Für Tierfreunde im besten Alter

Belebte Wege: Edith – Vegan, voller Tatendrang und 92 Jahre jung!

Belebte Wege: Edith – Vegan, voller Tatendrang und 92 Jahre jung!

Unsere Artikelserie stellt diesmal eine beeindruckende Dame vor, die voller Energie und Lebensfreude ist und vegan lebt.

Belebte Wege – Vegan, voller Tatendrang und 92 Jahre jung! Edith wurde 1923 in Oberschlesien geboren. Als junge Frau machte sie eine Ausbildung zur Verkäuferin, doch dann kam der Krieg und so wurde sie DRK-Schwester und half Verwundeten. Im Januar 1945 musste sie flüchten und schaffte es, Dresden zu erreichen. Dort befand sie sich während des großen Bombardements, das die Stadt dem Erdboden gleich machte und viele Tote forderte. Edith überlebte die Angriffe unverletzt und zog weiter, um ihre Familie zu finden, da Eltern und Geschwister auf der Flucht nicht zusammenbleiben konnten.

Nach Kriegsende überquerte sie illegal und unter Lebensgefahr die Grenze zwischen Russischer und Englischer Besatzungszone, um auf abenteuerlichen Wegen über Dortmund zu ihrem Ehemann nach Stolpe in Schleswig-Holstein zu „trampen“, so berichtet sie uns im Gespräch.

Später zog sie mit ihrem Mann und den 2 Kindern nach Ascheberg. Dort lebt sie noch heute, selbständig in ihrem Haus mit Garten.

Edith ist aktiv und rege, zu ihren Leidenschaften gehören Malen, Kartenspielen mit Freundinnen, Sport (früher Vereinssport und Tanzen, jetzt v.a.: tägliches Spazierengehen und Yoga) sowie Handarbeiten. Eine tierfreundliche und vegane Lebensweise sind ihr wichtig. Warum, das lesen Sie in unserem Interview.

PETA50Plus im Gespräch mit einer beeindruckenden Dame

Warum haben Sie sich für eine vegane Ernährung entschieden?

Angeregt durch meine Enkelin, die sich vegan ernährt, wurde ich neugierig. Sie hat mir viel über die vegane Ernährung erzählt und wie gesund diese sei. Ich wollte ausprobieren, ob mir das gut tut.

Welche positiven Veränderungen können Sie an sich entdecken, seit Sie ohne tierische Produkte leben?
Edith ist ein echtes Vorbild. Foto: (c) privat

Edith ist ein echtes Vorbild. Foto: (c) privat

Ich hatte zu hohen Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte. Beides musste dringend gesenkt werden und mein Arzt verschrieb mir die entsprechenden Medikamente, die ich auch regelmäßig einnahm. Die Werte besserten sich, aber lagen immer noch recht hoch.

Als ich meinem Arzt erzählte, dass ich die vegane Ernährung ausprobieren wollte, lächelte er nachsichtig und sagte: “Darauf gebe ich nichts.“

Trotzdem probierte ich es.

Als ich nach ungefähr einem halben Jahr mit veganer Ernährung wieder zur Kontrolluntersuchung kam, lagen sowohl die Blutdruck- als auch die Cholesterinwerte im normalen Bereich, so dass die Medikamentendosis halbiert werden konnte.

Der Kommentar meines Arztes jetzt: „Ernähren Sie sich weiter so!“

Was bedeuten Ihnen Tiere und der Umgang mit Ihnen?

Tiere bedeuten mir sehr viel. Das Leben mit ihnen habe ich schon als Kind kennen gelernt. In meiner Jugend hatte meine Familie einen Hund, Hühner und mein Vater hatte Tauben.

Auch später habe ich immer Hunde gehabt, die mir treue Freunde waren.

Durch das Leben mit Tieren habe ich gelernt, mit Muße in die Natur zu schauen und sie mit anderen Augen zu sehen. Man bekommt mehr Verbindung zu anderen Menschen und wird auch ihnen gegenüber offener.

Welche Tipps für ein langes Leben können Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Man sollte gesund leben, also nicht rauchen, sich gesund ernähren und Sport treiben, wie z.B. Gymnastik. Ich gehe immer noch gern zu meiner Yogagruppe und marschiere täglich ungefähr 3 km, wenn ich meinen Kindern die Zeitung bringe.

Um geistig fit zu bleiben, sollte man auch im hohen Alter nicht an alten Zöpfen hängen. Auch in unserem Leben war nicht alles nur gut oder schlecht und wir haben viele Fehler gemacht.

Weder als junger noch als alter Mensch sollte man gleichgültig werden oder immer nur rumnörgeln. Man sollte neugierig auf Neues bleiben! Ich plane nur das Nötigste und das Andere lasse ich auf mich zukommen und hoffe, dass es etwas Gutes ist.

Was erachten Sie als besonders wichtig, um unsere Welt für die Enkelgeneration zu erhalten und zu gestalten?

Die Menschen sollten den Spruch „Geld ist nicht alles“ beherzigen. Das Streben nach immer mehr Gewinn, aber auch Bequemlichkeit haben zu vielen Entwicklungen geführt, die so nicht weiter gehen dürfen.

Ein Beispiel sehe ich in meinem eigenen Garten: Viele Nachbarn beschweren sich über die Rehe, die in die Gärten kommen und die Blumen anfressen. Aber das tun sie ja nur, weil viele Wälder inzwischen Monokulturen sind, zum Beispiel werden bei uns viele Plantagen für Weihnachtsbäume angepflanzt. Man sollte mehr Mischwald aufforsten! Dann finden die Tiere dort mehr Futter und kommen nicht in die Gärten!

Das Reinhalten von Luft und Wasser ist ebenso wichtig. Dazu müsste man z.B. die Massentierhaltung abschaffen. Wenn jeder sich vegan ernähren würde, könnten viele Probleme, die wir heute haben, gelöst werden und wir alle könnten ein gutes Leben führen.

Wir danken Edith für das Gespräch und die Einblicke in ihr Leben und ihre Gedanken.

 

Über die Artikel Serie - auch Sie können dabei sein!

„Belebte Wege“ ist eine exklusive Artikel-Reihe bei PETA50plus.de. Vorgestellt werden Menschen und ihr persönliches Engagement für Tierrechte, ihre Erkenntnisse über ein bewusstes Leben und ihre Erfahrungen mit der veganen Lebensweise. Wir interessieren uns für die Menschen der Generation 50plus – für ihr Denken und Handeln.

Auch Sie leben bewusst und engagiert? Senden Sie uns eine E-Mail mit Foto an kontakt@peta50plus.de – vielleicht sind Sie schon bald im Rahmen unserer Serie hier im persönlichen Portrait zu sehen.

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