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Aichwald – Wer hat die Boa verletzt und ausgesetzt?

Aichwald – Wer hat die Boa verletzt und ausgesetzt?

Schwer verletzte Boa in Aichwald gefunden – PETA setzt 500 Euro Belohnung für Hinweise aus.

 

Aichwald – Wer hat die Boa verletzt und ausgesetzt? Am vergangenen Mittwoch fand ein Mann eine über zwei Meter lange Boa Constrictor in seinem Garten in Aichwald. Die exotische Schlange war dehydriert, bedrohlich abgemagert und hatte einen stark entzündeten Mund. Ihre Haut war an vielen Stellen verbrannt – vermutlich durch eine nicht fachgerecht angebrachte Terrarium-Wärmelampe. Mehrere der Wunden waren schon von Maden befallen.

Die Tierrettung Mittlerer Neckar brachte die Boa zu einem Schlangenexperten. Trotz aufwendiger tierärztlicher Behandlung verstarb das Tier am nächsten Tag aufgrund seiner schweren Verletzungen.

Um die tierquälerische Tat zu verfolgen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und Überführung des oder der Schlangenhalter/s führen.

Zeugen, die Informationen zu dem Schlangenfund beisteuern können oder Informationen über die Herkunft des Tieres haben, wenden sich bitte telefonisch unter 01520 73 733 41 oder per E-Mail an PETA. Die Tierrettung Mittlerer Neckar muss immer häufiger ausrücken, um ausgesetzte exotische Tiere – insbesondere Schlangen – sicherzustellen. So fuhr sie vergangene Woche außerdem wegen eines über drei Meter langen Albino Tiger-Pythons und einem circa vier Zentimeter großen Skorpions Einsätze.

Die Expertin zur Sachlage

„Sollte die Schlange misshandelt und ausgesetzt worden sein, hat sich der Halter strafbar gemacht“, sagt Judith Pein im Namen von PETA Deutschland e.V. „Immer wieder werden Tiere von verantwortungslosen Menschen wie Wegwerfware behandelt. Häufig sind es Reptilien, deren Halter sich nicht ausreichend mit den Ansprüchen der Tiere an Wärme, Luftfeuchtigkeit oder Bodengrund auseinandergesetzt haben und ihnen dann Aufwand, Kosten und – im wahrsten Sinne – die Tiere über den Kopf wachsen.“

PETA fordert ein Verbot der Exoten-Haltung

PETA fordert ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten. Eine tiergerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem ist die Versorgung nicht nur extrem kostspielig, sie erfordert auch ein umfangreiches Wissen. Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Exoten stirbt frühzeitig aufgrund von mangelhaften Haltungsbedingungen. Insbesondere im Sommer entkommen zahlreiche exotische Tiere aus ungesicherten Terrarien, darunter Schlangen, Echsen, Skorpione und Spinnen. Für einige dieser Tiere sind die Überlebenschancen in Freiheit in unseren Breitengraden gering, andere wiederum machen heimischen Arten Konkurrenz. Außerdem können die Exoten zur Gefahr für Menschen werden: Wie mehrere Studien belegen, übertragen Reptilien häufig Salmonellen – etwa 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Erreger in sich. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von ortsuntypischen Tieren stammt.

Tiere aussetzen ist eine Straftat!

Die Tierrechtsorganisation macht darauf aufmerksam, dass das Aussetzen von Tieren laut § 3 Tierschutzgesetz verboten ist und den Straftatbestand der Tierquälerei nach § 17 Tierschutzgesetz erfüllt. Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Auch für die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung von Tieren sowie die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung greifen gleiche Gesetze. Wer ein Tier findet und nicht sachkundig ist, sollte es nicht anfassen und umgehend die Polizei oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren.

 

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von Tierquälerei aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.

 

Weitere Informationen

PETA.de/Whistleblower

PETA.de/Tierqual

PETA.de/Reptilien

PETA.de/Reptilienchronik

PETA.de/Salmonellen

PETA.de/Terraristika

 

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