Für Tierfreunde im besten Alter

Auf dem Hasen-Trail

Ostern ohne Eier können sich viele nicht vorstellen; für Veganer gilt das Gegenteil. Wir haben Ostern ohne Eier wieder einmal sehr gut überstanden. Und bei einer total verregneten Wanderung – war aber Absicht, da man auf dem Rad-Wander-Weg bei schönem Wetter als Fußgänger einer vom unmittelbaren Aussterben bedrohten Art angehört – begegneten uns gleich zwei Hasen. Wenn das mal nicht für Eierlosigkeit entschädigt!

Niedlich. Kaninchen im Grünen. Foto: (c) frei

Niedlich. Kaninchen im Grünen. Foto: (c) frei

Der erste war ein als Osterhase verkleideter Mann, der eine am Weg liegende Ess- und Trink-Station betreibt und ein kleines Osterfest veranstaltete. Der zweite war ein leibhaftiger Hase, der wie verrückt auf uns zugerast kam. Dann sah er uns, hielt kurz inne, sprang herum und lief ebenso schnell in die Gegenrichtung. Einige hundert Meter weiter wiederholte er das Ganze.

Einen Tag später sahen wir einen Film über die Wipper, die später Wupper heißt. In und an der Wupper (gilt auch für benachbarte Bäche) sind wieder Arten zu finden, die in unserer Kindheit und Jugend völlig unvorstellbar waren. Was in den 1960-er und 1970-er Jahren allerdings auch niemanden so recht interessiert hat, galt es doch, möglichst viel Wegwerfzeug zu produzieren und die Müllhalden ins Unendliche aufzutürmen. Die Gegend, in der ich aufwuchs, wurde zu der Zeit Tag für Tag mehr dem Wohlstandsverkehr und -müll geopfert. Verkehr und Abfall fraßen gierig die Region. Auch die Bahnlinie – die mit dem Hasen – verschwand. Wer braucht denn noch die Bahn? Jeder kriegt ein Auto, mindestens!

Die Wupper-Dokumentation hat mir gezeigt, dass bei allen vorherrschenden Missständen doch auch kleine Wunder möglich sind, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und neben meinem Traum, dass kein Mensch, kein Tier und keine Pflanze mehr bedroht ist, wünsche ich mir noch die Bahnlinie zurück, damit aus unserer gar nicht so kleinen Stadt nicht nur eine einzige S-Bahn in die benachbarte Großstadt fährt. Ich bin sicher, der dann amtierende Osterhase wird viele weitere Laufstrecke finden – eine schöne Vision sind doch schmale Straßen mit so wenig „Individualverkehr“, dass er locker drüberhoppeln kann.

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Petra Große-Stoltenberg, vielen Dank dafür!

 

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