Für Tierfreunde im besten Alter

Belebte Wege: Autor Richard Ulrich im Portrait

Belebte Wege: Autor Richard Ulrich im Portrait

Unsere Artikelserie „Belebte Wege“ stellt dieses Mal einen ganz besonderen Menschen vor: Den „Unruheständler“ Richard Ulrich. Lesen Sie das exklusive Interview mit dem engagierten Autor.

Er setzt sich für Tiere, Natur und alternative Energien ein. Seinen Enkelkindern ist er ein liebevoller Großvater, der sich seiner Aufgabe im Sinne der Generationenverantwortung sehr bewusst ist. Für ihn und seine Frau ist ein tierfreundliches Leben ein wertvolles Leben, denn Respekt und Mitgefühl gehören bei Familie Ulrich zu den gelebten Werten.

Doch damit nicht genug! Nun hat der engagierte Freund aller Lebewesen seinen ersten Roman geschrieben. Zwei starke Frauen stehen im Mittelpunkt des Geschehens und natürlich hat der Autor alle Themen, die ihm wichtig sind, in sein Werk einfließen lassen. Er moralisiert nicht, aber er klärt auf. Er fordert den Leser dazu auf, sich eine Meinung zu bilden und leitet ihn damit auf den Weg der Eigenverantwortung. Denn wer hinschaut, muss handeln!

PETA50Plus hat sich mit Richard Ulrich zum Interview getroffen.

Im Interview mit Richard Ulrich

Frage 1: Welchen Bezug haben Sie zu Tieren, Tierrechten und Tierschutz?

Für mich sind Tiere Mitgeschöpfe, denen der Mensch auf Augenhöhe begegnet, die er mit Respekt und Fairness behandeln muss. Leider ist die Fehlinterpretation des Bibelspruches „Macht euch die Erde untertan“ weit verbreitet. Sie hat dazu geführt, dass viele Menschen meinen, wir hätten das Recht, Tiere als Untertanen zu betrachten. Das ist eine Arroganz, die man nicht hinnehmen darf. Glücklicherweise gibt es Tierrechtsorganisationen wie PETA, die sich mit intelligenten, kreativen – und manchmal bewusst provokanten – Aktionen für Tierrechte und für einen fairen Umgang mit Tieren einsetzen. Dieses Engagement berührt und erfreut mich. Zugleich ermutigt es mich, gegen Tierversuche einzutreten, Zirkusse mit Tierdressuren zu boykottieren und den lobbyfreundlichen Agrarpolitikern auf Demos und anderen politischen Veranstaltungen Druck zu machen, damit die gesetzeswidrige Massentierhaltung endlich abgeschafft wird.

Frage 2: Inwiefern engagieren Sie sich für Tiere?

Es sind viele kleine Dinge, die einzeln betrachtet kaum der Rede wert sind, aber den Tieren in der Gesamtheit das Leben erleichtern. Ich meine das kleine Stück Blumenwiese in unserem Garten, das Bienen, Hummeln und anderen Insekten Nahrung gibt, die Nistkästen für die Stare, den Brennnesselstreifen am Gartenzaun, der den Schmetterlingen zur Eiablage dient, den Verzicht auf Glyphosat und andere chemische Herbizide. Als wir noch einen Hund und mehrere Katzen in der Familie hatten, achteten wir darauf, sie möglichst artgerecht zu halten und ihnen ein angenehmes Katzen- und Hundeleben zu ermöglichen. In der Agrarpolitik setze ich mich für eine artgerechte Tierhaltung ein, wobei mir klar ist, dass man darüber streiten kann, ob ‚artgerecht’ in unserer auf Gewinnmaximierung programmierten Landwirtschaft überhaupt möglich ist.

Foto: (c) BOD / Richard Ulrich

Foto: (c) BOD / Richard Ulrich

Frage 3: Sie haben ein Buch über Klimaschutz geschrieben. Wie kamen Sie zu der Entscheidung, das Thema „veganes, tierfreundliches“ Leben mit aufzugreifen?

