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ALLE Tiere raus aus dem Zirkus!

ALLE Tiere raus aus dem Zirkus!

Das Interview zu PETAs neuer Kampagne zum Verbot von Tieren im Zirkus.

Ein Zirkus kommt in die Stadt! Was man aus der eigenen Kindheit noch als „frohen Moment“ in Erinnerung hat, ist heutzutage – ehrlich betrachtet – ein Trauerspiel.

Dabei ist es wichtig daran zu denken, dass das für ALLE Tiere gilt, nicht nur für die Wildtiere. Auch Pferde, Hunde, Lamas, Ziegen und andere Tiere leiden unter den Lebensbedingungen und dem oftmals harten Training.

Zirkus ist toll! Das möchte niemand bestreiten. Es gibt großartige Shows, die atemberaubende Nummern mit Menschen zeigen und keine Tiere einsetzen. Dies beweist, dass kein Tier ausgebeutet werden muss, um uns Menschen zu unterhalten.

Dieser Gedanke ist wichtig: Auch im Umgang mit Enkelkindern und anderen Kindern, die man betreut. Daher bitten wir Sie: Besuchen Sie keine Zirkusse mit Tieren! Die Kinder lernen dort nur, dass wir Menschen die Tiere unterdrücken und ihrer eigenen Wünsche entmachten dürfen. Viel schöner ist es doch, tolle artistische Leistungen zu bewundern – eingeübt und aufgeführt von Menschen, deren Traum ein Zirkusleben ist!

PETA50Plus hat mit Peter Höffken, Senior Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche, ein Interview geführt, um die Beweggründe von PETAs Kampagne näher zu beleuchten.

Der Experte im Gespräch
  1. PETA hat nun als erste große Tierrechtsorganisation vor, Tiere im Zirkus per Gesetz verbieten zu lassen. Warum?

Nicht nur Tiger, Elefanten und Bären leiden im Zirkus. Genauso wollen „domestizierte“ Tierarten wie Pferde, Lamas, Ziegen und Rinder ihr Leben nicht auf dunklen Lkws und in engen Boxen verbringen müssen. Zirkusbetriebe gastieren alle paar Tage in einer anderen Stadt. In den Innenstädten stehen die Zirkusbetriebe meist auf asphaltierten kleinen Festplätzen. Der Zwang zur Mobilität hat den Nachteil, dass die Tiergehege nur provisorisch sind. Weit über tausend Tiere werden Woche für Woche durch Deutschland gekarrt und mit der Peitsche dressiert. Gewalt und Zwang gehören zu ihrem Alltag.

  1. Bitte geben Sie uns ein Beispiel dafür, wie Pferde, Hunde oder andere Tiere im Zirkusbetrieb leiden.

Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere. Im Zirkus werden sie in viel zu kleinen Boxen gehalten. Laut Zirkusleitlinien steht ihnen für nur zwei Stunden pro Tag Auslauf in einem Außengehege zu. In der Realität wird ihnen selbst dieser kurze Auslauf oft verwehrt, weil ein Amtstierarzt viele Stunden vor Ort sein müsste, um die Einhaltung zu überwachen. Sogar im größten deutschen Zirkus, Circus Krone, sind Pferde mit Verhaltensstörungen keine Seltenheit. Bei der Dressur kommt regelmäßig die Peitsche zum Einsatz, sogar in der Manege. Die Tiere gehorchen aus Angst vor Bestrafung – und nicht, weil es ihnen Spaß macht.

  1. Auf welchem Weg möchte PETA dieses Verbot erwirken?

Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit informieren wir potenzielle Besucher darüber, dass die Haltung von Pferden und Kamelen im Zirkus ähnlich tierschutzwidrig ist wie die von Elefanten und Tigern. Zusätzlich führen wir stets Gespräche mit Politikern auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Über unsere Petition auf PETA.de/Tierverbot-Zirkus kann jeder seine Stimme für die Tiere abgeben. Vor wenigen Wochen hat die Partei Die Linke in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung einen Antrag gestellt, keine städtischen Flächen mehr an Zirkusse zu vermieten, die noch mit Tieren reisen. Ein erstes Anzeichen dafür, dass auch in der Politik umgedacht wird. In einigen Ländern wie Griechenland, Malta oder Bolivien sind Tiere im Zirkus bereits komplett verboten.

  1. Was kann der Einzelne unternehmen, um sich ebenfalls für ein Tierverbot im Zirkus zu engagieren?

Es wäre fantastisch, wenn jeder Bürger auf „seine“ Politiker im Stadtrat zugeht und sie bittet, sich für eine tierfreundliche Platzvergabe kommunaler Flächen einzusetzen, also keine Zirkusse, die immer noch Geld auf Kosten ausgenutzter Tiere verdienen wollen, zuzulassen. Jeder Bürger wohnt auch in einem Wahlkreis eines Bundestagsabgeordneten. Dieser sollte von den Bürgern unbedingt den Wunsch nach mehr Tierschutz vernehmen.

  1. Wenn PETA das Verbot erwirkt hat, was passiert dann mit den Tieren, die derzeit in Zirkusbetrieben gehalten werden?

Gemäß der Bundesregierung gibt es in deutschen Zirkusbetrieben gut 1.400 Tiere, davon mehr als 900 Wildtiere. Dem gegenüber stehen über 600 Zoos, Tierparks und Auffangstationen in Deutschland. Innerhalb einer Übergangsfrist von beispielsweise zwei Jahren könnten alle Tiere problemlos dorthin überführt werden. Eine Verbotsregelung könnte auch vorsehen, ein Tier im Einzelfall so lange im Zirkus zu belassen, bis eine adäquate Stelle gefunden wurde. Doch die Zirkusbetreiber haben kein Interesse daran, ihre Tiere abzugeben, und lehnen Aufnahmeangebote von Tierschützern immer wieder ab. Um ein Verbot abzuwenden, verbreiten die Zirkusse regelmäßig Schauermärchen und behaupten, dass Tiere getötet werden müssten, weil es keinen Platz für sie gäbe. Diese Aussage entbehrt jedoch jeglicher Grundlage.

Mehr Informationen

Zirkusse: systembedingte Tierqual

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