Für Tierfreunde im besten Alter

Belebte Wege – Engagement gegen Tierversuche

Belebte Wege – Engagement gegen Tierversuche

Es sind die Menschen, die das Leben von Tieren verändern können.

Unsere Artikelserie stellt stellt diesmal einen unglaublich engagierten Menschen vor, der hinschaut und Lebewesen hilft: Belebte Wege – Engagement gegen Tierversuche durch Horst Plohnke aus Hamburg.

Der heute 75jährige wurde 1939 im damaligen Königsberg (jetzt Kaliningrad) in Ostpreußen geboren. Er floh mit seiner Familie kurz vor Ende des 2. Weltkriegs über die Ostsee und landete in Uetersen. Der „Hungerwinter“ von 1946 ist ihm besonders in Erinnerung geblieben, als er in kurzen Hosen Lebensmittel und Kohlen für seine Familie klauen ging. Seit 1950 lebt er in Hamburg und war bis zu seiner Pensionierung beim Finanzamt tätig.

Horst Plohnke hat Tiere schon immer geliebt und sich mit Demonstrationen, Infoständen und Leserbriefen aktiv für ihre Rechte eingesetzt. Als er erfuhr, dass nicht weit von seinem Haus in Hamburg-Neugraben das größte Tierversuchslabor in Norddeutschland seine Zentrale hat, schloss er sich sofort den Protesten an. Seit November steht er mit anderen Aktivisten dreimal die Woche frühmorgens von 6:00 bis 8:30 Uhr vor den Werkstoren des LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) und informiert die Mitarbeiter, aber auch Anwohner und Passanten über alternative, tierleidfreie Forschungsmethoden.

Mit seiner offenen und hilfsbereiten Art wurde er schnell zur guten Seele der Protestbewegung. Egal, ob Aktivisten am Bahnhof festsitzen, bei Null Grad und Nieselregen durchfrieren oder eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen – Horst Plohnke kümmert sich darum.

 

PETA50Plus im Gespräch mit einem engagierten Tierrechtler
Belebte Wege - Engagement gegen Tierversuche. Foto: (c) privat

Belebte Wege – Engagement gegen Tierversuche. Foto: (c) privat

1. Warum engagieren Sie sich für die Rechte der Tiere?

Weil Tiere genauso ein Recht auf ein Leben ohne Leid haben wie wir Menschen.

Sie aber werden ausgebeutet, gefoltert, in Tierversuchen „verbraucht“ und letztlich getötet. Diese Ungerechtigkeit empfinde ich als unerträglich, und es war mir schon immer ein Anliegen, mich dagegen einzusetzen.

 

2. Was tun Sie alles für die Rechte der Tiere?

Mein zeitlich umfangreichstes Engagement sind die Mahnwachen vor dem Tierversuchslabor LPT im Hamburg Neugraben. Dreimal die Woche sorgen wir dafür, dass das unnötige Leiden der Versuchstiere nicht in Vergessenheit gerät und versuchen, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Im Winter war es schon hart, um 4:30 Uhr aufzustehen und sich so lange in den Schneematsch vor dem Labor zu stellen. Außerdem reagieren einige Mitarbeiter aggressiv auf uns. Aber aufgeben kommt für mich und meine Mitstreiter nicht infrage. Ich stehe außerdem an Infoständen oder verteile Flyer, um noch mehr Menschen für die Rechte von Tieren zu sensibilisieren. Ich bin noch kein hundertprozentiger Veganer, aber meine Frau und ich probieren immer mehr Neues aus. Und der vegane Streuselkuchen, den ich zur Mahnwache mitbringe, kann nicht allzu schlecht sein, denn er ist immer ruckzuck weg.

 

3. Wie reagieren Ihr Umfeld und Ihre Familie auf Ihr beeindruckendes Engagement?

Meine Verwandtschaft und auch mein Umfeld stehen sehr positiv zu meinen Aktivitäten. Meine Frau unterstützt mich voll und ganz bei meinen Vorhaben, sie ist auch oft bei den Infoständen dabei. Um 4:30 Uhr nochmal umdrehen und die Mahnwache verpassen – das würde sie mir gar nicht durchgehen lassen. 🙂

Ich finde es außerdem interessant, Zeit mit den „jungen Hüpfern“ bei unseren Mahnwachen zu verbringen. Wir können viel voneinander lernen und freuen uns immer, wenn mal 10 Minuten für einen Plausch über sind. Einige kommen mich und meine Frau auch gern auf einen Kaffee besuchen, und so hat sich mein Bekanntenkreis sogar noch vergrößert.

 

4. Welches ist Ihr Lieblingszitat bzw. Ihre Lieblingsweisheit für das Leben?

Behandle andere Lebewesen so, wie Du selbst behandelt werden möchtest. Denn die Erde gehört dem Menschen nicht allein.

 

5. Welchen Denkanstoß möchten Sie den Lesern von PETA50Plus mit auf den Weg geben?

Jeder kann – wenn der Wille da ist – etwas dafür tun, damit die Welt ein bisschen freundlicher und lebenswerter wird. Auch kleine Schritte helfen, und für Jeden gibt es eine Aufgabe, die zu ihm passt! Wer nicht selbst demonstrieren gehen möchte, kann beispielsweise die Aktivisten mit Kaffee- oder Kuchenspenden versorgen oder Transparente basteln.

 

Wir danken Herrn Plohnke für das Gespräch, seine Arbeit für die Rechte der Tiere und den Einblick in seine Gedanken.

 

Über die Artikel Serie - auch Sie können dabei sein!

 „Belebte Wege“ ist eine exklusive Artikel-Reihe bei PETA50plus.de. Vorgestellt werden Menschen und ihr persönliches Engagement für Tierrechte, ihre Erkenntnisse über ein bewusstes Leben und ihre Erfahrungen mit der veganen Lebensweise. Wir interessieren uns für die Menschen der Generation 50plus – für ihr Denken und Handeln.

Auch Sie leben bewusst und engagiert? Senden Sie uns eine E-Mail mit Foto an SylvieB@peta.de – vielleicht sind Sie schon bald im Rahmen unserer Serie hier im persönlichen Portrait zu sehen.

 

 

 

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