Zu Beginn der Arbeit an meinem Roman DIE VEGETARIERINNEN stand die sich abzeichnende Klimakrise im Zentrum meiner Überlegungen. Als ich jedoch in einer TV-Doku erfuhr, dass die heutige industrielle Landwirtschaft mit ihren Megaställen einer der Hauptverursacher des Klimawandels ist, wurde mir schlagartig klar: Eine ganz, ganz wichtige Stellschraube bei der Reduzierung der Treibhausgase – neben Kohlendioxid vor allem auch Methan und Lachgas – ist die Tierhaltung in der Landwirtschaft. Jetzt war es nur ein kleiner Schritt bis zu der Erkenntnis, welch überragende Bedeutung eine fleischlose Ernährung – oder noch besser ein Verzicht auf sämtliche tierische Nahrungsmittel – für die Verringerung der Treibhausgase und die Vermeidung der Klimakrise hat. Daher stehen in der Endfassung des Romans die Darstellung und Würdigung eines tierfreundlichen Lebensstils und der Kampf engagierter Frauen gegen die industrielle Tierhaltung im Fokus.

Frage 4: Welche ethische Botschaft an die Leser verbinden Sie mit Ihrem Buch?

Auf den Punkt gebracht lautet die ethische Botschaft meines Romans ‚ERNÄHRUNG IST NICHT PRIVATSACHE’. Wer sein Essverhalten nur nach seinem individuellen Lustgewinn oder ökonomischen Kriterien ausrichtet, handelt in meinen Augen egoistisch, unsolidarisch und kurzsichtig. Es ist unverantwortlich, die langfristigen Auswirkungen einer fleischreichen Ernährung zu negieren – zu schwerwiegend sind ihre negativen Folgen für das Weltklima, den Regenwald, den Hunger in den armen Ländern der südlichen Hemisphäre, die Ökologie, den Wasserverbrauch, die abscheulichen Tierqualen in den Megaställen, die dort herangezüchteten, gefährlichen multiresistenten Keime. Diese negativen Folgen des fleischreichen Essens habe ich ebenfalls in meinem Buch dargestellt. Ich finde, es ist leider unausweichlich, den Leser auch mit diesen unangenehmen Fakten zu konfrontieren, wenn man ihn zum Nachdenken über den eigenen Ernährungsstil anregen will. Im Übrigen möchte ich noch anmerken, dass ich die Erkenntnis ‚Ernährung ist nicht Privatsache’ von Frau Barbara Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung übernommen habe, vielen Dank dafür.

Frage 5: Welchen Gedanken zum Thema Tiere möchten Sie den Lesern von PETA50Plus mit auf den Weg geben?

Der Ernährungsstil der meisten Leser dieses Onlinemagazins ist fleisch- und tierfrei und daher vorbildlich, darüber freue ich mich sehr. Ich würde mir aber noch wünschen, dass alle Pflanzenesser unseres Landes – seien es Veganer oder Vegetarier – in der Öffentlichkeit noch entschiedener zu ihrer Ernährungsweise stehen, denn nichts ist für Menschen an der Schwelle zum Fleischverzicht überzeugender als ein glaubwürdiges Vorbild. Wichtig ist, dass wir an einem Strang ziehen – egal, ob Vereine oder Privatmenschen. Denn: Wir brauchen in unserem Land eine starke und wirkungsvolle LOBBY FÜR DAS TIER.

Kurz-Vita
  • Foto: (c) Richard Ulrich

    Foto: (c) Richard Ulrich

    In Stuttgart geboren und im Großraum Stuttgart aufgewachsen

  • Studium der Chemie an der Techn. Hochschule Stuttgart und zum Diplom-Wirtschaftsingenieur an der Techn. Universität München
  • Mehrjährige Tätigkeit als wissenschaftlicher Referent im  Bereich ‚Mittelstandsförderung’
  • Seit Eintritt in den Ruhestand freiberuflich tätig als Autor von Gesellschaftsspielen, insbesondere Umweltspielen
  • DIE VEGETARIERINNEN ist sein erstes Buch
  • Lebt mit seiner Frau im Großraum München und hat hat drei erwachsene Kinder und vier Enkel

 

Über das Buch

Erhältlich in allen Buchhandlungen und über das Internet bei ecobookstore.de

„Die Vegetarierinnen“von Richard Ulrich

ISBN: 978-3-7392-8214-5

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