Für Tierfreunde im besten Alter

Belebte Wege: Mit Enkelkindern die Tierwelt entdecken

Belebte Wege: Mit Enkelkindern die Tierwelt entdecken

Enkelkinder sind eine große Freude. In ihnen erkennt man sich selbst, die eigenen Kinder und etwas ganz Neues. Maximilian B. aus München ist 73 und seit 11 Jahren begeisterter Großvater. Er unternimmt viel mit Anna (11 Jahre) und dem kleineren Arthur (7 Jahre), er bastelt, wandert und liest vor. Gerne macht er Ausflüge mit den Kindern, um ihnen Spannendes und Neues zu zeigen, ihren Horizont zu erweitern und die beiden Wirbelwinde auszupowern.

Seine Enkelkinder sind tierlieb, doch genau an diesem Punkt gibt es zwischen Opa und Enkeln ab und an Gesprächsbedarf. Denn auch Maximilian B. liebt Tiere sehr. Seine Kindheit verbachte er am Tegernsee, zog erst später in die Großstadt. Für ihn waren Tiere schon immer Freunde, sensible Wesen, die in die Freiheit gehören. Aber Anna und Arthur wollten, wie ihre Klassenkameraden auch, mit Opa in den Zoo, in den Zirkus und in den Wildpark. Sie wollten am Kinderreitplatz auf Ponys reiten und wünschten sich nichts mehr, als ein großes Schauaquarium zu besuchen. Doch solche Einrichtungen findet Maximilian B. gar nicht gut.

Unsere Redaktion hat mit ihm über Themen wie Respekt gegenüber Tieren, die Wünsche der Kinder und seinen Erziehungsauftrag als Großvater gesprochen.

 

Ein Opa, der Respekt für Tiere und Natur vermittelt. Foto: (c) privat

Ein Opa, der Respekt für Tiere und Natur vermittelt. Foto: (c) privat

PETA50Plus im Gespräch mit einem

modernen Opa:

 

Ihre Auffassung bezüglich der Liebe zu Tieren unterscheidet sich sehr von der Ihrer Enkelkinder. Wie haben Sie diese Problematik gehandhabt?

Kinder haben eigene Wünsche. Man kann nicht automatisch verlangen, dass diese Wünsche immer der Weltauffassung von Erwachsenen entsprechen. Kinder sehen, wie und wo ihre Klassenkameraden mit Tiere in Kontakt kommen und möchten das dann auch. Das kann ich natürlich sehr gut verstehen. Trotzdem empfinde ich es als meine Aufgabe als Großvater, die Kinder auf ein Leben vorzubereiten, in dem Tieren und der Natur Respekt und Verständnis entgegengebracht werden. Ich erkläre ihnen anhand von Beispielen, wie sich die Tiere in Einrichtungen wie Zoos oder Zirkussen fühlen. Dann frage ich sie, ob sie das als gut und richtig empfinden oder ob wir uns nicht gemeinsam für andere Freizeitaktivitäten entscheiden sollten. Ich biete ihnen Alternativen an. Ein knappes „Nein“ liegt mir nicht, ich suche das Gespräch und möchte zur Erziehung mitdenkender und empfindsamer junger Menschen beitragen.

 

Wie erklären Sie den Kindern , warum ein Zoobesuch nicht gut ist?

Die Kinder mögen Tiere ja wirklich gerne und wollen nur deren Bestes. Also erzähle ich ihnen, dass Tiger in Freiheit ein riesengroßes Areal haben und täglich zahlreiche Kilometer wandern. Und dass Elefanten willensstarke, intelligente und hochsensible Wesen sind, die alles für ihre Kinder und deren Schutz tun würden. Dann informiere ich sie aber auch darüber, dass diese Tiere im Zoo angekettet werden, dass der Wille dieser stolzen Tiere unter Gewaltanwendung gebrochen wird, damit sie dem Menschen gehorchen. Ich zeige ihnen Naturfilme über die Steppe und vermittle den Kindern so ein Gefühl für den echten Lebensraum von Tieren in Freiheit. Wir gehen gemeinsam wandern und nehmen Ferngläser mit, um glückliche, freie Tiere in aller Stille beobachten zu können. Kinder können nur dann eine eigene Meinung entwickeln, wenn wir ihnen die Wahrheit sagen und ihnen Respekt vorleben.

