Für Tierfreunde im besten Alter

Aquakulturen: Massentierhaltung im Wasser

Aquakulturen: Massentierhaltung im Wasser

Häufig hört man, Fisch sei „gesund“. Laut einer aktuellen Studie essen die Deutschen – vor allem Menschen über 55 Lebensjahre – zunehmend mehr Fischfleisch. Vor diesem Hintergrund beleuchtet PETA50Plus das Thema „Fische“.

Aquakulturen: Massentierhaltung im Wasser. Beleuchten wir zunächst die Fakten. Laut einer aktuellen Studie konsumiert knapp jeder zweite Deutsche (44 Prozent) jede Woche einmal Fischfleisch. Männer essen noch mehr Fische als Frauen. Der Verzehr nimmt in der Altersgruppe 55+ zu, das ergab eine repräsentative Online-Umfrage[1]. Zwölf Prozent der Deutschen essen zwei bis drei Mal in der Woche Fisch. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) tut dies alle zwei Wochen und 13 Prozent einmal im Monat. Nur vier Prozent der Deutschen essen nie Fisch, ergab die Umfrage.

Diese Zahlen sind erschreckend! Denn: Woher kommen die Millionen Fische, die auf den Tellern landen? Die Meere gelten weitreichend als „überfischt“. Kann der Verzehr von sensiblen Lebewesen ethisch und moralisch vertretbar sein? Und welchen Schaden richten die Menschen damit an der Umwelt an?

Die Expertin zum Thema

„Aquakulturen sind Tierquälerei. Durch die unnatürliche Enge stehen die Fische unter extremem Stress und erleiden häufig Verletzungen am ganzen Körper. Da die sensiblen Tiere bei der Tötung oft nicht ausreichend betäubt sind, ersticken sie qualvoll oder werden noch bei Bewusstsein aufgeschnitten“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Darüber hinaus sind sie ein Verbrechen an Natur und Umwelt, dies sollten Konsumenten nicht unterstützen.“

Aquakulturen - der Blick hinter die Kulissen

Die Aquakultur (Fischzucht) ist eine Millionen-Industrie geworden: Fast die Hälfte der heute konsumierten Lachse, 40 Prozent der Weichtiere und 65 Prozent der Süßwasserfische verbringen den Großteil ihres Lebens in Gefangenschaft. Das National Fisheries Institute bezeichnet die Aquakultur als „einen der am schnellsten wachsenden Lebensmittelproduktionssektoren der Welt.“

Enge Behälter - Lebensraum der Fische in einer Aquakultur. Foto: (c) PETA

Enge Behälter – Lebensraum der Fische in einer Aquakultur. Foto: (c) PETA

Die auf Aquafarmen gezüchteten Fische sind ebenso bewegungslos zusammengepfercht wie Hühner in der Massentierhaltung.  Hightech-Massensysteme kontrollieren Futter, Licht und Wachstumsstimulation. Es werden Medikamente, Antibiotika und Gentechnik eingesetzt, um das Wachstum zu beschleunigen und das Fortpflanzungsverhalten zu verändern. Die Tiere in Fischfarmen sind meist auf engstem Raum zusammengepfercht und schwimmen in ihren eigenen Exkrementen.

Durch die Enge erleiden die Fische Verletzungen am ganzen Körper und stehen unter extremem Stress, was zur raschen Ausbreitung von Krankheiten führt. Die Betreiber füttern die Fische folglich auch mit viel Antibiotika und Chemikalien, um Parasiten, Haut- und Kiemeninfektionen und andere bei Zuchtfischen häufige Krankheiten zu kontrollieren. Diese gelangen durch die Netze ins Meer und werden auch von Wildfischen konsumiert.

Fische in Aquakulturen werden meist mit Tieren aus dem Meer gefüttert, was massiv zur Überfischung der Ozeane beiträgt. Denn während die Aquafarmer die Aquakultur gerne als Alternative zur Dezimierung der Fischpopulationen anpreisen, sind viele der von ihnen gezüchteten Fischarten Raubtiere, wie Lachse und Garnelen, und werden mit Meeresfischen gefüttert. Für die Produktion von 1 Pfund Zuchtfisch werden 5 Pfund Meeresfisch benötigt (!).

