Für Tierfreunde im besten Alter

Beginn der Mähsaison: Gefahr für Tierkinder

Beginn der Mähsaison: Gefahr für Tierkinder

Junge Rehe, Feldhasenkinder und andere Tiere sind ab jetzt wieder in Gefahr – denn die Mähsaison hat begonnen.

Kinder sind schützendwert, dem würde wohl jeder Zustimmen – oder? Sie sind wichtig, damit es auch in der Zukunft eine neue Generation geben kann, damit das Leben in seiner Vielfalt erhalten bleibt. Um das Wohl von Kindern sollte man sich kümmern – jeder kann dazu beitragen.

Dies gilt für Menschenkinder ebenso wie für Tierkinder. Gerade jetzt werden sie geboren und nun ist der Beginn der Mähsaison: Gefahr für Tierkinder. Vor allem von ihren Müttern in Wiesen abgelegte Rehkitze und junge Feldhasen fallen immer wieder den scharfen Klingen der Mähdrescher zum Opfer. Dabei sind Landwirte dazu verpflichtet, Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Tiere zu treffen.

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Die Expertin zum Thema

„Tierkinder, die nicht schnell genug fliehen können, werden aufgeschlitzt, verstümmelt oder regelrecht zerhackt. Gegen die scharfen Klingen eines Mähdreschers haben sie keine Chance“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Jeder Landwirt sollte routinemäßig vor und während dem Mähen von Wiesen ausreichende Maßnahmen zum Schutz der Wildtiere in den Arbeitsprozess integrieren.“

Was Landwirte tun können... und müssen!

Um Tiere vor Verletzungen oder dem Tod zu bewahren, eignen sich im Vorfeld der Mahd eingesetzte Vergrämungsmethoden wie flatternde Bänder, Duftzäune oder akustische Signale. Diese schrecken die Elterntiere auf und führen dazu, dass sie für sich und ihren Nachwuchs ein neues Versteck suchen. Mithilfe von sogenannten „Wildrettern“ in Form von modernen Infrarotgeräten lassen sich Tierkinder schon vor dem Mähen lokalisieren. Landwirte können Wildtiere auch während der Mahd schützen, indem sie Wiesen von innen nach außen bearbeiten und Schutzblenden an den Fahrzeugen verwenden. Nicht gemähte Randstreifen bieten Tieren Zuflucht und Lebensraum.

Das sagen unsere Gesetze

Nach dem Tierschutzgesetz ist es verboten, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm länger anhaltende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Ebenso gilt laut Naturschutzgesetz, dass wild lebende Tiere nicht mutwillig beunruhigt oder ohne vernünftigen Grund verletzt oder getötet werden dürfen. Landwirte sind dazu verpflichtet, den zuständigen Jäger über eine bevorstehende Mahd zu informieren, damit auch dieser entsprechende Vorkehrungen treffen kann. Dennoch werden in Deutschland jährlich schätzungsweise rund 100.000 Rehe durch Mähmaschinenarbeiten schwer verletzt oder getötet.

PETA im Einsatz für die Tiere

Die Tierrechtsorganisation hat in der Vergangenheit wiederholt Strafanzeigen gegen Landwirte erstattet, die keine entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen und damit den leidvollen Tod von Wildtieren billigend in Kauf genommen haben – laut einem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts Biedenkopf ein strafbares Versäumnis.

Gut zu Wissen!

Rehe und Feldhasen bringen ihre Jungen inmitten hochgewachsener Wiesen in scheinbar sichere Verstecke, wohin sie in regelmäßigen Abständen zum Säugen zurückkehren. Auf diese Weise schützen sie ihre Kinder vor Fressfeinden, die durch die Anwesenheit der Alttiere angelockt werden könnten. Bei nahender Gefahr reagieren die Tierbabys mit dem sogenannten „Drückinstinkt“ und verharren in ihrem Versteck regungslos am Boden – eine bewährte Methode gegenüber Fressfeinden.

Was Sie tun können

Sie beobachten, dass ein Landwirt vor den Mäharbeiten nicht versucht Tiere und ihre Kinder zu verscheuchen? Sprechen Sie ihn direkt an und machen Sie freundlich auf die rechtliche Lage aufmerksam. Wenn es Ihnen möglich ist, bieten Sie Ihre Hilfe an. Zeigt dies keinen Erfolg, so können Sie den Fall den Behörden melden!

Darüber hinaus bitten wir Sie, Ihren Hundefreund an der Leine zu führen. Auch so schützt man Tierkinder vor Stress und ggf. dem Tod. Damit der Hund dabei nicht zu kurz kommt, bieten sich unterwegs Schnüffelspiele und kleine Trainingseinheiten in der Natur an, damit Kopf und Körper gefordert sind – natürlich immer nur in dem Maße, wie es die Konstituition des Tieres erlaubt!

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