Für Tierfreunde im besten Alter

Christine Unger: Poledance für Tierrechte

Christine Unger: Poledance für Tierrechte

Poledance-Artist Christine Unger setzt sich für Tierrechte und einen tierfreundlichen Lebensstil ein. PETA50Plus im Gespräch mit einer bewundernswerten Dame.

Christine Unger: Poledance für Tierrechte: Sie war Anfang 20, als sie einen Schlachthof in Bayreuth besichtigte und sich das Leiden der Tiere in diesem Moment unauslöschbar in ihre Gedanken einbrannte.

In ihrem Denken war ein Prozess in Gang gekommen und sie begann, sich mit tierethischen Themen zu beschäftigen. So las sie das Buch Ernährung für ein neues Jahrtausend von John Robbins. Drei Nächte lang konnte sie keine Ruhe finden, so sehr rüttelte das Gelesene sie auf. Der Grundstein für ein tierfreundliches Leben war gelegt, Tiere kamen bei Christine Unger von diesem Augenblick an nicht mehr auf den Teller. Sie wollte den Wahnsinn Fleischindustrie nicht mehr unterstützen.

Die 53-Jährige fühlt sich heute als Veganerin fit wie nie zuvor und so begann sie mit Poledance. Diese Form des Ausdrucks ist unglaublich anstrengend und fordert ein besonderes Maß an Körpergefühl, Kraft und Spannung. Christine Unger möchte mit ihrer Kunst etwas verändern und bewegen. Sie ist so gut, dass sie erfolgreich an Wettbewerben teilnimmt. Ein neuer Abschnitt in ihrem Lebensweg ist damit eingeschlagen.

Ihr Ziel: Den Menschen das Thema Tierrechte klar verdeutlichen und zu einer bewussten und liebevollen Lebensweise im Umgang von Tier und Mensch beitragen.

Die Lieblingsweisheit von Christine Unger bringt es mit den Worten von Christian Morgenstern auf den Punkt:

Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten!“

Foto: (c) Christine Unger

Foto: (c) Christine Unger

Christine Unger im Interview mit PETA50Plus

PETA50Plus: Sie sind eine vegan lebende Poledancerin – wie reagiert Ihr Umfeld auf diese beeindruckende sportliche Leistung und Ihren Lebensstil?

CU: Mein Umfeld reagiert vor allem mit Respekt auf meine sportliche Leistung, was mich ehrlich freut. Meinen Lebensstil kennen noch nicht wirklich viele Menschen. Von denen, die ihn flüchtig kennen, wird er meist entweder anerkennend respektiert oder als „zu diszipliniert und zu perfekt“ abgetan – das vor allem von Männern, die sich überfordert fühlen 😉 („sie trinkt nicht, raucht nicht, lebt vegan???!!!“)
Aber: Nobody is perfect – ich stelle mich derzeit der Herausforderung, meinen Zuckerkonsum zu dezimieren, was mir gar nicht so leicht fällt.

Foto: (c) Christine Unger

Foto: (c) Christine Unger

PETA50Plus: Wie nutzen Sie Ihre Sport- und Ausdrucksart, um dem Thema Tierrechte noch mehr Aufmerksamkeit zu verleihen?

CU: Das wird mein Projekt für die restliche Lebenszeit in dieser Tanz- und Ausdrucksart! Und das ist es auch, wonach ich letztendlich strebe, das gibt meinem Poledance noch mehr Sinn und eine Richtung, die auch die Öffentlichkeit aufrütteln soll! Ein komplett unkonventioneller Weg nach dem Motto „Statt Striptease auf Tierleid aufmerksam machen“ – wie das wohl ankommen mag? Es wird sich zeigen … 🙂 Die vegane Szene in Wien ist, wie ich vor kurzem entdeckt habe, recht vielfältig und entwickelt sich stark, was mich freut. Da offenbart sich eine große Spielwiese, die es zu entdecken und zu erforschen gibt, voraussichtlich auch mit tänzerischen Aktionen in der Öffentlichkeit, die auf Tierleid aufmerksam machen sollen. Die Idee ist bereits da und drängt danach, weiterentwickelt zu werden. Oh, da gibt es noch so viel zu tun!

PETA50Plus: Hilft Ihnen Ihre vegane Ernährung bei den körperlichen Höchstleistungen an der Stange?

CU: Durchaus, denn durch meine Ernährungsform bin ich gesundheitlich viel stabiler – auch als die „Jungen“. Ich wundere mich immer wieder, wie oft Menschen krank sind, das kenne ich so gar nicht. Noch nie habe ich mich annähernd so fit, gut und glücklich gefühlt und noch nie war ich jahrelang so gesund wie jetzt!

Foto: (c) Christine Unger

Foto: (c) Christine Unger

PETA50Plus: Wie hat Sie Ihr Weg zum Poledance geführt, es ist ja doch eine eher ungewöhnliche künstlerische Nische (mit über 50 Lebensjahren 🙂)?

CU: Nach meiner Scheidung, während eines Tango-Argentino-Trainings meinte mein Lehrer, ich hätte zu wenig Körperspannung und dass man diese gut an der Polestange bekäme. Ich bekam riesige Ohren und begann kurz darauf, in einem Kurs Poledance zu entdecken. Das war vor drei Jahren – seitdem bin ich süchtig danach! Poledance schenkt mir körperliche und mentale Kraft, lehrt mich Geduld und Selbstliebe. Denn: Grenzen sind vor allem im Kopf! Gerne zitiere ich das Credo eines meiner Vorbilder, Greta Pontarelli (Pole-Artist, 63 J.): „Your attitude determines your altitude and fuels your dreams.“

PETA50Plus: Was möchten Sie unseren Lesern im Bezug auf Tierschutz und Tierrechte mit auf den Weg geben?

CU: Noch nie war die Zeit so reif – setzen wir uns gemeinsam für Tierschutz und Tierrechte ein. Gemeinsam sind wir stark! Dabei sind meiner Meinung nach folgende zwei Punkte wichtig:

1. Innere Überzeugung und Entschlossenheit: Diese helfen uns selbst und stärken uns in schwierigen Phasen. Das spüren die Menschen und respektieren unsere Anliegen dann eher. Wenn wir Klarheit ausstrahlen und authentisch sind, hören Mann und Frau uns zu. Gerade heute suchen Menschen Vorbilder – seien wir diese, leben wir Veganismus vor und MACHEN wir diese Themen BEWUSST – mit …

2. Konzilianz und Großzügigkeit: Veganismus hat mit Respekt für die Mitlebewesen und die Umwelt zu tun. Also: Leben wir diesen Respekt auch im Umgang mit unseren Mitmenschen, die anderer Meinung sind und nicht von ihren Gewohnheiten loskommen oder einfach unbewusst agieren und leben! Es gibt viele Wege: Der eine geht ihn schneller, der andere langsamer, der Dritte macht Extraschleifen, der Vierte gar nicht. Radikalismus und Ausgrenzung schaden und polarisieren. Das ist dann das Gegenteil von dem, was wir anstreben, nicht wahr? Lernen wir, Respekt und Geduld zu haben! Machen wir Zu- und Missstände auf eine respektvolle und liebevolle Weise bewusst und arbeiten wir gemeinsam am (Welt-)Frieden! 🙂

Wir danken Christine Unger für diesen Einblick in ihr Leben und ihre Gedanken.

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