Auch in der extensiven Aquakultur leiden die Schuppentiere an der nicht tiergerechten und unnatürlichen Umgebung der Fischtanks. Bereits nach kurzer Zeit werden die Tiere getötet – für die sensiblen Wasserlebewesen immer eine Qual, egal mit welcher Methode: Die EFSA (European Food Safety Authority) beurteilte die Tötung von Fischen in einer wissenschaftlichen Studie schon 2004 kritisch und bestätigt, dass Fische in der Lage sind, Angst und Schmerz zu empfinden und zu leiden. [2] Auch für Tiere aus ökologischen Aquakulturen ist die Betäubung und Tötung nicht eindeutig geregelt.

Aquakulturen - Umweltsünden und Klimaveränderung

Bei der Zucht von 1 Tonne Fischen werden 8 Tonnen Wasser verbraucht. Die Massenproduktion von Garnelen verbraucht noch bis zu zehnmal mehr Wasser. Verbraucht ist gleichzusetzen mit verunreinigt, denn tonnenweise Kot sowie Rückstände von Medikamenten und Pestiziden gelangen in die Meere und Abwassersysteme.

Laut dem Magazin Science produziert eine 8 000 m² große Lachsfarm so viel Abfall wie eine Stadt mit 10 000 Einwohnern. Die Lachsfarmen in British Columbia produzieren so viel Abfall wie eine Stadt mit einer halben Million Einwohner.

Doch was geschieht mit diesem Müll?

Fische gehören nicht in Aquakulturen und nicht auf den Teller. Foto: (c) frei / pixabay

Fische gehören nicht in Aquakulturen und nicht auf den Teller. Foto: (c) frei / pixabay

Aquakulturfarmen leiten Abfall, Pestizide und weitere Chemikalien direkt in ökologisch empfindliche Küstengewässer ab und zerstören damit die dortigen Ökosysteme. Und solche, die Fische in eingezäunten Bereichen in natürlichen Gewässern züchten, töten damit natürliche Lebensräume ab, indem sie sie weit über ihre Kapazität hinaus überfrachten. Durch den Abfall der Fische können riesige Flächen mit grünem Schleim auf der Wasseroberfläche entstehen, wodurch der Sauerstoffgehalt verringert und viel Leben im darunter befindlichen Wasser getötet wird.

In Brasilien veränderten die Zerstörungen durch die Aquakultur das örtliche Klima so sehr, dass einige Betriebe gezwungen wurden zu schließen. Die Küsten vor Chile – durchzogen von Aquakulturen für den weltweiten Bedarf an Fischen – sind kaputt. Das natürliche Ökosystem ist gekippt, das Meer ist dort kein Lebensraum mehr – weder für Menschen noch für Tiere.

Fische - sensible Lebewesen, die Schmerzen fühlen
Wie wir Menschen sind auch Fische Wirbeltiere, die ihre Schmerzen äußern  – wenn auch in einer für den Menschen nur schwer verständlichen Art. Alleine die Tatsache, dass sie außerhalb des Wassers unübersehbar nach Luft schnappen, sich winden und zappeln zeigt deutlich, dass sie Schmerz empfinden und unter starkem Stress stehen. Darüber hinaus wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Schmerzempfinden von Fischen dem Schmerzempfinden anderer Wirbeltiere sehr ähnlich ist[3] .

Was Sie tun können

Jeder Einzelne trägt dazu bei, wie unsere Welt mit Lebewesen umgeht. Daher bitte wir Sie: Essen Sie keinen Fisch und berichten Sie Freunden und Familie über das Leiden der seniblen Tiere. Wenn niemand mehr getöteten Fisch kauft, dann kann das leiden der Tiere und der Umwelt gestoppt werden. Eine rein pflanzliche (vegane) Ernährung kann dem Körper alles geben, um wirklich fit und gesund zu sein. Damit tut man sich selber Gutes und man schützt Natur und Umwelt. Produkte aus bio-veganer Landwirtschaft helfen unserer Erde und dem eigenen Körper.

Weitere Informationen

PETA50plus.de/veganstart-jetzt-mitmachen/

PETA.de/fischfang-und-aquakultur-grausamer-tod-im-wasser

PETA.de/themen/Fische

 

Studien / Quellenangaben:

[1] Eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH, 2015

[2] The EFSA Journal (2004), 45, 1-29, Welfare aspects of the main systems of stunning and killing the main commercial species of animals

[3] Michael W. Fox, „Do Fish Have Feelings?“, The Animals‘ Agenda, July/August 1987, p. 24.

 

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