Autobahn und tatsächlich: Eine wunderschöne, schwarz-fellige Kaninchen-Dame saß dort und guckte sie mit großen Augen an.

Unermessliche Schmerzen - der offene Bruch. Foto: Anna-C. Hein für PETA

Unermessliche Schmerzen – der offene Bruch. Foto: Anna-C. Hein für PETA

Zuhause angekommen untersuchte sie das Tier zusammen mit ihrem Mann. Die ernüchternde Feststellung: Ein offener Bruch, der die ganze Hinterhand entlang ging, starke Dehydrierung und insgesamt eine flache Atmung. Die Ohren waren von Milben befallen und stark entzündet. Am nächsten morgen – einem Sonntag – fuhr sie sofort zur Tierklinik, die Notdienst hatte.

Schwerer Trümmerbruch, wahrscheinlich durch Kollission mit einem Auto. Foto: Anna-C. Hein für PETA

Schwerer Trümmerbruch, wahrscheinlich durch Kollission mit einem Auto. Foto: Anna-C. Hein für PETA

Das Röntgenbild nahm der Tierretterin jegliche Hoffnung, dieser Bruch war nicht heilbar. Dazu war das Tier bereits so angeschlagen, dass es die Narkose und die schwere OP nicht überlebt hätte. Das einzig Hilfreiche was sie tun konnte, war das Tier zu erlösen. Eine schwere Entscheidung, die doch richtig war. Denn auch der starke Lebenswille und der noch klare Blick würden nicht ausreichen, um es zu retten. In ihren Armen schlief die Kaninchen-Dame für immer ein…

Diese Geschichte ist so besonders traurig, da das Kaninchen dort in eine Gruppe aus lauter geretteten Einzeltieren hätte integriert werden können. Sie hätte für immer dort bleiben dürfen!

Wäre das Kaninchen nicht ausgesetzt worden – wovon ausgegangen werden kann, da dies sicherlich kein Tier der Wildnis war und in der Nähe ein stillgelegter Parkplatz ist – so hätte die Dame es sofort aufgenommen, wenn eine Ferienanfrage bei ihr angekommen wäre.

Was Sie tun können

Ein tierischer Freund ist eine Lebensbereicherung, keine Frage! Aber man übernimmt damit auch für viele Jahre eine große Verantwortung. Daher überlegen Sie bitte immer ganz genau, ob Sie und Ihre Familie den Anforderungen des jeweiligen Tieres gewachsen sind. Gerade Kaninchen müssen häufig ein trostloses Leben erdulden, wenn sie einsam und alleine in einem zu kleinen, handelsüblichen „Käfig“ ihr Dasein fristen. Kaninchen sind Gruppentiere, die viel Bewegung und Platz zum Buddeln brauchen – eine Tatsache, die sich Menschen häufig nicht bewusst machen. Sollten Sie in Ihrer eigenen Familie oder Nachbarschaft Familien haben, die einen tierischen Freund haben, so bieten Sie doch eine Ferienbetreuung an. Damit wäre Mensch und Tier geholfen und neue Freundschaften können entstehen.

Weitere Informationen

PETA50plus.de/neue-recherche-so-leiden-kaninchen-hamster-und-co

PETA50plus.de/die-rechte-von-kaninchen

PETA50plus.de/verreisen-mit-hund

PETA50plus.de/10-tipps-fuer-tierfreundliche-ferien-am-meer

 

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