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„Apassionata“- Hartes Leben für die Pferde

„Apassionata“- Hartes Leben für die Pferde

Tierunwürdige Dressur und lange Transporte: PETA50Plus informiert über die Pferdeshow „Apassionata“.

„Apassionata“- Hartes Leben für die Pferde: Viele Menschen, laute Musik und Scheinwerferlicht – was für die Besucher der Pferdeshow ein „tolles Erlebnis“ sein soll, bedeutet für die Pferde ein Leben voller Entbehrungen. Was auf den ersten Blick so leicht und locker wirken soll, ist den Pferden in einer harten Dressur im wahrsten Sinne des Wortes „eingeritten“ worden – qualvoll für die sensiblen Herdentiere.

Schmerzhafte Rollkur als Trainingsmethode

Wie die Tierrechtsorganisation PETA Ende 2015 bei einer Vor-Ort Recherche feststellte, werden die Pferde bei lauter Musik und flackernden Lichteffekten durch stramm in den Mund eingeführte Gebisse und der sogenannten Rollkur zu tierquälerischen Dressurnummern gezwungen. Die Rollkur ist eine schmerzhafte Überdehnung des Halses, bei der der Kopf der Pferde so stark auf die Brust gezogen wird, dass Haltung, Atmung und Orientierung enorm beeinträchtigt werden. Stürze und Verletzungen sind hierbei keine Seltenheit. Langzeitschäden an auf diese Weise gerittenen Pferden lassen sich veterinärmedizinisch nachweisen!

Die Einschätzung dieser fragwürdigen Dressurmethode wurde auch (in anderen tierschutzrelevanten Zusammenhängen) durch Gutachter und Gerichte bestätigt: So betont die Staatsanwaltschaft Frankfurt, dass die „Rollkur“ als Trainingsmethode abzulehnen ist. Im Offizialgutachten für die Staatsanwaltschaft Frankfurt heißt es: „Deshalb ist sie (die Rollkur bzw. Hyperflexion, Anm. von PETA) aus Gründen des Tierschutzes abzulehnen.“ (Gutachten der Landesbeauftragten für Angelegenheiten des Tierschutzes Hessen v. 21.12.2012). Die Staatsanwaltschaft bestätigt zudem, dass berechtigte Kritik an der weiten Verbreitung der Rollkur zulässig ist.

Hinter den Kulissen der Show
Pferde brauchen ihre Weide und Freunde. Foto: (c) PETA

Pferde brauchen ihre Weide und Freunde. Foto: (c) PETA

Eine weitere große Belastung für die bewegungsfreudigen Tiere sind Transport und Unterbringung. Mit bis zu zehn Artgenossen stehen die Pferde bei diesem Showunternehmen dicht nebeneinander gedrängt in Transportern, die sie durch Deutschland und ins Ausland fahren. An den Gastspielorten angekommen, verbringen die Tiere den Großteil des Tages in Boxen – teilweise in Anbindehaltung. Angesichts dieses rücksichtslosen Umgangs mit den Tieren fordert die Tierrechtsorganisation die Verantwortlichen von „Apassionata“ nun auf, in der Show künftig keine Pferde mehr einzusetzen.

Der Experte zum Thema

„In der ‚Apassionata‘-Show werden die Pferde durch die grellen Lichter und die Hektik enormem Stress ausgesetzt – für die Fluchttiere ist das ein Albtraum“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Pferde gehören auf die Weide und nicht in eine laute Manege, in der sie entwürdigende Kunststücke aufführen müssen. Wir bitten die Menschen, sich nicht durch den ’schönen Schein‘ täuschen zu lassen!“

Wissen über Pferde

Unter natürlichen Bedingungen leben Pferde in Gruppen und bewegen sich bis zu 16 Stunden täglich. Bewegungsmangel kann mittelfristig Verhaltensstörungen und Schäden an Muskeln, Sehnen und Skelett verursachen – die Selbstreinigungsmechanismen der Atemwege und der gesamte Stoffwechsel werden durch die ständige Haltung in Boxen und auf LKWs beeinträchtigt. Darüber hinaus sind Pferde Fluchttiere, ihr Instinkt sagt ihnen, dass sie bei lauten Geräuschen wegrennen sollen.

Tiere in der Unterhaltungsbranche

PETA hat den Einsatz von Tieren in der Unterhaltungsindustrie in der Vergangenheit schon mehrfach kritisiert und zahlreiche Misshandlungen aufgedeckt. Die Organisation fordert die Branche deshalb auf, grundsätzlich auf den Einsatz von Tieren zu verzichten.

Was Sie tun können

Bitte besuchen Sie keine Shows, in denen Tiere zum Einsatz kommen! Gerade bei „Apassionata“ ist auffällig, dass Menschen, die sich als „Pferdefreunde“ oder „Pferdeliebhaber“ bezeichnen, diese Tierqual mit Begeisterung besuchen. Jeder der eine Eintrittskarte für diesen „Event“ kauft macht sich am Leiden der Tiere mitschuldig und akzeptiert damit ein System, in dem die Tiere nichts anderes sind als Maschinen, die funktionieren müssen. Für Kinder und Heranwachsende sind solche Veranstaltungen keine Orte, an denen sie Empathie für Tiere lernen können. Dort wird ihnen vermittelt, dass man Tiere ausbeuten und gegen ihre natürlichen Veraltensweisen umerziehen darf.

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