 

In der Schule werden Kinder schnell ausgegrenzt oder gehänselt. Führt es zu Problemen, dass Ihre Enkelkinder einiges nicht erleben, was andere in der Freizeit so machen?

Ganz im Gegenteil! Meine Enkelkinder wissen viel besser über Tiere und die Natur Bescheid als andere Kinder im gleichen Alter. Sie haben beispielsweise gelernt, dass Pferde Fluchttiere sind, dass sie sensibel und feinfühlig sind und deshalb nicht in ein Pony-Karussell gehören. Meine Enkelkinder vermitteln ihren Freunden, dass Delfine zum Glücklichsein die Freiheit brauchen und in einem engen Delfinarium leiden. Sie kennen die natürlichen Lebensräume von Delfinen und wissen, dass die Meeressäuger eine eigene Sprache haben. Anna und Arthur haben schon Rehe, Hasen und Wildscheine in der freien Natur beobachtet, sie brauchen keinen Wildpark. Ich könnte Ihnen dazu noch zahllose weitere Geschichten erzählen. Ich bin stolz darauf, dass die beiden mittlerweile ein großes Verständnis für Tiere und die Natur entwickelt und ihnen gegenüber wahre Sensibilität entwickelt haben.

 

Wie findet Ihre Tochter es, dass Sie großen Einfluss auf die Erziehung der Enkelkinder ausüben?

Das haben wir bereits im Vorfeld besprochen. Wir sind in diesem Punkt ohnehin einer Meinung, denn schließlich ist meine Tochter auch bei mir aufgewachsen und empfindet im Hinblick auf Tiere und Natur so wie ich. Auch mein Schwiegersohn zieht mit. Er wurde zwar anders erzogen, hat sein Denken und Handeln aber mittlerweile sehr verändert. Seit die Kinder da sind, versucht er seinen Beitrag zum Schutz unserer Erde zu leisten – für die Zukunft der kommenden Generationen. Man verändert sich, wenn man plötzlich nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich ist. Man erkennt, dass Tiere und die Umwelt unseren Schutz brauchen. Wenn jeder von uns einen kleinen Teil beiträgt, dann wird sich die Situation insgesamt verbessern. Jeder Einzelne trägt Verantwortung! Das vergessen die Menschen leider häufig im Alltagsstress.

 

Was wünschen Sie sich für Anna und Arthur?

Ich wünsche mir, dass die Kinder – und damit meine ich alle Kinder dieser Erde – mit Eltern und Familien aufwachsen, die ihnen Werte vermitteln und ihnen zeigen, wie wir unser Leben so gestalten können, das möglichst niemand leiden muss. Das beinhaltet den Umgang mit anderen Menschen, mit Tieren und mit der Natur und ihren Ressourcen – einfach alles! Ich wünsche Kindern, das man genügend Zeit für sie hat, um ihnen Wichtiges zu erklären, und dass man ihnen die Zeit gibt, Dinge selbst zu entdecken und zu verstehen. Wir brauchen Menschen, die mitdenken und mitfühlen. Das erspart Tierleid und Menschenleid.

 

Wir danken Maximilian E. für das Gespräch und den Einblick in seine Gedanken.

Über „Belebte Wege“: „Belebte Wege“ ist eine neue Artikel-Reihe exklusiv bei PETA50plus.de. Vorgestellt werden Menschen und ihr persönliches Engagement für Tierrechte, ihre Erkenntnisse über ein bewusstes Leben und ihre Erfahrungen mit der veganen Lebensweise. Wir interessieren uns für die Menschen der Generation 50plus – für ihr Denken und Handeln.

Auch Sie leben bewusst und engagiert? Senden Sie uns eine E-Mail mit Foto an SylvieB@peta.de – vielleicht sind Sie schon bald im Rahmen unserer Serie hier im persönlichen Portrait zu sehen.

 

Sie haben Enkelkinder? Hier finden Sie wichtige Infos für Kinder und tierfreundliches Verhalten:

PETA.de/zoo

TYKE.peta.de

PETA.de/delfingefaengnisse

PETAkids.de

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