Für Tierfreunde im besten Alter

Deutschland: Millionen Ferkel ohne Betäubung kastriert

Deutschland: Millionen Ferkel ohne Betäubung kastriert

Auch weiterhin keine Betäubungspflicht für Ferkel

Eigentlich sollte es ab dem 1. Januar 2019 nicht mehr erlaubt sein, Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren. Das hatte die Bundesregierung bereits 2013 beschlossen. Nun verkündete die Große Koalition jedoch, die Betäubungspflicht um gleich zwei Jahre zu verschieben – zum Leidwesen von rund 40 Millionen Ferkeln. Scheinbar war die Regierung von Interessenverbänden der Schweinehalter sowie Schweinehaltern aus den eigenen Reihen unter Druck gesetzt worden. Erst kürzlich hatte der Bauernverband eine Verdopplung des Schweinefleischpreises aufgrund der nahenden Betäubungspflicht gefordert.

„Die Agrarpolitik der CDU wird von Agrarlobbyisten wie den Bundestagsabgeordneten Johannes Röring und Josef Rief gesteuert, die selbst Schweine unter erschütternden Bedingungen halten. Die betäubungslose Ferkelkastration in der Agrarindustrie ist grausamste Tierquälerei. Der Versuch, Unrecht im Bundestag weiterhin zu legalisieren, zeigt die moralische Verkommenheit von Julia Klöckner und weiteren verantwortlichen Politikern.“ – Peter Höffken, PETA. 

Wie viel zwei weitere Jahre Aufschub nutzen sollen, ist unklar. Schließlich hatten die Schweinehalter bereits fünf Jahre Zeit, „wirtschaftliche und humane Kastrationsmöglichkeiten” zu finden. In anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden oder England, ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln bereits verboten.

 „Nach fünf Jahren kommt die Branche an und sagt: ‚Wir haben nix umgesetzt.‘ Und jetzt wird geheult. Was hier passiert, ist ein schweres Staatsvergehen. Und ich sage sogar, wir haben es hier mit organisierter Kriminalität zu tun.“ – Dr. Edmund Haferbeck, PETA

So qualvoll ist die betäubungslose Kastration

Ferkel werden kastriert, um den sogenannten „Ebergeruch” zu verhindern, der angeblich beim Erhitzen vom Fleisch unkastrierter Schweine entsteht. Bei der Kastration wird Ferkeln die Haut über dem Hodensack aufgeschnitten und die Hoden werden herausgedrückt. Anschließend werden die Samenstränge durchtrennt oder einfach abgerissen. Vielleicht können Sie sich annähernd vorstellen, wie schmerzhaft diese Prozedur für die wenige Tage alten Ferkel sein muss.

Ferkelkastration

Verstümmelungen in der Fleischindustrie

Verstümmelungen sind in der Fleischindustrie an der Tagesordnung. Neben der Kastration werden den Ferkeln in den ersten Lebenstagen der Ringelschwanz abgeschnitten und die Eckzähne abgeschliffen. Auch diese schmerzhaften Eingriffe dürfen ohne Betäubung durchgeführt werden. Nicht nur Schweine, sondern auch andere Tiere, wie Hühner und Rinder, sind von den Verstümmelungen betroffen.

Um diese Quälereien nicht weiter zu unterstützen, empfiehlt es sich, auf eine fleischlose Ernährung zu setzen. So tragen Sie nicht nur zu einer tierqualfreien Zukunft bei, sondern tun auch der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit etwas Gutes.

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