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Die Arbeit von PISC: Wissenschaft gegen Tierversuche

Die Arbeit von PISC: Wissenschaft gegen Tierversuche

Ein Einblick in die Arbeit des PETA internationales Wissenschaftskonsortium – PETA50Plus erläutert die Arbeit der Experten gegen Tierversuche.

Die Arbeit von PISC: Wissenschaft gegen Tierversuche: Wer von PETA hört, denkt meist an öffentlichkeitswirksame Antipelzaktionen, Enthüllungen skandalöser Haltungsbedingungen von Tieren und an vegane Ernährung.

Von der Öffentlichkeit weniger bemerkt, dafür nicht weniger effektiv, vertritt das PETA internationales Wissenschaftskonsortium (PETA International Science Consortium, PISC) hinter den Kulissen der Tierversuchsindustrie die Interessen der Tiere. Es geht um das Wohlergehen und das Leben von Abermillionen Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Fischen, Vögeln, Hunden, Affen und anderen Tieren.

PISC ist eine Organisation, in der Wissenschaftler verschiedener PETA-Schwesterorganisationen wie PETA Deutschland, PETA USA und PETA UK zusammenarbeiten. PISC setzt sich dafür ein, dass Alternativen zu Tierversuchen entwickelt, gefördert, auf nationaler und internationaler Ebene von Behörden anerkannt und letztlich von Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen angewandt werden. Tierversuche lassen sich nämlich nur dann effektiv ersetzen, wenn all diese Gruppen in den Prozess eingebunden werden.

Was macht PISC genau? Ausgewählte Tätigkeitsfelder im Überblick

PISC stellt finanzielle Fördermittel für die Entwicklung von Alternativmethoden bereit und vergibt Preise. So wurden z. B. die Gewinner eines von PISC ausgeschriebenen Wettbewerbs mit rekonstruierten menschlichen Geweben wie Haut im Wert von jeweils 5.000 $ ausgestattet. PISC vergibt allerdings nicht nur Preise, sondern wird auch selbst für seine Arbeit ausgezeichnet, wie zuletzt mit dem begehrten Lush-Preis im Wert von 25.000 £.

PISC entwickelt Teststrategien für Alternativmethoden, mit denen Tierversuche besser ersetzt werden können. Die Wissenschaftler stellen ihre Entwicklungen auf wissenschaftlichen Konferenzen weltweit vor und veröffentlichen sie in Fachzeitschriften. Außerdem treffen sich PISC-Wissenschaftler mit Vertretern von Industrieunternehmen und beraten diese, wie sie Tierversuche ersetzen können. Durch die direkte Zusammenarbeit mit Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie, Forschern an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen sowie Behörden wie der Europäischen Chemikalienagentur gewährleisten die Mitarbeiter von PISC, dass die neuesten Fortschritte in der Forschung an Alternativmethoden auch in der Praxis der Industrie ankommen. Hierbei geht es unter anderem um das Anwenden von Alternativmethoden in Versuchen, die gemacht werden, um die Testanforderungen der EU-Verordnung für die Registrierung, Evaluierung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien (REACH) zu erfüllen. Es ist entscheidend, dass die Industrie die neuen Methoden nur dann flächendeckend anwendet, wenn die Behörden von ihnen überzeugt sind. Denn die Ablehnung von Testdaten durch die Behörden kostet Chemikalien- und Kosmetikhersteller viel Zeit und Geld.

Tierleid in Laboren. Foto: (c) PETA USA

Tierleid in Laboren. Foto: (c) PETA USA

Die internationale Harmonisierung der Alternativmethoden spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, um die weite Verbreitung und Anwendung der Methoden sicherzustellen. PISC bringt sich in Gremien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Europäischen Chemikalienagentur ein, um international verbindliche Testvorschriften sowie Leitfäden auszuarbeiten, nach denen sich Industrie und Behörden richten.

Ein großer Erfolg der Arbeit besteht darin, dass das PISC-Mitglied PETA UK die europäische Bürgerbeauftragte Emily O’Reilly animieren konnte, die Europäische Chemikalienagentur Ende 2014 aufzurufen, weniger Tierversuche von der chemischen Industrie zu verlangen. Denn die Europäische Chemikalienagentur hatte über Jahre hinweg gegen ihr Grundprinzip verstoßen, so wenige Tierversuche wie möglich zu verlangen und Alternativen vorzuziehen. Das Leiden und der Tod von schätzungsweise 100.000 Tieren wären vermeidbar gewesen. Behörden und Industrie möchten solche Fehler nicht wiederholen. PISC macht hier Druck und schafft Motivation.

Wir können uns nicht darauf verlassen, dass alleine der wissenschaftliche Fortschritt Tierversuche durch aussagekräftigere und tierleidfreie Alternativmethoden ersetzen wird. Hierzu sind Investitionen, Aufklärung und Vernetzung verschiedener Interessenvertreter erforderlich.

Sie sehen also, PETAs internationales Wissenschaftskonsortium bewegt etwas!

 

Über Dr. Christopher Faßbender:

Foto: (c) Dr. Christoph Faßbender / PETA

Foto: (c) Dr. Christopher Faßbender / PETA

Der Biologe arbeitet als wissenschaftlicher Berater zu Tierversuchen und Alternativmethoden für PETA und PISC. Durch seine frühere Forschungstätigkeit als Ökotoxikologe und seine heutige Arbeit kennt er sich mit schädlichen Wirkungen von Chemikalien auf Tier und Mensch aus. In seiner Tätigkeit für PETA Deutschland und PISC arbeitet er eng mit den Kollegen von PETA USA und PETA UK zusammen. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit behördlich vorgeschriebenen Tests für die Zulassung von Chemikalien auf dem EU-Markt. Dabei ist er vor allem auf internationaler Ebene aktiv und setzt sich bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) für Alternativen zu Tierversuchen ein.

 

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